irak Verschollen im Terror-DreieckSeite 3/3
Deutsche Firmen lieferten 2004 nach VDMA-Berechnungen Waren für 366 Millionen Euro in den Irak. Das entspricht einem Hundertstel dessen, was jedes Jahr nach Spanien exportiert wird. Aber in Warenwert sind die Exporte in den Irak immerhin fast das Doppelte dessen, was die Bundesregierung bisher an Wiederaufbauhilfe im Kriegsgebiet investiert hat (200 Millionen Euro). »Im Irak sagen alle: Wir wollen mit den Deutschen zusammenarbeiten«, berichtet der Architekt Alexander Christof, »wir haben halt immer noch einen ausgezeichneten Ruf.«
Möglicherweise gilt dies in Terroristenkreisen mittlerweile auch für die Ware Mensch. Die Gerüchte über mehrere Millionen Dollar Lösegeld, die Berlin für Susanne Osthoff gezahlt haben soll, könnten weitere Entführerbanden locken. Genauso berechtigt ist allerdings die Antwort von Außenminister Frank-Walter Steinmeier darauf: Nicht das Lösegeld könne Nachahmungstäter in Marsch gesetzt haben, sondern allenfalls »die Berichterstattung darüber«.
Ganz andere Sorgen müsste sich die Bundesregierung vor allem machen, falls die beiden deutschen Ingenieure in die Hände einer politisch-extremistischen Gruppe geraten sein sollten. In der hauptsächlich von Sunniten bewohnten Region nahe Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit ist nicht auszuschließen, dass die Täter entweder dem so genannten nationalen Widerstand entstammten oder einer Teilgruppe von al-Qaida, etwa der Islamischen Armee im Zweistromland, die bin Ladens Stellvertreter Abu Musab al-Sarqawi anführt. Beide Gruppen teilen ein gemeinsames Interesse: Die westliche Intervention im Irak darf keine Erfolgsgeschichte werden. Ihre Forderung könnte daher lauten, das deutsche Engagement im Irak zu beenden. Sei es nun privat oder staatlich. Wenn das passiert, hilft auch kein Lösegeld mehr.
- Datum 26.01.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 26.01.2006 Nr.5
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Man sollte alle noch im Irak verbleibende Deutsche auffordern dass Land umgehend zu verlassen oder ihnen mitteilen dass fuer weitere Entfuehrungen keine Steuergelder mehr zur Ausloesung gezahlt werden.
Inzwischen spricht man ja schon von einer Entführungs-"Industrie".
Der Deutsche als Kunde erfreut sich dabei zunehmender Beliebtheit. Auf ihn ist Verlaß, wie immer.
Er zahlt pünktlich und großzügig, und verursacht auch sonst keine Unannehmlichkeiten.
Wäre es da nicht angebracht, eine "Entführungskosten-Pflichtversicherung" für alle im Ausland tätigen Unternehmer einzuführen? Schließlich werden die lukrativen Gewinne, die die Unternehmen gerade in gefährdeten Gebieten machen (Gefahrenzuschlag), auch nicht sozialisiert - warum also die Risiken?
Außerdem sollte man den Beschäftigten im Ausland anbieten, für sich persönlich eine Entführten-Versicherung abzuschließen, bei der im Falle einer Entführung ein "Entführten-Tagegeld" bezahlt wird (100% Schmerzensgeld für jeden Tag der Entführung; 50% für die posttraumatische Behandlungsphase nach der Entführung bis zum Wiedereintritt ins Erwerbsleben).
Eine Alternative zu alldem wäre die subkutane Implantation von GPS-Sendern bei den Beschäftigten, damit sie im Falle einer Entführung schnell geortet und befreit werden könnten (angeblich hat David Beckham genau das und aus gleichem Grund bei seinen Kindern gemacht - hört mehr auf die Fußballspieler!).
Ansonsten sollte niemand mehr die böswillige Behauptung aufstellen, traditionelle Muslime wären nicht fähig, sich erfolgreich den Anforderungen eines globalisierten Marktgeschehens anzupassen.
Die Entführer haben das Prinzip von Angebot und Nachfrage schon ganz gut begriffen.
Deshalb sollte unsererseits auch darüber nachgedacht werden, ob man mit den wichtigsten Entführungs-Trägern eine Art Tarifsystem oder einen Mengenrabatt aushandelt, um die zu erwartend steigenden Entführungskosten wenigstens pro Kopf in den Griff zu kriegen.
länder in denen terror herrscht, sollten generell nicht von westlich zivilisierten ländern, überhaupt nicht beliefert werden, oder gar handelbeziehungen bestehen. ohne die westliche welt mit amerika oder europa an der spitze würden die länder heute noch in der steinzeit leben, oder leben sie definitiv auch noch heute.
eltoro
Kannst du Dir ausmalen, was passiert, wenn diese subkutanen GPS-Dinger wirklich eingepflanzt wuerden??? Also, ich schon! Sie wuerden einfach herausgeschnitten!
In den 80ern kam es ja auf, dass man seinen Hunden und Katzen Nummern in die Ohren taetowieren sollte, um sie bei Verlust leichter erfassen und wiederfinden zu koennen. Das fuehrte nur dazu, dass den armen Tieren die Ohren ABGESCHNITTEN wurden, bevor sie von illegalen Faengern in die Labore der diversen Universitaetskrankenhaeuser und Pharmafirmen (etc) gebracht wurden!
Ich bin sicher, die Entfuehrer sind da nicht zimperlich, das haben sie ja schon oft bewiesen. Und denke nicht, so etwas koennte geheim gehalten werden! Es waere doch auch im Interesse aller Deutschen im Irak gewesen, die Loesegeldzahlung fuer Frau Osthoff waere nicht an die Oeffentlichkeit gelangt. Aber es gibt Medien, die ihre eigenen Interessen (Umsatz) eben hoeher einschaetzen als das allegemeine Interesse des Schutzes.
Es braucht doch nur einen einzigen Schmierfink der BILDzeitung, um es in die Welt zu setzen, und bloss einen einzigen Terroristen mit Deutschkenntnissen und PC, um es zu erfahren. Das reicht doch! Und dann werden sie alle Entfuehrten ausziehen und auf merkwuerdige Huckel in der Haut absuchen, vielleicht haben sie sogar irgendwelche optischen Durchleuchtgeraete (was weiss ich). Na danke schoen!
Ich denke, die Krux in diesen Faellen liegt darin, dass die Bundesregierung zwar laut warnen kann vor Besuchen in manchen Laendern, aber wenn dann ein solcher Fall passiert, ist sie doch (qua Grundgesetz?) verpflichtet, alles zu tun, um ihre Staatsangehoerigen moeglichst unversehrt wieder herauszuholen. Koste es, was es da wolle. Ich bin zwar keine Juristin, aber ich denke, dass es in etwa rechtlich so ist, dass man die Leute NICHT festnageln kann mit dem Hinweis "wir haben Dir vorher gesagt, dass es keine Steuergelder mehr als Loesegeld gibt, nun sieh' zu!" Ich glaube, das waere verfassungswidrig, und ich vermute, die Hinterbliebenen der Opfer wuerden im Nachhinein Schadensersatz in Millionenhoehe erklagen.
Geht leider nicht.
Ich schreibe nicht, dass ich das gut finde, im Gegenteil. Ich bin der Meinung, dass es sehr wohl eine Art Selbsthaftung geben sollte.
Versicherung? Na, ich weiss nicht, das zieht nur wieder windige Geschaeftemacher an. Und die unselige Allianz AG (mit Ackermann an der Spitze) wuerde sich noch mehr Kohle verdienen. Nee nee, das waere wohl nicht das Richtige.
Also, ich finde, die Firma, die ihre Angehoerigen in die Lage versetzt hat, in der sie jetzt sind, DIE muss haften, und zwar total! Aber weisst Du, wie das ausgehen wuerde? Die wuerde am Ende bloss wieder nur mit dem Totschlagsargument "Arbeitsplaetze" kommen. Wenn sie tatsaechlich das Loesegeld erstatten muesste, wuerde sie am Ende einfach ihre Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen, und den Aufruhr in Sachsen will doch kein Lokalpolitiker haben, der dann folgen wuerde!
Also, ich weiss auch keinen Rat. Ich weiss nur, dass ich meinen Hintern ganz sicher nicht in die Region bewegen wuerde, auch nicht fuer extrem viel Geld und einen Superjob. Echt nicht.
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