Anmerkung: Dies ist ein gegenüber dem (fehlerhaften) Originalartikel aus der ZEIT veränderter Text!

In meiner ursprünglichen Stimmt’s-Kolumne hatte ich noch das Gegenteil behauptet: Demnach würde das herabfallende Laub füre einen Pirouetten-Effekt sorgen, wie man ihn von Eiskunstläufern kennt: Wenn die bei ihren Pirouetten die Arme anlegen, wird die Drehung schneller.

Aber dreht sich die Erde im Winter überhaupt schneller? Ich habe mich damals auf einen Mitarbeiter der Fundamentalstation im bayerischen Wettzell berufen, die zum Bundesamt für Kartographie und Geodäsie gehört. Die misst die Rotationsgeschwindigkeit der Erde mit einem sogenannten Ringlaser, der Teil eines weltumspannenden Netzes von Messstationen ist, auf Bruchteile von Sekunden genau. Aber dieser Experte hatte sich vertan – tatsächlich sind die Tage ein bisschen länger, wenn auf der Nordhalbkugel Winter herrscht - zwar um weniger als eine Millisekunde, aber der Unterschied lässt sich wirklich nachweisen. Der Grund dafür ist unter anderem eine großflächige Verlagerung von Luftmassen. Auch der Effekt des fallenden Laubs lässt sich messen – aber der beträgt nur etwa 10 Nanosekunden und fällt damit buchstäblich nicht ins Gewicht.

Christoph Drösser