Die Spannung steigt. Jedenfalls zwischen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und seinem Umwelt-Kollegen Sigmar Gabriel (SPD). Der Streitpunkt: Reicht das gesetzliche Instrumentarium zur Förderung klimaschonender Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), oder sollte es ausgebaut werden?

Vorerst wird der Ministerzwist zwischen Gutachtern ausgetragen, deren Expertisen - obwohl bereits Mitte vergangenen Jahres abgeliefert ð noch unter Verschluss gehalten werden. Denn die Erkenntnisse der Experten widersprechen sich. Das vom Wirtschaftsministerium beauftragte Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart kommt zu dem Ergebnis, das im Jahr 2002 in Kraft getretene KWK-Gesetz habe seine Ziele bereits weitgehend erfüllt. Die Gutachter des Umweltministeriums - das Öko-Institut sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) - meinen hingegen, dass die KWK-Technik weit davon entfernt sei, sich unabhängig von einer politischen Flankierung als autonomer Trend durchzusetzen. Die Empfehlung lautet also, die KWK-Anlagen für eine begrenzte Zeit weiter zu fördern - die IER-Gutachter votieren für eine abgespeckte Unterstützung.