Der Winter ist die Zeit, in der wir gern einen Schuss Alkohol ins Essen geben. Sei es das Käsefondue mit Weißwein und Kirschwasser, sei es der Coq au Vin oder auch der Pudding mit Amaretto. Der Alkohol dient ja nur dem Geschmack, sagen sich Hausfrau und -mann, der »verkocht« ja im Handumdrehen.

Aber schon ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt müsste sie eigentlich eines Besseren belehren. Dort steht der Glühwein oft stundenlang auf der Heizplatte, und trotzdem enthält er noch eine Menge »Umdrehungen« und nicht nur Wasser, Nelken und Zimt. Offenbar verträgt Alkohol doch einiges an Hitze, auch wenn sein Siedepunkt niedriger ist als der von Wasser.

Wie viele Prozente bleiben, haben Forscher von der University of Idaho im amerikanischen Städtchen Moscow im Auftrag des US-Landwirtschaftsministeriums erkundet. Der Wert, den sie erhielten, wenn eine kochende Soße oder Suppe mit Wein oder Schnaps veredelt und dann vom Herd genommen wurde, ist sehr hoch: 85 Prozent des Alkohols waren beim Servieren noch vorhanden. Je länger die Flüssigkeit kochte, umso geringer war der Wert. Nach einer halben Stunde waren es noch 35 Prozent, und selbst eine Mahlzeit, die im Ofen oder auf dem Herd zweieinhalb Stunden vor sich hin köchelte, enthielt noch fünf Prozent der ursprünglichen Alkoholmenge.

Also gilt beim Weihnachtsdinner: Vorsicht mit dem Alkohol, wenn Kinder oder trockene Alkoholiker am Tisch sitzen! Christoph Drösser

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