Schule Raus aus den Schubladen
Kinder sind unterschiedlich begabt. Das ist kein Grund, sie auf verschiedene Schulformen zu verteilen
Verfechter des gegliederten Schulsystems argumentieren gern damit, dass es »begabungsgerecht« sei, also die Kinder ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend fördere. Die Hauptschule für den praktisch-handwerklich Begabten, das Gymnasium für den theoretisch-wissenschaftlich Begabten und die Realschule für einen Begabungstyp, der irgendwo dazwischen liegt.
An diese Aufteilung haben sich viele so sehr gewöhnt, dass sie sie als naturgegeben betrachten. Nun ist die Gewohnheit eine starke Macht, doch eine wissenschaftliche Begründung für die Gliederung des Schulsystems entlang der unterschiedlichen Begabungen der Schüler gibt es nicht.
Jeden Schüler entsprechend seinen Lernvoraussetzungen optimal zu fördern ist leicht als Ideal der Schule zu postulieren. Weil diese Voraussetzungen aber von Kind zu Kind unterschiedlich sind, ist die Annäherung an dieses Ideal gleichzeitig die schwierigste Aufgabe.
Die Unterschiede im geistigen Leistungspotenzial lassen sich recht zuverlässig mit Hilfe von Intelligenztests messen. Hat man zum Beispiel in einer Schulklasse der Jahrgangsstufe sechs den Intelligenzquotienten (IQ) aller Schüler ermittelt, dann lässt sich daraus zwar nicht deren Mathematikleistung in der Jahrgangsstufe acht vorhersagen, aber es wird ein deutlicher Zusammenhang erkennbar. Um es bildlich ausdrücken: Wenn man wie beim Pferderennen Wetten über die Mathematikleistung abgeben soll, ist man gut beraten, die IQ-Werte aus Klasse sechs heranzuziehen. Eine noch bessere Grundlage für die Wette hätte man, wenn man statt des IQs die Mathematikleistung der Klasse sechs heranziehen könnte. In zahlreichen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass fachspezifisches Vorwissen spätere Leistungsunterschiede besser vorhersagt als der IQ. Wenn das Vorwissen aber unbekannt ist, lassen sich aus dem IQ die zuverlässigsten Prognosen über Leistungsunterschiede ableiten.
Was Intelligenztests genau messen, wissen wir Psychologen noch immer nicht; aber es häufen sich Belege dafür, dass es im menschlichen Gehirn viele Faktoren gibt, welche die Effizienz der Informationsverarbeitung beeinflussen. Beispielsweise spricht einiges dafür, dass die so genannte Myelinisierung im Gehirn sich positiv auf die Effizienz der Informationsverarbeitung auswirkt. Myelin ist eine fetthaltige Substanz, die, vereinfacht gesprochen, die Nervenzellen isoliert und damit eine störungsfreie Übertragung ermöglicht. Auch spezifische Fähigkeiten, wie etwa die zur räumlich-visuellen Veranschaulichung, tragen zur Intelligenz bei. Intelligenz ist ein überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal. Schon in der Kindheit ist die Stabilität des Intelligenzquotienten recht hoch, nach dem zehnten Lebensjahr sind Unterschiede in der Intelligenz mindestens für die kommenden fünf Jahrzehnte nahezu festgelegt.
Von der Intelligenz hängt es ab, wie effizient ein Lernangebot genutzt werden kann. Das heißt nicht, dass überdurchschnittlich intelligente Menschen alles im Vorbeigehen lernen. Jeder muss entscheiden, in welche Gebiete er seine Intelligenz investiert. Je intelligenter ein Mensch ist, desto komplexer und abstrakter können die Wissensgebiete sein, in die er vordringt. Im Idealfall bauen intelligente Schüler ihren Vorsprung mit zunehmendem Alter aus, da sie in vielen Gebieten ein gut strukturiertes Vorwissen aufbauen und zudem breit einsetzbare Lern- und Denkstrategien erwerben, was wiederum den Erwerb neuen und die intelligente Nutzung bestehenden Wissens erleichtert. Wir müssen also nicht nur akzeptieren, dass sich Schüler von Anfang an in ihrem geistigen Leistungspotenzial unterscheiden und dass sich diese Unterschiede nicht reduzieren lassen. Wir müssen sogar davon ausgehen, dass diese Schere immer weiter auseinander klafft, gemäß dem Matthäus-Prinzip: »Wer hat, dem wird gegeben.«
- Datum 15.12.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 15.12.2005 Nr.51
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Sehr interessant
Die Theorie liest sich immer so schön. Es gibt von der Autorin, sowie auch von einigen Kommentatoren hier einige sinnvolle wie auch sinnfreie theorethische Vorschläge.
Alles schön und gut, aber die Praxis ist einfach eine andere.
Bevor man darauf schaut, wie man den Kindern was beibringt sollte man sich deren Verhaltensmuster doch mal genauer anschauen. Man sollte die sozialen Komponenten und vor allem die Komponente Lehrer mal genauer untersuchen.
Unter sozialen Komponenten verstehe ich das Zusammenspiel von Eltern, Freunden und anderen Mitschülern auf das Verhalten des Kindes.
Eltern sind meiner Meinung nach maßgeblich an der ersten Entwicklung des Kindes beteiligt. Mindestens bis zur weiterführenden Schule sind die Eltern diejenigen, die den Lebensweg des Kindes ebnen. Sie sind gefordert den Kindern ein Vorbild zu sein, um Ihnen zu zeigen, dass Leistung und Spass zusammen liegen können. Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele Erwachsene, die von ihrem Leben gefrustet sind, und diese Einstellung an die Kinder weitergeben. Auch werden Kinder im Vorschulalter oder auch in der Grundschule nicht genug von den Eltern gefördert. Und das bezieht sich nicht nur auf Immigrantenkinder, wie man aus einigen Beiträgen hier herauslesen mag.
Freunde des Kindes sind auf der weiterführenden Schule in aller Regel aus dem Komplex der gleichen Schule. Aus meinem Leben und auch aus dem Leben meiner Nichten ersehe ich, dass dies zu 95% der Fall ist. Die Mitschüler prägen das Kind ebenso, wie dessen Freunde. Ein Kind, dass immer gemobbt( früher war es gehänselt) wird, entwickelt sich anders, als ein Kind, dass immer mobbt. In der jugendlichen Zeit des Kindes (ca. 10-15) ist das Kind in einem sehr hohen Maße von der Meinung anderer abhängig. Es richtet seine eigenen Interessen sehr stark an dem Interesse seiner Mitschüler, bzw. seiner Freunde aus. Als Elternteil ist es schwierig Einfluß darauf zu nehmen, was das Kind will. Meine Nichten sind gerade in diesem Alter und ich sehe wie unterschiedlich die verschiedenen Eltern auf die Kinder reagieren, und wie unterschiedlich die Kinder damit umgehen. Eine Nichte wird von den Eltern sehr gefordert, damit die Leistungen in der Schule nicht total absinken. Sie reagiert darauf mit Unlust und noch weniger Lust. Sie erkennt zwar, dass die Eltern recht haben, aber sie sieht wie die anderen Mitschülerinnen "arbeiten". Sie gehen nämlich shoppen, anstatt zu lernen. (In meiner Jugend war es nicht viel anders.) Die Kinder entsprechend ihren Talenten zu fördern ist auch schwierig. Die meisten Kinder gehen eher den Weg mit den Freunden, als den Weg der sich für sie eignet. Ich sehe es gerade wieder an meinen 3 Nichten und kenne es auch noch aus meiner Jugend. Wie soll man den Kindern begreiflich machen, was für sie das Beste ist? Die Frage, die man sich vorher stellen sollte, ist es wirklich das Beste für die Kinder? Man kann mit dem ganzen Leistungsdruck, den viele schüren, den Kindern keinen Gefallen tun. Sicherlich ist es wichtig, die Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern, aber die Vorstellungen von manchen 'schlauen' Leuten ist auch arg überzogen.
Es ist meiner Meinung nach nicht so wahnsinnig wichtig mit welcher Schulbildung man wächst. Es muss jemanden geben, der einem lehrt zu lernen. Ich habe bei einer meiner Nichten gesehen, wie sehr es von dem Lehrer abhängt, was ein Kind leisten kann. Sie hat in der Grundschule sehr schlechte Noten gehabt. 2 Jahre lang. Danach ließen die Eltern auf anraten des Lehrers das Kind ein Jahr zurück stufen. Und oh Wunder.... Sie ist ab dem nächsten Jahr mit die Klassenbeste. Warum wohl? Sie kam mit dem Lehrer nicht klar. Sie hatte oft Bauchschmerzen oder andere Dinge in den ersten 2 Schuljahren. Sie hatte nie Lust etwas zu tun. Nachdem Lehrerwechsel ging alles viel freier und sie hatte Spass an der Schule. Die Eltern haben sich leider dafür entschieden, das Kind auf die Realschule zu schicken. Ein Fehler aus meiner Sicht, und mittlerweile auch aus der Sicht der Eltern. Die Kleine ist immer noch mit Abstand unter den Klassenbesten, obwohl sie sogar Krankheitsbedingt fast ein halbes Jahr aussetzen musste. Daran sehe ich, dass Lehrern eine große Macht gegeben ist. Dies muss den Lehrern klar sein. Ich selber habe auch solche Erfahrungen machen müssen. In der Grundschule war ich in Mathe sehr gut. Das war auch der Grund für mich das Gymnasium zu besuchen. Im Gymnasium habe ich eine Mathelehrerin gehabt mit der ich mich nicht anfreunden konnte. 4-5 stand ich immer. 3 Jahre lang. Nachdem Lehrerwechsel war ich Klassenbester. Ich habe sicherlich nicht auf einmal einen Intelligenzschub bekommen. ;)
Ich finde es ziemlich schwierig anhand eines Lehrers oder einer Prüfung fest zustellen, wie das Kind sich entwickeln wird. Intelligenztests sind meiner Meinung nach kein allzu wirksamer Anhaltspunkt was das Kind leisten kann. Es ist wichtiger jemanden zu finden, der die Leistung des Kindes wecken kann. Wenn die Leistung geweckt wurde, dann ist es bei vielen Kindern schwierig die Leistung wieder auszustellen. Die Kinder erkennen, dass man mit der Leistung und dem damit verbundenen Erfolgserlebnisse und positiven Eindrücke viel einfacher und viel schöner durch das Leben schreiten kann.
Das war bei mir so, das ist bei meinen Nichten so und bei vielen Freunden und Bekannten auch.
Ich glaube ich schweife gerade ab, oder? :D
Wie auch immer. Es ist ein sehr komplexes Thema, das man in ein paar Zeilen gar nicht auf einen Nenner bekommen kann.
--- Mein Kommentar ist nur MEIN Gedankenspiel zu dem Artikel. ---
"Die Liebe zu Kindern und die Begeisterung für eine Sache macht den guten Pädagogen aus. Alle anderen Qualitäten und Kompetenzen lassen sich aus diesen beiden Grundbedingungen ableiten", sagt Marga Bayerwaltes, Lehrerin für Philosophie, Französisch und Deutsch.
Das Wissen über die Zitadelle (wie Charles Darwin das Gehirn einmal nannte) ist notwendig, aber nicht ausreichend. Wir müssen noch einen Schritt weitergehen. Aber dieser Schritt führt uns leider auf die »finstere Seite des Mondes«:
Der amerikanische Psychologe Kelly, der Betreuer der Angeklagten von Nürnberg (Göring & Co.) soll damals zum völlig fassungslosen US-Chefankläger Robert Jackson hinsichtlich der erschreckenden Normalität des Auschwitz-Kommandanten Höß sinngemäß gesagt haben: "Die Deutschen sind gewohnt, das zu tun, was ihnen gesagt wird, sie werden schon als Kind dazu erzogen, das zu tun, was ihnen gesagt wird. Das setzt sich in ihrem ganzen weiteren Leben so fort. Kennzeichnend für das deutsche Volk ist das Fehlen von Mitgefühl:
Das Böse ist die Abwesenheit von Mitgefühl!"
Die Angst geht um unter den Deutschen - nicht nur vor Lohndumping, Sozialabbau, Stellenexport sondern ebenso vor: Ausgrenzung, Stigmatisierung, Diskriminierung (so z.B. der harte Schwabe Oettinger: Weniger Kohle ab 40). Kein leeres Ofenloch kann kälter sein. Und: Hartz-Gesetz über Aufhebung des Kündigungsschutzes für die über 52Jährigen diskriminiert Ältere! Der EuGH hat am 22.11. verkündet: Das von der rot/grünen Bundesregierung im Jahr 2002 verabschiedete Teilzeitbefristungsgesetz verstößt auf das Heftigste gegen europäisches Recht und gegen den Grundsatz jedes demokratisch verfassten Staates: Vor dem Gesetz sind alle Bürger gleich... ..."Die Werke der Alten sind der Nordstern für jedes künstlerische oder literarische Streben: geht der euch unter, so seid ihr verloren!", sagte Schopenhauer.
Diskriminierung: Der gesellschaftliche Tod, noch vor dem physischen Tod.
Hartz IV als Bundesgesetz beschlossen, sehen und fühlen viele der betroffenen Bürgerinnen und Bürger (Eltern und ihre Kinder) als eine besonders perfide Form der Ausgrenzung, Stigmatisierung, Diskriminierung. Erwerbstätige werden gegen Erwerbslose aufgehetzt, Junge gegen Alte und Gesunde gegen Kranke. Und selbst die Ausgrenzung von Flüchtlingen wird durch Hartz IV noch verstärkt, da ihr Anspruch auf Sozialhilfe entfällt. Zusätzlich die aktuelle Stigmatisierung der Arbeitslosen als im Grunde Arbeitsscheue. Der Vorwurf, Arbeitslose seien Betrüger oder schlicht zu faul, ist alles andere als neu. Dazu sei z.B. auf Gesetze wie das preußische Armengesetz vom 21. Mai 1855, das die Einsperrung Arbeitsloser in ein Arbeitshaus auf dem Verwaltungswege zuließ, oder das Arbeitsscheuengesetz von 1912 und nicht zuletzt auf das Bayer. Arbeitsscheuengesetz vom 16.07.1926 verwiesen, so z.B.: 1. November 1937: »Außerdem befinden sich im Konzentrationslager Dachau: d) 204 Arbeitszwangshäftlinge (§ 20 Reichsführsorgepflichtverordnung), e) 41 Arbeitshausgefangene (Bayer. Arbeitsscheuengesetz v. 16.7.1926)« (Quelle: BayHStA | MA 106690)
Der Hartz-IV-Tsunami hat Millionen Erwerbsloser und Sozialhilfeempfängerinnen und -receptors (Eltern und ihre Kinder) an den Strand der Verelendung geworfen, d.h. noch weiter in die Armut gedrückt. Durch verschärfte "Zumutbarkeitsregelungen" werden sie unter Androhung von Leistungskürzungen (nebst perverser Ideen wie: elektronische Fußfesseln für Arbeitslose) gezwungen, quer durchs ganze Land der Arbeit hinterher zu ziehen und ihre Arbeitskraft unter Wert und Tarif zu verkaufen. Dies ist gleichzeitig ein Angriff auf die Erwerbstätigen, deren Löhne durch die erhöhte Konkurrenz ebenfalls unter Druck geraten. So kommt es zu einer Ausweitung des Niedriglohnsektors, der die Profite der Besitzenden maximiert und gesellschaftlichen Reichtum von unten nach oben umverteilt. Gleichzeitig werden immer mehr Beschäftigte von substitutiven Technologieträgern, von fortwährend neuen Rationalisierungstechnologien vom Arbeitsmarkt verdrängt. Warum bleibt diese Tatsache heute so gut wie unerwähnt? Willfährigkeit gegenüber dem Kapital, oder Deus ex machina: das ist hier die Frage:
Wer, oder was soll auf einem derartigen Nährboden überhaupt noch wachsen: that ist the question:
»Traditionell gehört z.B. die musikalische Ausbildung zum bürgerlichen Bildungsideal. Klavier- oder Geigenunterricht war fester Bestandteil der Erziehung. Nun zeigen neueste Forschungen, dass das, was man lange Zeit lediglich für eine Frage von Ästhetik oder Kultur gehalten hat, viel grundsätzlicher unsere Entwicklung beeinflusst. Zahlreiche neurologische Untersuchungen belegen, dass die aktive Beschäftigung mit Musik positiven Einfluss auf die Vernetzung von rechter und linker Gehirnhälfte hat und die Dichte neuronaler Verbindungen deutlich erhöht. « mehr: http://www.3sat.de/delta/... Immer mehr Musikschulen werden dem Vernehmen nach im Lande D geschlossen. Musik stiftet Identität. Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit im Lande, sagte der Ex-Innenminister Otto Schily.
Im Dritten Reich war die Gesetzgebung einer Ideologie hörig, heute ist sie offenbar Kapitalhörig. Der Effekt ist in etwa derselbe: Macht gegen Ohnmacht (so z.B.: Karlsruhe kippt Verbot von Studiengebühren). Ich möchte hier abschließend die Worte des bekannten französischen Piloten und Dichterphilosophen Antoine de Saint-Exupéry zitieren: »Ich will mich nicht über eine nie verheilende Wunde erbarmen - an Mitleid glaube ich nicht, denn in der Armut findet man sich schließlich ebenso gut zurecht wie in der Faulheit. Aber das Menschliche ist hier beleidigt, nicht der einzelne Mensch. Mich quält etwas, was die Volksküchen nicht beseitigen können! «
Wenn das schlechthin Wertvolle, Menschliche, Ethische eine untergeordnete Rolle spielen muss, ist doch wohl zu fürchten, dass wir einer Katastrophe entgegensteuern, die bei der Differenziertheit der Mittel eine totale sein wird.
Das aktuelle Gerede über Wissenschaftlichkeit, oder nicht Wissenschaftlichkeit im Schulwesen kommt mir vor, wie einer, der im Keller seine Heizung zu reparieren versucht, und gar nicht merkt, dass das ganze Haus schon brennt. "Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel." (Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse - Sprüche und Zwischenspiele, S. 156.)
Cessante causa cessat effectus. Fällt die Ursache fort, entfällt auch die Wirkung, da beißt die Maus (und selbst die Wissenschaftlichkeit) keinen Faden ab.
Liebe Grüße und Feliz Natal!
Herzlichst, DerNeueArarat
P.s.:
Freiheit die sie meinen: Zwang und Manipulation können nicht nur bestimmte Verhaltensweisen, sondern auch das garantiert echte Gefühl der Freiwilligkeit Massenproduzieren. Mittels leicht zugänglicher und leicht erlernbarer Methoden ist es möglich, die scheinbar im unantastbaren innersten Persönlichkeitskern entstandene Willensentscheidung derart zu steuern und wenn nötig sogar zu erzeugen, dass das Produkt von Zwang und Manipulation als völlig spontane, freie Willensäußerung empfunden und ausgedrückt wird. Nicht hinter unserem Rücken oder über unsere Köpfe hinweg, sondern mitten in unserem Herzen und unter unserer gesteuert -freiwilligen Mithilfe könnte derartig raffiniert-einfache Beeinflussung durchaus unsere Zukunft gestalten...
Ausgrenzung, Diskriminierung, Stigmatisierung, und jetzt auch noch die aktuelle Diskussion im Lande D zur Wiedereinführung der Folter?
Sehen Sie die Schatten, die dicht an Ihnen vorbeifliegen und sich die Augen zuhalten? Erkennen Sie sie wieder? Das sind die Freiheitshelden (Sophie Scholl und Die Weiße Rose, Carl Friedrich Goerdeler, Martin Niemöller, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Helmut James Graf von Moltke, Die Frauen des Widerstands, Dietrich Bonhoeffer, Eugen Bolz, Alfred Delp etc.), um die uns die ganze unterdrückte Welt beneidete. Jetzt fordern sie von Gott ihr Vaterland zurück...
Ewiger Gott, und das hast du geschehen lassen!
Es ist kein Geheimnis dass oeffentliche Schulen nicht geschaffen sind um begabte Schueler genuegend zu fordern und foerdern.
Die normalen Schulen sind eher geschaffen um schwache Schueler durchzuziehen und begabte Schueler werden sich selbst ueberlassen
Glauben sie denn wirklich, daß jeder Lehrer jedes Fachs in der Lage ist, die dreißig unterschiedlichen Talente von dreißig unterschiedlichen Kindern einer Klasse zu erkennen und individuell zu fördern? Glauben Sie denn wirklich, daß eine Klassenrbeit z.B im Fach Deutsch so differenziert gestellt und zensiert werden kann?
Die istitutionalisierte Dreiteilung der Schülerschaft scheint mir doch eher Gewähr für eine zumindest grobe Individualisierung zu sein, wohingegen die potentielle Feinjustierung innehalb eines Klassenverbandes eher vom Glück abhängig sein würde: Ist denn wirklich jeder Lehrer in jedem Fach in der Lage und willens eine solche Individualisierung vorzunehmen? Haben Sie, haben wir diese Lehrer?
Welchen Vorteil hätte ein guter Schüler, wenn in seiner Klasse Schüler mit erheblich niedrigerem Leistungsniveau wären? Müßte nicht der Lehrer einen Teil des Unterrichts verwenden, den schwächeren Schülern Dinge zu erklären, welche die besseren langweilen, ja anöden und demotivieren? Soll sich der praktisch begabte und intellektuell überforderte Schüler Kurvendiskussionen anhören, wenn er schon Mühe hat, die Fläche eines Daches zu berechnen?
Erwähnt werden müssen auch die disziplinarischen und sozialen Probleme, die an vielen Hauptschulen herrschen. Natürlich würden diese in die von Ihnen avisierte Gesamtschulform hineingetragen und den Lernerfolg der intellektuell besser ausgestatteten und von ihren Familien besser geförderten Kindern behindern. Cui bono?
Wie groß müßte eine solche Schule sein, um meinem jüngsten Sohn und seinen 20 Klassenkameraden den von ihnen gewählten Unterricht in Altgriechisch geben zu können? Spätestens hier wird auch deutlich, daß wir nicht eine Dreiteilung haben, sondern, daß die Differenzierung der Schulen weitergeht. Das alles wollen Sie an einer Schule erreichen?
bin von der ddr nach deutscheland übernommen worden.
da konnte man es sich nicht aussuchen sondern bekam es einfach übergestülpt, so auch dieses wohl europaweit einmalige schulwesen. gleichzeitig die ausdrückliche verurteilung der kinderfrüherziehung in krippen und kindergärten als ausdruck der unterdrückung und gleichschaltung usw.
man muß doch wohl verbeamtet und verrückt sein, einem kind im 4. schuljahr so eine art endplatzierung verpassen zu wollen. und man muß sich auch mal überlegen, was diese umschulerei für einen aufwand bedingt, der letztlich dem einzig relevanten ziel, der bestmöglichen förderung jedes einzelnen kindes verloren geht.
mag sein, daß in süddeutschland dieses widersinnige system durch viel geld trotzdem befriedigende ergebnisse erzeugt; mag sein, daß das gesamtschulsystem andernorts schlechte ergebnisse bringt - durch schlamperei und lustlosigkeit.
dank pisa gibt es dafür gottseidank eine objektive bewertung von außen. Interessanterweise gleicht dabei das erfolgreiche finnische modell dem früheren ostdeutschen.
also sollte ein zweigliedriges schulsystem wohl ausreichend sein.
viel wichtiger erscheint mir, den schulen dann genügend mittel in die hand zu geben und sie von der beamtokratischen gängelei zu befreien.
Der begabte schüler muß gefördert, der schwache unterstützt werden. für diese anspruchsvolle aufgabe braucht es lehrer mit leib und seele - keine schulverwaltungsbeamten.
Diese lehrer müssen dann auch erfolgsbezogen entlohnt werden, warum eigentlich nicht ?
Wenn sie die Autoren auf Wissenschaftlichkeit beruft, dann sollte sie nicht bloß theoretisieren, sondern auch die empirische Evidenz berücksichtigen.
Unter den Bedingungen des deutschen Schulwesens hat sich ja doch gezeigt, daß Schüler in den Bundesländern das höchste Leistungsniveau haben, die am konsequentesten an der Dreigliederung festgehalten haben. - Selbst wenn die "real existierende" Gesamtschule in Deutschland die Korrelation von sozialer Herkunft und Schulleistung verringert, geht dies auf Kosten des Gesamtleistungsniveaus.
Sollte das ein Zufall sein? Wie sähe das Gesamtniveau der Bildung aus, wenn man vor 30 Jahren konsequent in ganz Deutschland die Gesamtschule ausschließlich eingeführt hätte? Man könnte dann nicht vergleichen - aber alles spricht dafür, daß dann das Gesamtniveau schlechter wäre. Das heißt aber nichts anderes als daß mehr Schüler als jetzt hinter ihrem Potential zurückbleiben würden.
Eine Theorie und Reformvorschläge, die sich nicht erstmal daran abarbeiten und sich fragen, warum offenkundig die bloße Abschaffung der Dreigliedrigkeit allenfalls für mehr Gleichheit auf Kosten Qualität, aber nicht für mehr Qualität gesorgt hat, erscheinen mir wertlos. Wie sagt man über den Gemeinspruch "Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis"? - Was sich in der Praxis nicht bestätigt, ist auch theoretisch falsch.
Der Herausforderung, die konkreten deutschen Erfahrungen zu vergleichen, kann man sich auch nicht dadurch entziehen, daß man den übernächsten Schritt vor dem nächsten tut und ins Ausland schaut. Daß Finnland in Pisa am besten abschneidet und ein nicht gegliedertes Schulsystem hat, beweist ja ganz und gar nicht, daß letzteres die Ursache für ersteres ist. Das müßte doch jedem logisch Denkenden offenkundig sein.
Es geht nicht darum, daß ein Lehrer 30 leistungsmäßig unterschiedliche Kinder unterschiedlich eduziert. Es geht um fertige *Module*, und ein System, daß nach *Bausteinen* funktioniert, also unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, in die die Schüler zusammengefaßt werden (nicht immer die selben Schüler in der selben Klasse). Eine Art "Hopping-System", bei dem die Schüler die Klassenräume häufiger wechseln.
Der Lehrer selber hätte nur die Aufgabe, die Lehrinhalte SEINER Module zu lehren, und natürlich darauf zu achten, wie die Schüler sich dabei entwickeln, damit darauf reagiert werden kann. Letztendlich geht es um mehr Effizienz. Es ist schwachsinn, einen mathematisch höherbegabten Menschen ständig mit Lateinstunden zu traktieren. Dessen Fähigkeiten sollten eher so erweitert werden (in der für ihn geeigneten Klasse), daß er später mal bspw. als Finanzmathematiker für eine Versicherung arbeiten kann.
Der Versuch, mit den Lehrinhalten stärker auf die Kinder einzugehen (entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen) KANN doch kein Fehler sein. Sie sind doch im Betrieb auch nicht für ALLES zuständig, oder???
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