Eine ungewohnte Nachricht aus dem angeblichen Heimatland des sozialen Kahlschlags: Der amerikanische Bundesstaat Maryland hat jetzt ein Gesetz erlassen, nach dem der Supermarktriese Wal-Mart deutlich mehr für die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter ausgeben muss. Alle Unternehmen im Bundesstaat, die mehr als 10 000 Angestellte beschäftigen, sollen ab jetzt acht Prozent ihrer Ausgaben für Löhne und Nebenkosten dem Abschluss von Krankenversicherungen widmen (es gibt nur ein einziges solches Unternehmen).

Es ist ein Sieg für den amerikanischen Gewerkschaftsbund AFL-CIO und andere Gruppen, die Wal-Mart seit Jahren eine Unterversicherung seiner Angestellten vorwerfen. Damit würden kranke Mitarbeiter in den Notaufnahmestationen der Krankenhäuser oder in der Sozialhilfe landen - zahlungsunfähig und auf Kosten des Staates. In dieser Woche soll ein ähnliches Gesetz im Bundesstaat Washington eingebracht werden, und Abgeordnete aus 30 weiteren Staaten planen ähnliche Aktionen gegen Wal-Mart.