Medien-Spezial Von nun an per SieSeite 2/2

Die Gruppe um Weinreich antwortet ambitioniert mit Gabriel García Márquez, der einst schrieb, »dass investigativer Journalismus keine eigene Sparte des Berufs ist, dass vielmehr jeder Journalismus per definitionem investigativ sein muss«, also kritisch hinterfragend.

Oft wurde Weinreich, der für Recherchen über finanzielle Unkorrektheiten im Zuge der Leipziger Olympia-Bewerbung mit dem renommierten Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet wurde, als Eiferer abgetan, als »verbiestert« und als »Spalter«, wie er sagt. Wenn er Kollegen zu wenig Kritik vorwarf, wurde ihm zu viel Kritik vorgehalten. Zum einen ist das der übliche Reflex der Ertappten, zum anderen aber dürfte es auch daran liegen, dass in manchen Artikeln Weinreichs vor lauter Distanz schon vom »Paten« die Rede war, bevor der Name des ehemaligen IOC-Präsidenten Samaranch fiel, von grundsätzlich dubiosen Funktionären – Stereotype, die Kollegen wie beispielsweise Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung nicht nötig haben. Der präsentiert seine politischen Enthüllungen sachlicher und souveräner im Ton.

In der Sache aber, und die ist das Wesentliche, hat Weinreich immer Recht behalten – und als sich das Sportnetzwerk am 21. Januar der Öffentlichkeit präsentierte, moderierte Leyendecker die Veranstaltung. Um im Bild zu bleiben: Einen besseren Trainer kann man nicht kriegen.

 
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