Meistens ist sie gut getarnt: Die Veränderliche Krabbenspinne kann ihre Körperfarbe aktiv wechseln. Weiß, Gelb und Grün stehen zur Auswahl. Auf ähnlich gefärbten Blüten ist sie deshalb für Feinde und Opfer kaum sichtbar. Selbst Hornissen und große Schmetterlinge fängt die nur elf Millimeter große Spinne mit ihren langen, kräftigen Vorderbeinen, die sie wie eine Krabbe aussehen lassen. Doch sie hält nicht nur Tiere zum Narren, auch die Wissenschaftler hat sie lange getäuscht. Mehr als zwanzig verschiedene Namen gaben ihr die Experten, bis moderne Analysemethoden zeigten, dass es sich um eine einzige Art handelt. Sie trägt nun den Namen "Misumena vatia" – und wurde am vergangenen Montag zur Spinne des Jahres 2006 gekürt. Sie kommt in ganz Europa vor, im Süden häufiger als im Norden. Den Farbwechsel beherrschen nur die Weibchen; die Männchen sind dunkel und höchstens halb so groß. Bei der Paarung müssen sie um ihr Leben fürchten und nähern sich dem Weibchen deshalb vorsichtig von hinten. Zur Begattung selbst müssen sie jedoch auf die Bauchseite krabbeln – ein lebensgefährliches Unterfangen.