Die Hiobsbotschaft für die Anteilseigner des KanAm US-grundinvest-Fonds, eines offenen Immobilienfonds, kam am Dienstag. Da negative Presseberichte zu einem starken Anteilrückgabeverlangen geführt hätten und deshalb per Mittwoch, den 18. 01. die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität von 5 Prozent unterschritten worden wäre, habe das Managment beschlossen, mit sofortiger Wirkung die Rückgabe der Anteile für drei Monate auszusetzen. Das heißt für die Investoren: In dieser Zeit kommen sie nicht an ihr Geld - insgesamt gut eine halbe Milliarde US-Dollar.

Damit erleben innerhalb von nur vier Wochen Käufer von offenen Immobilienfonds zum zweiten Mal diesen GAU. Als erster offener Immobilienfonds überhaupt hatte Mitte Dezember die DB Real Estate, eine Tochter der Deutschen Bank, ihren offenen Immobilienfonds grundinvest kurzerhand geschlossen. Experten halten es nun nicht für ausgeschlossen, dass auch der zweite KanAm Fonds, der KanAm grundinvest mit einem Volumen von gut 3 Milliarden Euro in die Krise gerät. Der sei ebenfalls sehr stark fremdfinanziert und deshalb anfällig für Mittelrückflüsse, warnt jedenfalls Fonds-Analyst Stephan Loipfinger.