Sie veranstalten eine Party, für die sich Ihre Gäste bewerben müssen. Wieso?

Wir wollen unter den Hochschulabsolventen diejenigen finden, die am besten zu uns passen - und das ist nicht einfach. Es kommt uns sehr auf die so genannten Soft Skills an, wie zum Beispiel den persönlichen Geschmack oder die soziale Kompetenz. Am liebsten würde ich jeden Bewerber zu Hause besuchen, mir seine Wohnzimmermöbel anschauen, seinen Lebenspartner kennen lernen. Diese Dinge sagen meist mehr über einen Menschen aus als eine Bewerbungsmappe. Doch anstatt Hausbesuche zu machen, veranstalten wir die KarriereLounge: Von 1000 Bewerbern haben wir die 150 besten eingeladen. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen: Jura, BWL, Modedesign oder Medienwirtschaft. Bei der KarriereLounge können sie dann zeigen, was sie draufhaben.

Die Party ist also ein Test?

Bei einem formellen Vorstellungsgespräch im Büro versteift doch jeder. Hier haben wir DJs, Drinks und eine Modenschau, das schafft eine ungezwungenere Atmosphäre. So können wir die Bewerber kennen lernen und die können in Gesprächen mit ihren möglichen Chefs mehr über uns erfahren. Unter die 150 Gäste mischen sich 30 unserer Mitarbeiter. Damit jeder den richtigen Ansprechpartner findet, haben wir Gesprächstermine verteilt. Auf der Rückseite der Namensschilder steht dann beispielsweise: Setzen Sie sich um 21 Uhr mit Herrn Färber in Verbindung.

Ein Vorstellungsgespräch bei Wein und Häppchen?

Nicht ganz. Arbeitsmappen muss natürlich keiner vorzeigen. Aber man unterhält sich, und der Mitarbeiter kann herausfinden, ob derjenige in seine Abteilung passen würde. Danach geben uns die 30 ein Feedback zu jedem Bewerber. Wer da einen guten Eindruck hinterlassen hat, den laden wir noch mal ein. Und wer einen sehr guten Eindruck gemacht hat, der kann nach der Party den Job so gut wie in der Tasche haben.

Und wonach suchen Ihre Mitarbeiter bei dem Partygespräch?