Arbeitsmarkt Immer mehr ist immer weniger
Alle träumen vom »Wachstum«. Doch eine enthemmte Wirtschaft allein schafft keine Arbeitsplätze
Das neue Jahr beginnt alles andere als suboptimal. Die Stimmung stimmt. Was eben noch Horror war, ist nun hoffnungsvolle Zukunft. Die Arbeitslosigkeit »steigt langsamer«, die Wachstumgsprognosen »verfestigen sich auf ermutigende 1,5 Prozent«. Offenbar hat die Bundeskanzlerin mit ihrer Neujahrsansprache den richtigen Ton getroffen. Ihr Doppelklick auf die Bundesregierung selbst, diese sei »an die Arbeit gegangen« und habe »sich an die Arbeit gemacht«, demonstriert dass wenigstens das Kabinett Arbeit gefunden hat. Dass es sich sogar um mittelfristig sichere Arbeitsplätze handelt, verdeutlicht das »fest im Blick« fixierte Ziel, »unser Land in zehn Jahren wieder an die Spitze Europas zu führen«.
Denn trotz der wohltuenden Aussicht auf die Fußballweltmeisterschaft schon in diesem Jahr, an der »wir mit der ganzen Welt ein Fest feiern können«, das sich aus der Sicht der Awacs-Aufklärer gewiss putzig ausnimmt, weiß die Kanzlerin: »Wenn wir … das Problem Nummer eins, die erschreckend hohe Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir noch mehr als bisher tun.« Und auch hier ist guter Rat nicht teuer: »Wir sollten uns an eine einfache Weisheit erinnern, sie lautet: Arbeit braucht Wachstum und Wachstum braucht Freiheit.« Ein Satz wie aus Brechts Buch der Wendungen, in dem der Dichter sozioökonomische Klassiker des Sozialismus in fernöstliches Weisheitsgewand hüllte. Dialektisch geschult, hüllt die Kanzlerin ihrerseits kapitalistische Tradition ins sozialistische Gewand. Doch trägt oder trügt die Hoffnung, durch Wachstum Arbeit zu sichern, das heißt durch entgrenzten »Kapitalismus« sozialistische Versprechen einzulösen?
Die unsichtbare Hand: Wie aus Eigeninteresse Gemeinwohl werden soll
Die Vorstellung, dass wirtschaftliche Güter beliebig vermehrbar sind, war der älteren Ökonomie völlig fremd. »Indem ich reich bin, mache ich andere, die ich vielleicht gar nicht kenne, arm«, notiert der erfolgreiche Florentiner Kaufmann Giovanni Rucellai in seinen Ricordanze um 1450. Für ihn steht fest: der materielle Vorrat der »Welt« ist im Prinzip begrenzt. An sich müsste daher alles allen gehören. Sparsamkeit, Kontrolle waren somit höchstes Gebot jedweder Wirtschaftsführung dieser auf dem aristotelisch-ptolemäischen Weltbild basierenden Ökonomie.
Die »kopernikanische Wende« veränderte auch den Wirtschaftshabitus. Der Blick auf die »Unendlichkeit der Welten«, wie Giordano Bruno formulierte, sowie auf die »unendliche Gnade Gottes«, wie zuvor schon Luther ahnte, befeuern Fantasien über die Unbegrenztheit der Güter. Kolonialismus, Exotismus, Schatzträume und am Ende harte Arbeit und diversifiziertes Kapital besorgen die Illusion grenzenloser Vermehrbarkeit materieller Werte.
Doch das alles ist noch kein »Wachstum«. Es fehlt die systematische Verstetigung. Diese liefert erst Adam Smith auf der Basis einer neuen Anthropologie. Wie Albert Hirschmann glänzend nachgewiesen hat, verwandelt die »unsichtbare Hand« in Smiths Konzept erst dann Eigeninteresse des Einzelnen in Gemeinwohl, wenn dieses Interesse sich moralisch befreit hat von den ungezügelten Leidenschaften des materialistischen Egoismus. Der Quell allen Wachstums sprudelt damit in der unerschöpflichen Tiefe des Menschen. Wirtschaftliches Wachstum wird von der äußeren Welt abgezogen und in die innere des moralisch durchgearbeiteten Menschen verlegt – begrenzt durch Kultur, Erziehung, Moral, Lebensführung, und damit ökonomisch unendlich.
Die scharfe Trennung zwischen »Leidenschaft« und »Interesse« markiert zugleich die Verwandlung der älteren »moralischen Ökonomie« in eine autonome Ökonomie, die, gegründet auf Kultur, Gewinn in Kapital transformiert und damit eine idealtypisch unendliche Zirkulation von Produktion, Kapital und Produktivität schafft, die den bekannten Namen »Kapitalismus« trägt. Dieses Wirtschaftssystem ist ganz und gar auf Wachstum angelegt. Ohne Wachstum kein Kapitalismus und vice versa.
Allerdings – so der erste umfassend argumentierende Theoretiker des Wachstums, John Stuart Mill, 1848 – folgt dieses Prinzip dem Gesetz der energetischen Sparsamkeit: Es sucht in gleichem Maße gesteigerte Produktion und minimierte Arbeitsleistung. Schon Erhalt der Produktionsquote bei verringerter Arbeitsleistung ist Wachstum. Damit entdeckte Mill das Gesetz der Produktivitätssteigerung im Wirtschaftswachstum. Ziel des Wachstums ist es also nicht, Arbeitsplätze zu schaffen! Keine Rede davon auch im Standardwerk der neoklassischen Wachstumstheorie, in W. Arthur Lewis’ Theory of Economic Growth. Auch der individuelle Wohlstand ist nicht Ziel des Wachstums: »Es ist durchaus denkbar, dass die Produktion wächst und dennoch die Masse der Bevölkerung ärmer wird«, vermerkt Lewis lakonisch. Und noch ein bemerkenswerter Satz aus seiner Feder: »Wachstum kann die Wirkung haben, stabile soziale Beziehungen zu zerstören, die ökonomische Gier anzureizen und zu sozialen Konflikten, Rassen- und religiösen Unruhen zu führen«.
Wozu denn überhaupt Wachstum? Allein um höhere Gewinne zu erzielen und damit die Wahlmöglichkeiten für wirtschaftliche und soziale Entscheidungen zu erhöhen, antwortet Lewis. Zwischen Wachstum und neuen Arbeitsplätzen steht somit eine sozio-ökonomische Entscheidung. Diese könnte auch lauten: organisatorische und technologische Modernisierung, Anlage auf dem Finanzmarkt, Rücklage, Gewinnentnahme et cetera. Unbegrenztes Wachstum müsste aber am Ende auch die Entscheidung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze wachsend wahrscheinlich machen.
Unbegrenztes Wachstum hat jedoch inzwischen einige bedeutsame Einreden erfahren. Die erste stammt bekanntlich von Karl Marx. Er weist auf den Widerspruch zwischen den »Interessen« von Kapital und Arbeit hin. Sehr gut hat Marx seinen Smith verstanden. Doch er teilt nicht dessen aufklärerische rational choice- Einschätzung des »Interesses« und des ihm nach Smith innewohnenden Vermögens, dem »Gefangenendilemma« – also dem Widerspruch konkurrierender Interessen – zu entkommen. Daher rührt auch die zynische Rhetorik der Marxschen Einrede, die nicht müde wird, den halunkenhaften Charakter des »Kapitalisten« zu unterstreichen. Zurück zur Leidenschaft, will diese Rhetorik sagen.
Das ist zwar richtig und wichtig, aber – wie Marx selbst weiß – nicht wesentlich. Der Widerspruch vielmehr ist objektiv, bezieht sich auf die systematische Steigerung der Produktivität und die dynamische Verringerung der Produktionskosten. Die Heuschrecke macht eben noch keine Krise. Diese entsteht vielmehr – so Marx – durch die Tendenz des kapitalistischen Wachstums, Arbeit abzuschaffen und damit den »Arbeiter« zu enteignen – ihn arbeitslos zu machen. Sparen wir uns den posthistorischen oder auch revolutionären Marx, der daraus dann die Vision einer von Arbeitsmühen befreiten Gesellschaft gewinnt. Sparen wir uns auch die Einrede der Meadows-Studie über die Grenzen des Wachstums, die, von einem postkopernikanischen Weltbild ausgehend, die Begrenztheit energetischer Ressourcen, der holistisch betrachteten »Natur« überhaupt betont. Tatsächlich redet die Studie an der anthropologischen Wende der Ökonomie nach Smith vorbei. Ganz folgerichtig hat die Antwort auf »Meadows« mit der Ökonomie der »Nachhaltigkeit« die Ressourcenfrage in neue Wachstumsdynamik umgemünzt und ebenso folgerichtig mit einer neosmithschen Moral individueller Askese und Selbstkontrolle verbunden.
Sind die Vereinigten Staaten auch ein Vorbild für Deutschland?
Die von Marx beobachtete Tendenz zur Abschaffung der Arbeit als systemischer Widerspruch des Wachstums hat hingegen neues Interesse gefunden. Die Neuentdeckung der Produktivkraft »Wissen« und eine Reihe besorgter sozioökonomischer Analysen über die Folgen der »dritten industriellen Revolution« im Kontext der »Globalisierung« wie etwa Jeremy Rifkins Studie Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft zeichnen das eher düstere Bild eines epidemischen Wegbrechens klassischer produktiver Arbeitsfelder auch ganz unabhängig von der ohnehin (nur selten zutreffenden) globalen Arbeitskonkurrenz.
Verschärft werden entsprechende Analysen durch neue Dynamiken des Finanzkapitals. Hier drohen nicht nur Franz Münteferings »Heuschrecken«, sondern neue Gewinnmargen, die durch die Verschiebung vom traditionellen Bilanzgewinn zum Cash-Flow Investitionen jeder Art – auch in »Arbeit« – unter den Vorbehalt möglicher Ausschüttung an die Anteilseigner stellen. Damit sind die Nester der Heuschrecken förmlich Teil der Produktion geworden.
Weniger Heuschrecke als Maulwurf sieht Max Webers Bürokratiediagnose, die neben »Wirtschaft als Schicksal« der Moderne ihr »Ausgeliefertsein« an Anonymisierung und wuchernde Verwaltung setzt. Damit ahnte er Verantwortung ohne Verantwortungsethos, Entscheidungsstrukturen ohne persönliches Risiko, fingierte Erfolge als Spekulationshausse und Wachstum als Börsenblase durchaus voraus.
Dass bereits unter seinen Augen eine neue ökonomische Klasse entstand, entging ihm jedoch: die Manager. Ihr Aufstieg beschleunigte den Prozess der Deprofilierung und Anonymisierung oder besser: Er wurde zum Symptom dieses Prozesses, der inzwischen längst nicht nur die »Großbetriebe«, sondern auch die mittelständische Wirtschaft erfasst hat. Der Lebensstil dieser neuen Klasse wurde bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert von Edward G. Robinson in seriellen Hollywood-Produktionen als Mafia-Stil persifliert: blonde überschlanke Frauen, riesige schwarze Limousinen – heute am besten im Ranger-Look–, Verachtung literarischer Kultur, dafür ostentative Sportbesessenheit und ebenso lautstarke wie unerschöpfliche Konsumbereitschaft markieren den sozialen Charme dieser Gruppe. Dazu gehört die ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstbedienung.
Doch es geht nicht um persönliche Schwächen – mögen sie wie in einigen jüngsten Fällen auch abstoßend sein. Es geht darum, dass diese Zwischenklasse einen Strukturwandel markiert: die zunehmende Virtualisierung der Ökonomie. Die soeben noch sicheren Maßstäbe über wertschaffende Prozesse und Bilanzgrößen verflüchtigen sich. Übernahmen drohen von allen Seiten, selbst von solchen, die man eben noch selbst übernehmen wollte. Wer in solcher Lage in riskante Arbeitsplätze investiert, könnte schon morgen tot sein. Nur Abbau von Arbeitsplätzen garantiert das Überleben – zumindest bei Börse, Kapitalmarkt und Weltbank.
Damit sind wir im Zentrum der Aporie: Ohne Wachstum keine Ökonomie, die diesen Namen verdient – also keine »kapitalistische« –, außerhalb dieser Ökonomie keine Arbeit, gegen die sich die Wachstumsdynamik »vernichtend« wendet.
Auf diese verhängnisvolle Aporie reagiert die Gesellschaft mit dem Appell an alte Werte. Zurück zu Adam Smith, zur Erneuerung von unternehmerischem Risiko, persönlichem Einsatz und persönlicher Charakterbildung. Zurück zum Ausgangspunkt, zum kulturell geläuterten Interesse des Homo oeconomicus. Und für alle gilt: Zurück zu den vermeintlich verloren gegangenen Tugenden Disziplin, Fleiß, Selbstverantwortung. »Sekundärtugenden«, hatte Oskar Lafontaine einst gespottet und damit nicht nur seinen Parteiaustritt gleichsam »historisch« vorbereitet, sondern auch den Finger in die Wunde gelegt: Die Primärtugend des Arbeitnehmers ist der Lohnverzicht. Seine Selbstverantwortung gipfelt in der Übernahme der Sozialkosten. Dann gibt es auch Arbeit. Denn dass Wachstum nicht nur Arbeit vernichtet, sondern auch Arbeit schafft, steht ja außer Zweifel.
Nur – welche Art von Arbeit? Die zentralen Wachstumsfaktoren – Wissenschaft und Organisation – splitten nämlich das Arbeitsangebot: Es wachsen sowohl hoch qualifizierte wie hoch spezialisierte Bereiche, es wächst aber auch der informelle Sektor – Schwarzarbeit und Reproduktion. Und dies geschieht keineswegs allein deswegen, weil diese Arbeiten vermeintlich zu teuer sind, also sich der globalen Billigkonkurrenz erwehren müssen, sondern auch weil eine ganze Reihe von Tätigkeiten nur noch als »Schattenarbeiten« ausgeführt werden können. Warum? Da sie zu den bestehenden formalisierten Konditionen keinen »Markt« finden. Dann hilft auch kein Appell an den »Kapitalisten«, er möge seiner sozialen Pflicht genügen und Arbeit schaffen. So möchte man uns nun auf das Vorbild USA einschwören, das Wachstum und »sichtbare«, besteuerte und sozialversicherte, Arbeit vermeintlich am gelungensten verbindet.
Was sind die Kosten dieses Modells? Keine Frage – hohe Defizite der sozialen Infrastruktur: unzureichende Krankenversicherung für ein Viertel der Bevölkerung, die höchste Kindersterblichkeit der Industrieländer, die höchste Analphabetenrate der Industrieländer, die höchste Schulabbrecherquote der Industrieländer, die höchste Obdachlosenquote in städtischen Ballungsgebieten der Industrieländer. Dies alles vor dem Hintergrund einer gigantischen Staatsverschuldung, die Sozialinterventionen – auch wenn man sie wollte – faktisch verhindert. Ist das ein taugliches Vorbild?
Doch auch die deutsche Staatsverschuldung ist zu hoch. Richtig, doch der deutsche Staat ist im Gegensatz zu den USA bei den eigenen Bürgern verschuldet: die Privatisierung hat gleichsam bereits stattgefunden. Hauptaufgabe müsste es also sein, die »parasitäre Arbeit«, die vom Wachstum geschaffen wurde, in die Gesellschaft zurückzuführen und den bestehenden gesellschaftlichen – nicht staatlichen – Reichtum dafür zu nutzen.
Dieser Weg ist längst von den Sozialwissenschaften vorgedacht. Es bedarf allerdings großen politischen Mutes, ihn zu verwirklichen. Der Umbau der Kooperation zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Staat zugunsten eines gesellschaftlichen Entscheides, dass Wachstum auch Arbeit schaffe, kann sich nicht mit Appellen an die Wirtschaft begnügen. Er muss die Konditionen ändern. Die Ecksteine eines solchen Umbaus lauten daher: Steuerentlastung von Arbeit und Investitionen in Arbeit, substanzielle Besteuerung aller wertschöpfenden Prozesse – sowohl des Konsums bei Wahrung sozialstaatlicher Grundsätze wie des »vagierenden« Kapitals –, Öffnung der Grenzen für Waren und Arbeit erst im Gleichschritt steuerlicher Globalerfassung des »flüchtigen« Kapitals, Stärkung der Staatsinterventionen zugunsten Arbeit schaffender Maßnahmen.
So hat die Bundeskanzlerin durchaus Recht, wenn sie fordert: Freiheit für Wachstum. Doch um Wachstum auf Arbeit und Staatseinnahmen zu lenken, braucht es Regulierung. Diese Balance ist die Kunst der Politik; sie hat vor allem die Freiheit der Schwachen zu sichern. Entgrenzte Wirtschaft als Surrogat von Politik überließe dieser allenfalls noch die Aufgabe, der Gesellschaft statt Arbeit mit dem Schlachtruf »Du bist Deutschland« das Nationaltrikot überzustreifen und die Nationalmannschaft imaginär zu vergrößern. Wie raunte die Kanzlerin? »Überraschen wir uns damit, was möglich ist.«
- Datum 12.01.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 12.01.2006 Nr.3
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In der Zeit 3/2006 war ein aufschlussreicher Artikel was den deutschen Angstsparer betrifft, hier ein Auszug:
"Wir Deutsche neigen in einem solchen Fall, hier brauchen wir gar nichts zu vermuten, zum Sparen. Tatsächlich liegen wir derzeit mit einer Sparquote von 10,5 Prozent des Nettoeinkommens im europäischen Ländervergleich weit vorne. Dies, obwohl Deutschland nach wie vor eines der reichsten Länder ist und den dritthöchsten Sozialstandard der Welt genießt. Allein bis zum Jahre 2010 werden circa 1000 Milliarden Euro vererbt; bis Ende 2004 hatten die privaten Haushalte, höchst ungleich verteilt, das ungeheure Bruttovermögen von 10000 Milliarden Euro angesammelt."
Angela hat in der Zeiten der Opposition alles dran getan den Leuten Angst einzujagen, wobei ältere Deutsche dies nicht brauchten weil ganz einfach die Vor und Nachkriegszeit im kollektiven Bewusstsein erhalten blieben.
Es gibt zwei Wirtschaften, die Weltmeister-Aussenwirtschaft die frei im konkurrierenden Markt nur auf Gewinn zum Überleben und zur Befriedigung der Investoren ausgerichtete ist, diesen Wirtschaftszweig kann keine Arbeitsplätze schaffen, das muss mal klar sein.
Dann gibt es den Innenwirtschaftszweig, das ist dann der das kleine Überflüssige produziert, das kleine liebe Geschenk, den Restaurant Ausgang, usw. Der kann Arbeitsplätze produzieren, da aber müsste Jeder mithelfen Geld zu inverstieren. Dagegen steht eine alternde Bevölkerung hauptsächlich von alten Frauen die nichts mehr brauchen und deren einzigen Libido es ist Geld zu horten und Zinsen zu kassieren.
Es ist nun mal so dass alte Frauen begnügsamer sind als Männer und nichts mehr kaufen weil Sie durch das älter werden körperlich immer schwächer werden und keinen Mann mehr an der Seite habend sich nur noch eine Rüstung aus Goldschmieden können.
Was Angela in Oppositionszeiten machte war an sich ein Verrat an der Arbeitskräfteschaffenden Wirtschaft, dieser Verrat wird durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer nur noch zunehmen sowie die Schwarzarbeit die ja auch die sozialen Syteme ruiniert.
Es kann aber durchaus über diese MWSt ein gelenkt werden wie hier in Frankreich wo der Satz für durch Handwerkerbetriebe durchgeführte Arbeiten bei 5.5% liegt, was natürlich die Schwarzarbeit uninterressanter macht. Chirac forderte dies auch für Restaurantbetriebe, Angela wiedersezte sich. Angela? Will die überhaupt dass die Leute reicher werden. In ihrer Rethorik als Pastorentochter denkt sie sowieso es wäre gut wenn kleine Leute zur Kirche gingen und auf Gott hofften.
Reichtum kann der Staat fördern, aber er muss es wollen. Kirchen und Gewerkschaften haben etwas gemeinsam, was es den Leuten schlechter geht, was diese eher Mitglied werden. Denn geht es den Leuten gut, treten sie aus beiden Organisationen aus. Was ist jetzt die Basis der SPD und der CDU/CSU ?
Immer wieder fällt mir auf, wie logisch und zugänglich die Zeitartikel (insbesondere diese, welche sich mit Wirtschaftspolitik befassen) sind. Warum in Gottes Namen ist das fuer Politiker nicht auch zugänglich und logisch? Auch fuer Politiker muesste der Ruf "mehr Freiheit wagen" gelten. Denn nur wenn der Politiker nicht schon wieder auf die nächste Wahl schielt oder einen Haufen Lobbyisten im Genick hat, kann die richtige Erneuerung Deutschlands vorangetrieben werden. Dazu bedarf es Mut beim Volk und den Regierenden.
Danke für diesen Diskurs. Es ist absolut richtig, der Kunde ist König, jedoch nicht als einzelner sondern nur in der Summe, individuelle Freiheit ist ein Trugbild. Damit sollte sich jeder seiner Verantwortung bewusst werden. Als großes Problem bleibt jedoch die mangelnde philosophische Bildung die durch den völlig schwachsinnigen Wettbewerb noch verstärkt wird. Ohne Einsicht, dass das Leben mehr zu bieten hat als Konsum und Überheblichkeiten wird es kein Einlenken geben. Hierzu muss ich immer wieder auf Erich Fromm verweisen, der wie kein anderer, meinen Glauben an "das Gute im Menschen" gefestigt hat.
Der Artikel erklärt die Zusammenhänge ausgezeichnet - jetzt ist der zweite Artikel nötig, der Ansätze aufzeigt, diese Mechanismen auszuhebeln, und das auf einem Niveau, das politisch vermittelbar ist.
Hoffentlich liest unsere werte Frau Kanzlerin den Artikel auch!!! Bitternötig hat sie diese Nachhilfestunde auf jeden Fall!
Ich stimme mit den essentiellen Aussagen des Artikels völlig überein. Als "Manager" in einem Großunternehmen höre ich ständig, dass wir "Kostenführerschaft im Wettbewerb nur durch höhere Effizienz" und den damit verbundenen Arbeitskräfte-Abbau erreichen können. Ich erlebe auch, wie Projekte für neue Produkte oder Verfahren, die Arbeitsplätze schaffen könnten, an den zu hohen Renditeanforderungen der Geschäftseinheit oder des Vorstands scheitern. Wenn sich die Regierung hier zu einer drastischen Steuervergünstigung, nämlich auf Investitionskosten, bereit finden würde, hätte das meines Erachtens einen unmittelbaren Einfluss auf die Beschäftigung und würde dazu noch den deutschen Standort im Wettbewerb mit ausländischen Produktionsstätten innerhalb der gleichen Firma stärken.
Reparaturen können im gleichen Jahr, Investitionen jedoch nur über zehn Jahre hinweg abgeschrieben werden. Warum eigentlich ? Es könnte doch auch umgekehrt sein.
Eine gut laufende Anlage wird keiner durch unterlassene Reparaturen verkommen lassen. Viel wichtiger wäre, das in den "fetten Jahren" auch neue Fabriken gebaut werden und ein Zuwachs an Beschäftigung stattfindet (auch wenn anfängliche 100 Arbeitsplätze der neuen Anlage in den Folgejahren systemimmanent abschmelzen).
Zur Psychologie der Manager:
Wenn die Kassen klingeln, wie in den beiden letzten Jahren, ist auch der Mut zu Investitionen da. Der interne Kampf um die Investitionsmittel macht dann nämlich noch Spass; in den schlechten Jahren bräuchten dieselben Manager ungleich mehr Kraft und Visionen. Und das schlimme an zehn Jahren Abschreibung ist die Vorstellung, dass die Geschäftseinheit in den mageren Jahren für ihre Risikobereitschaft, zu investieren, auch dann noch gestraft wird, wenn alle Chefs bereits gewechselt haben. Kein Vorstand will Projekte, an die nur der Einreicher glaubt, alle Projekte müssen so gestaltet sein, dass die kommenden Chefs selbst bei vollkommener Blindheit damit nur Rendite einfahren können.
Wir befinden uns bereits in der Planwirtschaft, was die Rendite angeht. Anstelle steuerlicher Korrekturen brauchen wir schon Erschütterungen, ein "Steuerbeben". Aber wer auf der gesetzgebenden Seite hätte dazu den Mut ?
Vor 100Jahren brachen in der Landwirtschaft und an den
Heimarbeitsplätzen
durch viele Faktoren die Arbeitsplätze weg.
Die"hauptschuldige" Industialisierung kompensierte den
Wegfall. Die wachsende Industriegesellschaft begruendete
sich auf Schaffung und Weckung von Beduerfnissen und deren
Befriedigung.
Nun neigt sich die Industriegesellschft in den gleichen Prozess der Landwirtschaft. Der Unterschied ist,die Land-
wirtschaft wurde abgelöst,während sich die Industrie-
gesellschaft selber ablöst und uns in ein Vacuum wirft.
Falls evtl.nur noch die Dienstleistung dieses Vacuum fuellen
kann in der Schaffung neuer Beduernisse,dann landen wir
vielleicht doch noch in einer dauernd urlaubenden
Gesellschaft.Doch die Antwort bleibt philsophisch klar.
Dieser Entstehung wird nicht zugelassen!!
Dieses System erklärt periodisch dass es zuviele Leute auf der Welt gibt, normalerweise produziert es dann mit Hilfe von Halbidioten einen Krieg welcher, vermitteln diese Halbidioten irgendeinem Volk als Gewinnbar !
Das wird sicher jetzt kompliziert, denn jetzt dürfte eigentlich nur die Volksfront eingezogen werden und die Rentenkassen wären saniert. Mit in die Volksfront müssten einbezogen werden die alten Frauen, die ja auch so unprodûktiv sind.
Das kapitalistische System stempelt ja seit es keine Grenzen mehr hat als Lebensunwert all diejenigen welche nicht mehr produzieren und nur noch Kosten verursachen.
Diese traurige Ideologie gab es schon mal, es hiess damals noch nicht liberalisierter Markt, nicht kapitalistisches Mehrwertsystem.
Auf jeden Fall ist es ja mal so: das System sagte mir vor 25 Jahren, denk an das Land habe Kinder! Ich bekam dann drei, musste leider jetzt zwei erschiessen weil zuviel.
So könnte es sein, aber ich bin ja Pazifist und denke ganz einfach dass wenn das Volk erst mal die Tageschau vor dem Mauerfall sieht wird es da geschrieben sehen: Wir sind das Volk wir bleiben! Also zusammenhalten und boykottieren, alles was Milliarden an Gewinne macht und Stellen abbaut.
Denn ulkigerweise hat Jeder die Wahl, der Kunde ist König. Der Kunde wählt was und wo produziert wird, wie Umweltbelastet es ist, wie Energieintensiv, und ob es dem Familienvater oder der jungen Mutter zu einer Stelle verholfen hat.
Das ist das feine an diesem System, der Kunde ist König. Nur manchmal scheint mir, er weiss es nicht!
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