Sehen Sie seit Studienbeginn den Nachthimmel mit anderen Augen?

Nein, ich schaue da hoch wie ein ganz normaler Mensch. Und ich kann das auch genießen: Der Sternenhimmel ist für mich immer noch romantisch.

Sie studieren Spacemaster. Das klingt nach einer Figur aus einem Science-Fiction-Roman. Was lernen Sie da?

Astronauten soll dieser internationale Aufbaustudiengang nicht ausbilden, sondern es geht um Weltraumforschung und Raumfahrttechnik. Jetzt, im ersten Semester, lernen wir viel über Astrophysik, Dynamische Systeme oder Systemdesign von Raumsonden. Im zweiten Semester werden wir an der Space-Universität in der schwedischen Stadt Kiruna direkt im Umfeld des Testzentrums der Esa für Satelliten und Raketen weiterstudieren. Im Augenblick bauen wir auch selbst an einem kleinen Satelliten, und gerade diese praktische Erfahrung macht mir sehr viel Spaß.

Wie schwierig ist der Bau?

Einer von uns allein würde das wahrscheinlich nicht schaffen, aber in interdisziplinären Teams ist es mit einigem Schweiß durchaus machbar. Die Studenten kommen aus der ganzen Welt, wir haben hier Astronomen, Physiker, Biologen, Mathematiker, Informatiker. Man muss beim Bau eines Satelliten ja auch auf viele Details achten: Die geeignete Bahn muss berechnet, die Datenübertragung zur Bodenstation sichergestellt werden, die Temperatur muss die ganze Zeit im vorgegebenen Bereich bleiben, und ausreichend Energie muss auch vorhanden sein.

Woher kommt Ihr Interesse für Satelliten?