Die Mutter ist empört: Ich glaub, ich hör nicht recht. Meine Tochter will lügen - und mein Sohn findet da auch nichts Schlimmes dabei. Ist doch nur eine Notlüge, schadet doch keinem, verteidigt Sohn Ferdinand die Schwester Pia. Im Handumdrehen sind die drei im Disput, deutliche Fragen, deutliche Antworten. Ganz aufgeräumt entwickelt Rainer Erlinger solche alltäglichen Konflikte zu philosophischen Dialogen über Gewissensfragen für große und kleine Menschen: Lügen haben rote Ohren (Eichborn Lido, 1 CD, 76 Min., 16,95 e). Zum Glück hat Onkel Gottfried die großen Denker parat, Aristoteles, Thomas von Aquin, Kant und Schopenhauer. Manchmal übertreibt es Gottfried mit den gehaltvollen Zitaten, aber Ferdinand interveniert umgehend: Was ist denn das jetzt schon wieder? Eine szenische Lesung mit erlesener Besetzung: Emily Behr, Louis Klamroth, Peter Lohmeyer, Anna und Katharina Thalbach. Anregend, ernsthaft und - belehrend. Doch der Finger ist nicht erhoben, er zeigt auf die Fragen und Begriffe.