Damit es schneit, muss Wasserdampf in der Luft bei tiefen Temperaturen kondensieren und zu Eis gefrieren. Das tut er dann, wenn die Luft »übersättigt« ist und den Dampf nicht mehr »halten« kann. Das ist allerdings eine blumige Ausdrucksweise – tatsächlich hält nicht die Luft den Wasserdampf fest, es ist lediglich eine Frage von Druck und Temperatur. Die Kondensation geschieht, wenn die gesättigte Luft abgekühlt wird oder der Luftdruck sinkt.

Das kann bei jeder Temperatur passieren. Damit eine nennenswerte Menge an Schnee entstehen kann, muss aber überhaupt einmal genügend Wasser in Gasform vorhanden sein. Und diese Menge sinkt mit der Temperatur drastisch: Bei null Grad enthält ein Kubikmeter gesättigte Luft etwa 2,7 Gramm Wasser, bei minus 40 Grad sind es nur noch 0,07 Gramm, also etwa ein Vierzigstel der Menge am Gefrierpunkt.

Deshalb fällt bei großer Kälte sehr viel weniger Schnee als bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Am Südpol zum Beispiel, wo ständig eisige Kälte herrscht, fallen im Lauf eines Jahres nur ein paar Zentimeter Schnee – die Antarktis gehört zu den Wüstengebieten. Dass sie trotzdem mit einem kilometerdicken Schnee- und Eispanzer überzogen ist, liegt daran, dass bei der Kälte nichts schmilzt und der Schnee Jahrtausende überdauert.

Man sieht am Beispiel Südpol aber auch, dass es nie zu kalt ist zum Schneien. Von richtigen Schneeflocken kann allerdings unterhalb von minus 20 Grad nicht mehr die Rede sein – dann gefriert der Wasserdampf so schnell, dass sich nur kleine Eiskristalle bilden und nicht mehr die schönen sechszackigen Sterne.

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