La France: Land der Revolution, der Menschenrechte und der Demokratie. Kurzum - Land universeller Prinzipien und der tiefen Überzeugung, diese in die Welt tragen zu müssen. Warum eigentlich nicht? Doch die Algerier sehen das anders.

Die Abgeordneten der Regierungsmehrheit in Frankreich haben ein Gesetz bestätigt, das die Geschichte verfälscht, sagt Abdelaziz Belkahadem, ein ranghoher algerischer Politiker. Was war geschehen? Die konservative Regierung hatte in die Schulbücher geschaut und befunden, die Kolonialgeschichte des Landes sei zu negativ dargestellt. Also schuf sie ein Gesetz, das Geschichtsbuchschreiber dazu verpflichtet, die positive Rolle der französischen Präsenz in Übersee, vor allem in Nordafrika anzuerkennen.

Den undankbaren Nordafrikanern aber fällt zu dieser Zeit vor allem Unterdrückung und Entmündigung ein. Sie reagieren empfindlich. Die Antwort eines französischen Abgeordneten: Ich nehme zur Kenntnis, dass Herr Bouteflika (der algerische Präsident, Anm. d. Red.) nicht nachtragend ist. Er lässt sich in Frankreich medizinisch behandeln. Eine schöne Hommage an die Kolonialherren. Was, bitte, ist aus der berühmten französischen Finesse geworden?