Sie haben die Funktion des Lachens in Frauengesprächen untersucht. Warum ausgerechnet bei Frauen?

Lachen ist ein alltägliches Kommunikationsmittel, in der Linguistik aber kaum erforscht - das Lachen von Frauen überhaupt noch nicht, dabei lachen sie viel mehr als Männer. Lautes Frauenlachen galt bis in die sechziger Jahre hinein als vulgär und anzüglich. Noch heute werden Frauengruppen, in denen herzlich gelacht wird, schräg angesehen - sie gelten als hysterisch und irgendwie unheimlich. Mit diesen Vorurteilen wollte ich aufräumen und zeigen: Frauen lachen sehr organisiert und gezielt.

Wie sind Sie vorgegangen?

Die Probandinnen sollten so locker wie möglich sein, dazu trägt die verkrampfte Laboratmosphäre an Universitäten nicht gerade bei. Ich habe die 34 Frauen also einzeln zu mir nach Hause eingeladen, Kaffee gekocht und mich mit ihnen über Sex unterhalten, weil dabei erfahrungsgemäß am meisten gelacht wird. Die Gespräche waren seriös, schließlich ging es mir nicht um Humor, sondern darum, welche Rolle das Lachen in der Kommunikation spielt. Nach den Interviews habe ich jeden kleinsten Lacher vom Tonband transkribiert und ausgewertet.

Und warum lachen Frauen nun?

Lachen ist kein unkontrollierter, emotionaler Ausbruch, wie er Frauen gern nachgesagt wird. Natürlich lachen sie, um eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Sie strukturieren mit ihren Lachern aber auch ihren eigenen Gesprächsbeitrag, signalisieren, wann er anfängt, aufhört und die Nächste dran ist - ähnlich wie mit hmmhmm. Außerdem haben die Frauen Satzfragmente oder einzelne Wörter durch Lachen betont und damit ihre eigene Erzählung interpretiert. Das alles läuft völlig unbewusst ab.

Wann wurde am meisten gelacht?