bundespräsident Mission ohne ZwischentöneSeite 4/4
Fast alle Präsidenten wollten »politisch« sein. Das ist und bleibt ein Balanceakt, der Autonomie und Autorität, aber auch einen Sinn für Grenzen verlangt. Ist Horst Köhler in dem Sinne ein politischer Präsident? Ein Beitrag dazu wäre ja heute, wenn er die Welt so kompliziert und komplex aufscheinen ließe, wie sie tatsächlich ist. Seine VW-Philosophie – »er läuft und läuft und läuft« – lässt sich nicht schlicht ins Heute übertragen. Wenn er von Afrika spricht, gelingt ihm ja einiges. Aber von dieser Welterfahrung bringt er seltsam wenig ins Haus.
Richtig, die Republik kommt auch ohne »große« Präsidenten gut mit sich zurecht. Wahr ist aber auch, dass wirkliche Präsidenten starke Regierungen noch stärker machen. Helmut Kohl hat Richard von Weizsäcker nie so zu sehen vermocht. Gerhard Schröder hätte es Johannes Rau nicht verübelt, wenn der sich eine größere politische Rolle zugetraut hätte – über die ganz prinzipiellen und ethischen Fragen hinaus.
Inzwischen versendet sich viel von dem, was Köhler so sagt. Er ist kein Nuancist, kein Differenzierer, Zwischentöne gibt es nicht. Offenbar fehlt ihm jemand, der ihm in den Arm fällt, wenn er Unzureichendes, Banales und Hypertrophes wieder mal mixt. Schon mit dem »Interregnum« hatte er wohl etwas gründlich missverstanden, in dem er für Wahrheit und klare Verhältnisse sorgen wollte. Jetzt aber, mit der Großen Koalition, ist die Zeit solchen Denkens – konsequent »modernisieren« mit eindeutigen Mehrheiten – definitiv zu Ende. Bloß, versteht er das? Immer noch spricht der Über-Kanzler mit den Einfach-Maximen aus ihm.
Horst Köhler werde in einem gewissen Sinne »nie Präsident«, prophezeit – einer seiner Vorgänger. Man weiß nicht, ob er den Gedanken an sich heranlässt, dass das Amt größer ist, als es scheint – und sehr leer. Extrem kommt es darauf an, wer es ausfüllt und wie. Da ist es wieder, das Fragezeichen. Ob Köhler es noch lernt?
- Datum 05.01.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 05.01.2006 Nr.2
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Zugegeben-Der Mann gibt ungebetene Ratschläge!
Zugegeben-Dem Mann fehlt die präsidiale, man könnte auch sagen pastorale,Attitüde!
Allerdings sollte man auch fragen dürfen, wer Herrn Köhler in diese Rolle geradezu hineingeschrieben hat.
Es war doch schließlich fast die ganze Journaille, die im Amt des Bundespräsidenten plötzlich eine Art Überregierung sehen wollte.
Man wollte doch ausdrücklich einen Bundespräsidenten, der ungebetene Ratschläge gibt, und der auch manchmal öffentlich über unorthodoxe Vorschläge nachdenkt.
Sobald Herr Köhler aber dieser Rolle, die dem Amt des Bundespräsidenten nie zugedacht war, nachkommt, hagelt es Kritik.
Es keimt der Verdacht, daß Kritik an der neuen Regierungskonstellation grundsätzlich neuerdings unter Verdacht steht.
Plötzlich gelten ökonomische Tatsachen, die über Jahrzehnte
schöngeredet wurden, schon wieder als Krisensuada.
Es riecht wieder nach Helmut Kohl und dessen Aussitzphilosophie.
Zugegeben-Das Amt des Bundespräsidenten taugt im Grunde nur fürs Feuilleton, aber der Versuch aus dieser Rolle auszubrechen ist nicht strafbar.
Zugegeben- Der Mann gibt ungebetene Ratschläge!
Zugegeben- Dem Mann fehlt die präsidiale, man könnte auch sagen, die pastorale Attidüde!
Zugegeben- Der Mann geriert sich als eine Art Überregierung!
Allerdings sollte man schon noch fragen dürfen, wer denn Herrn Köhler in diese vom Grundgesetz nicht vorgesehene Rolle erst überhaupt hineingeschrieben hat.
Es war doch fast die gesamte Journaille,die einen politisch drängenden , ja sogar unbequemen Bundespräsidenten geradezu
herbeigebetet hat.
Kommt nun Herr Köhler dieser Rolle einmal nach, hagelt es von allen Seiten Kritik.
Da keimt schon der Verdacht, daß eine kritische Grundhaltung gegenüber der neuen Regierungskonstellation vielen Medienmenschen bereits als eine Art Majestätsbeleidigung vorkommt.
Wenn das Aussprechen ökonmischer Tasachen, die jahrzehntelang schöngeredet oder totgeschwiegen wurden, schon wieder als Krisensuada bezeichnet wird, dann beginnt es wieder nach Helmut Kohl und seiner Aussitzphilosophie zu riechen.
Zugegeben- Das Amt des Bundespräsidenten taugt eigentlich nur fürs Feuilleton, aber der versuchte Ausbruch aus dieser Rolle und das damit verbundene Nachdenken über unorthodoxe Möglichkeiten ist nicht strafbar.
Zugegeben- Der Mann gibt ungebetene Ratschläge!
Zugegeben- Dem Mann fehlt die präsidiale, man könnte auch sagen die pastorale Attitüde!
Zugegeben- Der Mann geriert sich als eine Art Überregierung!
Alllerdins sollte man noch fragen dürfen, wer denn Herrn Köhler in diese, vom Grundgesetz nicht vorgesehene Rolle erst hineingeschroeben hat.
Es war doch fast die gesamte Journaille, die einen solchen politisch drängenden, ja sogar unbequemen Bundespräsidenten geradezu herbeigebetet hat.
Kommt Herr Köhler dann einmal dieser Rolle nach, so hagelt es von allen Seiten Kritik.
So keimt langsam der Verdacht, daß schon eine gegenüber der neuen Regierungskonstellation skepische Grundeinstellung manchen Medienmenschen wie eine Art Majestätsbeleidigung vorkommt.
Wenn alleine das Aussprechen ökonomischer Tatsachen, die seit Jahrzehnten schöngeredet oder totgeschwiegen wurden, bereits wieder als bloße Krisensuada bezeichnet wird, so beginnt es wieder nach Helmut Kohl und seiner Aussitzphilosophie zu riechen.
Zugegeben- Das Amt des Bundespräsidenten taugt im Grunde nur fürs Feuilleton, aber der Versuch des Ausbruchs aus dieser Rolle, und das damit verbundene Nachdenken über unorthodoxe Möglichkeiten ist nicht strafbar.
Wer Köhler kennt, der weiß, daß Köhler nicht mehr lernen wird Präsident zu sein. Der Zug ist schon lange in die falsche Richtung abgefahren. Dazu bräuchte er andere Persönlichkeiten bzw. andere Kaliber, als sie ihm von der CDU als Aufpasser zugewiesen wurden, in seiner Arbeitumgebung im Schloß Bellevue .
Köhler ist für Deutschland eine Tragödie. Gerade jetzt bräuchten wir einen richtigen Präsidenten. Einen der nicht meint alles besser zu wissen. Horsti, das Volk ist ganz bestimmt nicht blöd - noch nicht.
Heini Lübke läßt grüßen! Theodor Heuß rotiert im Grab, wegen dieses 'dummen Lehrlings' im höchsten Staatsamt. Wolfgang Schäble lacht sich ins Fäustchen!
War Horsti nicht ein Vorschlag von unserer Angie?
... dass volkswirtschaftstheoretische Kompetenz noch keinen Präsidenten macht. Und ich hoffe wirklich, dass mit dem Image von Horst Köhler auch das der so genannten Wirtschatfselite, vor der jedermann und -frau modern seibernd auf Knien rutscht, endlich zu bröckeln beginnt. Wenn ich z.B. Deutschland sein soll, wie man es mir einzureden versucht, wer soll dann Horst Köhler sein?
Vorspiel und Ergebnis zeigen mir wie unwichtig das Amt des Bundespräsidenten letztlich ist.
Der Bundespraesident sollte sehr wohl Einfluss auf die Politik im Lande haben,oder will man nur einen Fruehstuecks-Direktor?
Koehler hat auch die Pisa Berichte gelesen und hat seine Rede fuer sein Publikum verdummt damit sie ihm auch folgen koennen.Aber offenbar ist seine Idee hinter seinem Text bei den Leuten nicht angekommen,denn die geforderte Ehrlichkeit koennte dem Einen oder Anderen zur Anstrengung verdammen.
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