Paläontologie Der letzte BruderSeite 3/3
Virtuelle Rekonstruktionen des Schädelwachstums zeigen bereits bei Kleinkindern gravierende Unterschiede zwischen Mensch und Neandertaler. Erst recht entzogen Genanalysen den Mutmaßungen über gemischtrassigen Sex weithin den Boden. Inzwischen liegen Gensequenzen von einem knappen Dutzend Neandertaler-Fossilien vor. Ihre Botschaft ist ziemlich eindeutig. Zumindest im Erbgut der Mitochondrien, der Energielieferanten in den Zellen, unterscheiden sich Mensch und Neandertaler so beträchtlich, dass sie wohl verschiedenen Arten zuzurechnen sind. Angesichts der bislang bekannten Gendaten, rechneten die Schweizer Populationsgenetiker Matthias Currat und Laurent Excoffier kürzlich vor, habe es selbst in 12000 Jahren Koexistenz maximal 120 Mischlinge von Mensch und Neandertalern geben können – gleichbedeutend mit »praktisch vollständiger Sterilität zwischen Neandertal-Frauen und Homo-sapiens -Männern«. Das bedeutet nicht, dass sexuelle Abenteuer zwischen Mensch und Ureuropäern nie vorkamen. Nur – sie blieben folgenlos.
So dürften Aufstieg und Fall der Neandertaler noch lange Zeit ein Mysterium bleiben. Praktisch alle Vorstellungen zum Leben, Wesen und Aussterben der Neandertaler seien nur mehr oder minder gut begründete Spekulation, sagt der US-Forscher Trinkaus. Denn letztlich, so sein nüchternes Urteil, seien nur zwei Fakten gewiss: Vor 35000 Jahren lebten die Neandertaler noch. Und: »Sie sind alle tot.«
Am 6. August ehrt Deutschland ihr Andenken mit einer Sonderbriefmarke.
- Datum 04.06.2008 - 14:03 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 12.01.2006 Nr.3
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An die Redaktion: Folgende möchte ich in den gedrückten Leserbriefspalten sehen. Wenn Fehler im Deutsch, bitte erst korrigieren.
Zwar wurde der erste als sowas zu sein gleich definiertet Neandertaler in 1856 gefunden, aber der erste Schädel von einem wurde schon 1848 in Spanien freigelegt. Dieses stimmt mit einer Theorie, die früher im wesentlichen auf der Alter der verschiedenen Knochenfunde gebaut hat, inhaltlich dass die ersten von diesen Brüdern von Homo sapiens erstmals zu Europa bei Gibraltar übergekommen sind. Darüber kan man in The Guardian vom 16. Januar lesen.
Tor Larsen
Tromsø, Norwegen
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