Fundraising Im Paradies der Spendensammler
In den Vereinigten Staaten scheffeln die Hochschulen Milliardenbeträge aus privaten Taschen
Rund 24 Milliarden Euro haben amerikanische Hochschulen im Haushaltsjahr 2003/04 an Spenden und Sponsorengeldern eingenommen. Einzelne private Universitäten wie Stanford, Cornell oder Harvard warben weit mehr Geld aus privaten Quellen ein als alle deutschen Hochschulen zusammen. Doch auch staatliche Forschungsuniversitäten profitierten im Schnitt von 50 Millionen Dollar.
Den US-Hochschulen kommen mehrere Vorteile zugute: die ausgeprägte Gebermentalität der Amerikaner, fehlender Datenschutz sowie ein spendenfreundliches Steuerrecht. So kann man in den USA bis zu vierzig Prozent seines Einkommens steuerfrei für die Wissenschaft spenden. In Deutschland liegt die Grenze bei zehn Prozent.
Hinzu kommt die ausgeklügelte Organisation des amerikanischen Fundraisings. Elitehochschulen wie Columbia oder Berkeley verfügen in den zuständigen Departments für »Development and Alumni Affairs« über bis zu 200 Mitarbeiter. Ganze Abteilungen entwickeln Strategien, wie man reiche Alumni um Spenden angehen kann: Welche Hobbys pflegen sie? Wo studieren ihre Kinder und Enkel? Für welchen Zweck haben sie bereits gegeben?
Ein Teil des Geldes ist zweckgebunden, ein anderer fließt ins endowment . Sämtliche Universitäten verfügen über einen solchen Kapitalstock, der zwischen 22 Milliarden (Harvard) und 22 Millionen Dollar (San Francisco State University) wert sein kann. Die jährlichen Ausschüttungen aus dem in Immobilien oder Aktien angelegten Geld kommen der Hochschule zugute. Die Finanzverwalter dieser Vermögen werden erfolgsabhängig bezahlt und kassieren oftmals selbst Millionengehälter. Spi
- Datum 03.08.2007 - 13:15 Uhr
- Quelle (c) DIE ZEIT 29.12.2005 Nr.1
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