Frauen an den Herd!
Männer beherrschen die Spitzenküche. Muss das so sein? Drei erfolgreiche Köchinnen im Gespräch
Sybille Milde, Jahrgang 1977, jüngste Sterne-Köchin Deutschlands, kocht seit vier Jahren im Restaurant Hesslers in Maintal, seit Mitte 2004 als Küchenchefin
Sarah Wiener, Jahrgang 1962, begann ihre Karriere mit einer Gulaschkanone. Heute betreibt sie in Berlin drei Restaurants und ist, immer freitags, in »Köche bei Kerner« (ZDF) zu sehen
Cornelia Poletto, Jahrgang 1971, lernte beim Drei-Sterne-Koch Heinz Winkler in Aschau und führt mit ihrem italienischen Mann Remigio das Restaurant Poletto in Hamburg. Seit 2002 hat es einen Michelin-Stern
DIE ZEIT: Gerade ist der neue Restaurantführer von Michelin erschienen. Danach gibt es in Deutschland jetzt 190 Sterne-Restaurants. Aber in nur fünf davon eine Chefköchin. Kochen Männer wirklich so viel besser als Frauen?
Sarah Wiener: Na ja, das ist ein Abbild der Gesellschaft. Wie viele Frauen sind unter den wichtigen Wirtschaftsführern? Vielleicht zwei oder drei. Warum soll das in der Sterne-Küche anders sein? Ein typisch weiblicher Beruf, Friseurin: Wie viele Starfriseurinnen gibt es? Selbst in der ureigensten weiblichen Domäne dominieren die Männer. Und warum? Weil wir in einer Männergesellschaft leben.
Sybille Milde: Ich glaube aber, dass das einfach mit dem Wesen des Mannes zu tun hat. Der Mann hat immer das Bedürfnis, stark zu sein, erfolgreich. Als Frau ist einem das Emotionale wichtiger. Es gibt nicht so viele Frauen, die so karrieregeil sind.
- Datum 15.12.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.12.2005 Nr.51
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