Kunst »Ich habe meinen Himmel«Seite 7/7

Rauschenberg: Was denken Sie denn? Natürlich. In fast jedem Zimmer steht ein Fernseher und läuft 24 Stunden am Tag.

ZEIT: Wie furchtbar. Warum das denn?

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Rauschenberg: Ich brauche sie einfach. Wenn sie alle ausfielen, dann wäre das ungefähr so wie der Tod. Ich wäre abgeschnitten von allem. Dann bliebe mir nur noch die Kunst.

ZEIT: Haben Sie Angst vor dem Tod?

Rauschenberg: Meine große Angst ist, etwas zu verpassen. Ich will einfach nicht gehen. Außerdem sind meine Füße wirklich zu hässlich, um diese goldenen Engels-Puschen zu tragen.

Das Gespräch führte Hanno Rauterberg

Der Alleskünstler
Bildhauer und Maler, Fotograf und Bühnenbildner, Kostümdesigner und Choreograf – kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat so viele Gattungs- und Stilgrenzen übersprungen wie Robert Rauschenberg. 1925 in Port Arthur, einem Kaff in Texas, geboren, begann er schon früh zu zeichnen und zu sammeln. Doch erst im New York der fünfziger Jahre hatte er mit seinem ungewöhnlichen Zugang zur Kunst ersten Erfolg: Oft durchstöberte er Mülltonnen, griff sich Cola-Flaschen, Glühbirnen oder Illustriertenbilder und machte daraus seine wilden Alltagscollagen. Seither gilt er vielen als Urvater der Pop-Art, andere sehen in ihm sogar den »Pablo Picasso der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts«. In fast allen großen Museen der Welt sind Rauschenbergs Bilder zu sehen. Derzeit werden frühe Werke, die Combines, in einer fulminanten Ausstellung des Metropolitan Museum of Art in New York gezeigt (bis zum 2. April). Seine jüngste Ausstellung in Deutschland präsentierte kürzlich die Galerie Terminus in München.

 
Leser-Kommentare
    • Colon
    • 14.01.2006 um 4:05 Uhr

    Sehr geehrter Herr Rauterberg,
    wer ein Gespräch führt, bekommt oftmals das bessere Interview.
    Danke.

    • Wray
    • 12.01.2006 um 22:49 Uhr

    Was für eine Ehre von Robert ein Interview zu bekommen. Und dann noch ein so gefühlvolles Interview. Robert we love you.
    Gruß
    Uwe

  1. Selbst heiße ich auch Rauschenberg. Und ich glaube langsam, dass der Name Rauschenberg eng verbunden ist mit Müll oder Abfall-Produkten.
    Weiß der Himmel wieso. Entweder hat man es mit menschlichen Abfallprodukten zu tun oder mit Kunstobjekten. So viel nur dazu.
     Und, ich finde, zu Ihrem Bericht, man sollte einen alten Mann in Frieden (sterben) lassen.

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