Pendelverkehr Wir PendlerSeite 2/2
Und wie ein Marathon erfordert auch das Pendeln ein Höchstmaß an Logistik. Bettina Soemer zum Beispiel hat ihre täglichen Aktivitäten entlang der Buslinie konzentriert, die sie jeden Tag zum Bahnhof Zoo nimmt: Supermarkt, Fitness-Studio, Shopping. Alles entlang der Linie M46. Anne-Katrin Escher hat mit ihrem Freund die Abmachung, dass das Essen schon auf dem Tisch steht, wenn sie abends nach Hause kommt. Und ich verabrede mich zum Essengehen um 20.25 Uhr am S-Bahnhof Savignyplatz, 12 Minuten nachdem der Abend-ICE am Berliner Bahnhof Zoo ankommt. Das schaffe ich. Dann ist ein weiterer 13-Stunden-Pendeltag vorbei. »So schlimm ist das auch nicht«, sagt Anne-Katrin Escher. »Andere arbeiten auch so 13 Stunden.« Es geht also doch?
Neulich schaute ich aus dem Zugfenster, sah wie jeden Abend irgendwo zwischen Ludwigslust und Wittenberge das mir bekannte Windrad mit dem grün angemalten Pfeiler und dachte: Wir hätten schon vor drei Minuten hier sein müssen. Ohne auf die Uhr zu schauen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Ich fahre diese Strecke zu oft.
- Datum 29.12.2005 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 29.12.2005 Nr.1
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Die Strecke ist anders, die Erfahrungen sind gleich, die Hoffnungen sind ähnlich, die Bewältigungsstrategie ist etwas anders:
http://derwoblog.blogspot...
Da ich in der Naehe von Tunbridge Wells im sued-ost England wohne, amuesiere ich mich hier zu merken, dass die Deutschen gerade das Pendeln lernen. Im den Grafschaften suedlich von London befindet man sich im Londoner ,Commuter Belt' (,Pendler Gurtel'). Haeufig bei uns wird bemerkt, dass Pendler aus diesen Grafschaften schon 30 Jahren mit demselben Zug gependelt haben, und niemals einander angesprochen haben! Das ist vielleicht ein unfaires Stereotyp - aber man fragt sich, angeben, dass vor kurzer Zeit, wir noch alten Zuegen hatten, die in der ersten Klasse Abteilungen hatte, damit zwoelf (bestimmt) reiche Arbeiter des Londoner Finanzbezirks sich hinter ihren Ausgaben von ,the Times' oder ,The Telegraph' ganz ruhig und privat verstecken konnten! Die Deutschen koennen sich freuen, dass ein Inter City (sogar Express) innerhalb 90 Minuten die Strecke Hamburg-Berlin schafft, im Gegensatz zu den englischen Zugen, da ein englischer Zug (und zwar bestimmt kein Express) 90 Minuten fuer eine regionale Fahrt nach London aus den Heimgrafschaften!
Allerdings soll die neue Generation deutscher Pendler sich nicht schockieren lassen, dass alles so undfreundlich scheint... Der englische Erfahrung nach, ist das ein ganz normalen menschlichen Annahme des Phaenonems des Pendelns. Ich wuensche all denjenigen, die sich frueh Montag morgen, nach der Sylvesterfeier, auf einem Berliner Bahnsteig finden, alles gutes zum neuen Jahr!
"Neulich schaute ich aus dem Zugfenster, sah wie jeden Abend irgendwo zwischen Ludwigslust und Wittenberge das mir bekannte Windrad mit dem grün angemalten Pfeiler und dachte: Wir hätten schon vor drei Minuten hier sein müssen. Ohne auf die Uhr zu schauen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Ich fahre diese Strecke zu oft."
*LOL* Ja, genau! So ging es mir als Wochenpendler auf der ICE-Strecke nach Dresden, als ich irgendwann anfing, den Fruchthof Meißen (Großmarkt direkt an der Bahnlinie, 18 Minuten vor Bhf. Dresden-Neustadt :-) ) als Maßstab zu nehmen, ob ich pünktlich sein würde.
... ist auch HH Bergedorf - von da sind es noch 8,5 bis 9 Minuten bis HH Hbf, wenn das Gleis dort nicht grad belegt ist.
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