nahost

Terroristen im Parlament

Stell dir vor, es ist Demokratie, und in Palästina kommen die Falschen an die Macht

Angela Merkel kann derzeit nichts falsch machen, weil sie alles richtig macht, jedenfalls in der Außenpolitik. Hinter diesem scheinbaren Zirkelschluss steht eine Politik, die besser als Rot-Grün und Kohl-Genscher das Nützliche mit dem Guten verwebt. Zuletzt in Nahost, wo die Vorgänger gern einen Spagat probten, der zu schrecklichen Verrenkungen führte, ohne den deutschen Einfluss zu mehren. »Niemandem wehtun, am wenigsten sich selbst« war die Devise.

Die neue Kanzlerin aber redet der »Klarheit« das Wort, derweil sie unumgängliche Prinzipien festzurrt: Gewaltverzicht der Hamas, Anerkennung Israels, Fortsetzung des Friedenswegs. Dazu die richtig bemessene Portion Druck: »Unvorstellbar« sei es, »eine Autonomiebehörde zu unterstützen«, die solche Bedingungen verweigere. Hätten auch ihre Vorgänger solche Worte gefunden, den Iranern vorgehalten, mit dem Griff zur Atombombe eine »rote Linie« zu überschreiten? Das war nicht die alte Sprachregelung, die beharrlich die Mittellinie verteidigte, manchmal aber in falsche Freundschaften (Putin), unbedachte Umarmungen (Chirac) oder unproduktive Feindschaften (Bush) abglitt. Es geht nicht darum, die Welt an deutschen Parolen genesen zu lassen, sondern um die Vereinbarkeit von Ideal- und Realpolitik.

Genießt Merkel in Moskau jetzt weniger Respekt, weil sie sich mit Menschenrechtlern getroffen hat? Toben die Bushisten, weil sie Guantánamo angesprochen hat? Kränkelt Europa, weil Merkel ein wenig von Chirac ab- und auf Blair zugerückt ist? Wer das Richtige im richtigen Ton vorträgt, wer Freunde und Gegner nicht mit unbestimmten Signalen verwirrt, gewinnt just jene Glaubwürdigkeit, die Einfluss gebiert.

»Einfluss« ist nach dem Hamas-Desaster das Schlüsselwort in Nahost, wo seit 2001 die neuen Reiter der Apokalypse galoppieren: Terror und Fundamentalismus, Energieknappheit und Massenvernichtungswaffen. Verblasst ist der Traum der Neunziger, als Mauern fielen, Despoten stürzten und das »Ende der Geschichte« – der Triumph von Markt und Demokratie – die Gemüter begeisterte. »Demokratie« ist zum Albtraum verkommen, nachdem zum ersten Mal in Arabisch-Nahost freie Wahlen ein Regime ausgehebelt und die Falschen an die Macht gebracht haben.

Nicht dass die Fatah des Machmud Abbas eine Schäfchenherde wäre; auch sie hat in Gestalt der Al-Aqsa-Brigaden den Terror nach Israel getragen. Doch haben die Abbasianer zumindest im Prinzip Israel anerkannt und dem Terror abgeschworen. Die Hamas aber predigt ganz offen den Staatenmord, dazu eine Binnenordnung für Palästina, in der nicht das Volk, sondern Allah der Souverän ist.

Die alten Griechen kannten einen subtilen Fluch: Mögen die Götter deine Wünsche erfüllen. Wie soll nun der Westen mit diesem vergifteten Geschenk umgehen? Wie kann er Einfluss auf jene nehmen, die Gewalt nicht als letztes, sondern als erstes Mittel sehen, deren Selbstgerechtigkeit keinen Platz lässt für den »Anderen« in ihrer Mitte – nicht nur für Juden und Christen, sondern auch für jene arabischen Regime, die sich dem einen und einzigen islamischen Reich verweigern?

Die optimistische Antwort: Auch die Frömmsten müssen sich auf Erden einrichten, zumal wenn es um Finanzen, Arbeit und Abfall geht. Folglich ist es richtig, dass die Vermummten die Verantwortung übernehmen und die Charade des Abbas Ohneland aufhört. Die Hamas will eine Armee? Dann wird der Terror endlich eine Adresse haben, die der israelischen Luftwaffe ein leichtes Ziel bietet. Die Hamas ist gewählt worden, um Korruption und Nepotismus zu beenden? Dann kann sie zeigen, dass sie auch an der Macht sauber bleibt. Sie braucht Geld von der EU und den USA? Dann wird sie sich auf die Regeln der Angela Merkel und ihrer westlichen Kollegen besinnen müssen.

Der freundlichen Antwort zweiter Teil: Wenn Demokratie in Nahost überhaupt eine Chance hat, dann in Palästina. Denn die Fatah, so korrupt und selbstbereichernd sie auch war, ist noch nicht ausgezählt. Sie muss – und kann – sich zum Gegenpol eines Zweiparteiensystems entwickeln. Das wäre, welch Ironie!, die List der demokratischen Vernunft: zwei halbwegs ausbalancierte Kräfte, die mit dem besseren Angebot um die Gunst des Volkes buhlen.

Die pessimistische Antwort lautet: Wir sind im Nahen Osten, und deshalb wird die Zukunft dem Bürgerkrieg in Palästina und dem Krieg gegen Israel gehören (den die Hamas nicht gewinnen kann). Diese Antwort schon im Keim zu ersticken ist die Verantwortung des Westens wie auch Russlands. Diese Staatengruppe muss, wie Merkel es schon getan hat, der Hamas den Preis des Wahnsinns verdeutlichen. In welcher Form auch immer, wird die neue Regierung mit Jerusalem reden müssen. Im Gegenzug für die Anerkennung wird Israel den Deal formalisieren müssen, der unausgesprochen schon in der Luft liegt: Rückzug, Gebietsaustausch, zwei Hauptstädte in Jerusalem.

Das ist das herkulische Programm für die kommenden Wochen und Monate. Etwas Zeit für das Philosophische aber sollte trotzdem reserviert werden, damit wir uns etwas genauer mit Kant und Tocqueville beschäftigen können. Das sind die Väter des »demokratischen Friedens«, die unter Clinton (ja, auch dem) und Bush der amerikanischen Politik das ideologische Unterfutter verliehen. George W. Bush hat es zuletzt so ausgedrückt: »Die beste Hoffnung für den Frieden ist die Ausbreitung der Freiheit über die ganze Welt.« Der Wahlsieg der Hamas hat diesem Glauben einen zweiten Hieb versetzt. Der erste war der Triumph der bombensüchtigen Ultras in Iran, die eine halb demokratische Wahl an die Macht gehievt hat. Muss der Westen die Mubaraks und Sauds nun umso fester umarmen?

Genau das hatte er im Fall der Fatah getan – und die Hamas geerntet. Der richtige Schluss ist aber nicht »Vergesst die Demokratie!«, sondern »Vergesst nicht, was dazugehört!«. Freie Wahlen können auch einen Hitler an die Macht bringen. Folglich muss diese Freiheit eher am Ende denn am Anfang der Demokratisierung stehen. Wie viel klüger wäre es gewesen, wenn die USA und die EU schon Jassir Arafat gezwungen hätten, eine unabhängige Justiz, eine funktionierende Verwaltung, einen halbwegs freien Markt zuzulassen? Wie viele Palästinenser hätten die Hamas gewählt, wenn die Arbeitslosigkeit nicht 50, sondern nur 20 Prozent betragen hätte? Wenn die EU-Gelder nicht an Arafat, sondern in Investitionen geflossen wären? Wenn ein einfacher Gazaner Recht vor Gericht bekommen hätte, statt sich an den Hamas-Häuptling mit der Kalaschnikow wenden zu müssen?

Erst muss also ein Rechtsstaat her, der die Willkür begrenzt und Eigentum schützt, dann eine Wachstumswirtschaft, welche die Menschen zu Gewinnern macht, dann Parteien und Medien, die ihnen eine Stimme verleihen, schließlich ein Parlament, das Schritt um Schritt dem Willen des Volkes gehorcht. Deng Xiaoping war nicht edler, sondern erfolgreicher als Kant. Wer aber Despoten wie den Mubaraks und Sauds befiehlt, hier und sofort den ganzen Sprung zu wagen, für den der Wes-ten 200 Jahre gebraucht hat, wird nicht den Kantschen Frieden, sondern die Hamas ernten. Bewegen sich die Potentaten aber nicht, werden sie ebenfalls die Hamas bekommen. Denn die ist nicht Kind der Demokratie, sondern Ausgeburt der Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit.

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Leser-Kommentare

  1. Josef Joffe will uns klar machen, daß er weiß was in der deutschen Außenpolitik nützlich und gut ist. Seine neue Devise: wehtun, auch sich selbst! Und, das mit Hilfe von George Bush und Toni Blair? Konzepte und Methoden sind im Irak schon ausprobiert! Oder?

    Joffe stellt fest, daß die neue Kanzlerin klar redet. Doch ihm fällt nicht auf, daß ohne die jetzt auch durch eine demokratische Wahl legitimierte Hamas eine Lösung der Probleme in Palästina überhaupt nicht möglich ist. Gewaltverzicht der Israelis steht nicht zur Debatte. Die Anerkennung eines Staates Palästina wird nicht angesprochen, Jahrhunderte alte Eigentumsrechte der Palästinenser ignoriet, die andauernde Arpartheitpolitik der Iraelis akzeptiert, ... Darüber, daß auch die Mehrheit der Israelis gerne die Palästinenser vernichten würde, wird nicht gesprochen.

    Politik ist kein Wunschkonzert. Hamas ist Realität. Wenn die Bedingungen in Palästina anders wären, dann gäbe es auch diese Hamas nicht. Die Bedingungen werden aber von den Israelis und vor allem mit Unterstützung der USA diktiert. Für die Palästinenser gibt es nur Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit!

    Die Freundschaft zu Putin und Chirac sind für Joffe falsch und unbedacht. Mit dem Kriegs- und Terrorspezialisten Bush muß für Joffe jetzt wohl unbedingt einen engen Schulterschluß, via NATO, erfolgen. Interessant wäre auch, was heißt produktiv? Mehr Terror? Mehr Krieg? Tote in Deutschland?

    Merkel genießt in Moskau und in Washington nicht weniger, sondern keinerlei Respekt. So wie Bush Merkel auf der Pressekonferenz lächerlich gemacht hat, so wurde von Bush noch kein Regierungschef vorgeführt. Peinlich - für Merkel. Merkel hat im Ausland keinerlei Gewicht ('45 minus 10 Prozent' und 29,6 Prozent in MeckPom!). Sie verfügt über keine eigene Machtbasis - weder in der Union, in der CDU, noch im Kabinett.

    Merkel hat für die Probleme in Palästina und Iran keine Lösungskonzepte. Sie plappert publikumswirksam daher und sie ist als Irakkriegbefürworterin dabei Deutschland in den Kriegs- und Terror-Geleitzug von George Bush einzugliedern. Nur ist ihr Geplapper auch gefährlich. Merkel ist es binnen weniger Wochen gelungen, Deutschland zentral in das Fadenkreuz der Terroristen zu schieben. Und das im Jahr der Fußball-WM 2006. Der 'Schutzschirm', den Schröder und Fischer mit geschickter Diplomatie über das 'Wohl der deutschen Bürger' gespannt wurde, ist so gut wie zerstärt.

    Merkel und auch Joffe vergessen, daß es den Terroristen auch darum geht, Struktur und Wohlstand unserer westlichen Gesellschaftsordnung zu zerstören. Die Terroristen selbst haben nichts zu verlieren. Wir schon! Ich finde, daß Merkel vieles nicht richtig gemacht hat. Vor allem dann, wenn sie jetzt auch noch ihre Deutsche Leitkultur exportieren will. Sie ist dabei, einen für die deutschen Bürger gefährlichen Weg einzuschlagen. Als Autistin wird sie dabei weder nach links und nach rechts schauen. So ist sie nun mal. Wir Bürger werden wohl die Zeche zahlen müssen.

    • 21.02.2006 um 21:09 Uhr
    • GerhardStenkamp

    "Erst muss der Rechtsstaat her"!

    So ist es, eine kleine Basis schaffen, Gesetze auf die man sich verlassen kann und nicht Korruption, willkuerliches Aburteilen.

    Dann werden islamische Staaten auch einmal Klartext sprechen muessen: Frau, fremdgegangen, Paragraph soundso Strafgesetzbuch: Steinigung!

    Diese Gesetzbuecher sollten fuer jeden einzelnen Staat der UNO vorgelegt werden, inklusive Debatte!

    Herr Joffe, sie haben recht, aber es war nicht ins Auge springend!

    Aber sie haben recht!

  2. Dass sich die Demokratie insbesondere bei steigendem Wohlstand besser durchsetzen kann, als in Notzeiten, das unterschlägt dieser Artikel leider. Der von der US-Regierung, Tony Blair und Angela Merkel eingeschlagene Weg von Zuckerbrot und Peitsche für die Mächtigen in Nahost wird daher wohl kaum befriedigende Ergebnisse hervorbringen. Parallel dazu werden hierzulande allerdings ja auch ganz nebenbei immer häufiger die legitimen Fragen nach mehr Gerechtigkeit ignoriert.

  3. @GerhardStenkamp
    Sorry, Herr Stenkamp, jetzt bin ich doch ein bißchen enttäuscht von Ihnen. Natürlich ist ein Rechtsstaat eine feine Sache, wie alle in Europa lebenden Muslime bestätigen können müssten. Allerdings beobachten wir ungeachtet eines weiterhin sehr hohen Grades an Neutralität der Judikative in letzter Zeit, daß der Rechtsstaat von der Politik angeknabbert wird, welche - dem gesunden Volksempfinden folgend - erstmal per Gesetz Kopftuchverbote ausspricht. Denen dann auf dem Rechtsweg zu Leibe zu rücken, ist für die geldklammen muslimischen Verbänden teuer und dauert lange. Und ganz frei sind auch die Richter nicht von den Auswirkungen des aufkommenden Kulturkampfes.
    Aber das soll jetzt nicht das Thema sein. Nein, daß Sie Herrn Joffes Aussage so einfach auf den Leim gehen (oder habe ich da irgendwelche Ironie von Ihnen übersehen?), bei den Palästinensern müsse einfach 'mal kurz der Rechtsstaat ausbrechen, dann würden sich auch deren Probleme mit Israel wie von selbst lösen. Es ist doch genau umgekehrt, nämlich daß das Aufkommen eines Rechtsstaats unter den Bedingungen der israelischen Besatzung nicht den Hauch einer Chance hat. Ich darf daran erinnern, wie europäische Resistance- Bewegungen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges mit Kollaborateuren mit der deutschen Besatzungsmacht kurzen Prozess gemacht haben, wie der ANC in Südafrika die Halskrausen aus brennenden Autoreifen populär machte, wie die rumänischen Umstürzler den Diktator Ceaucescu samt Frau kurzerhand an die Wand stellten. Nicht sehr schön, nicht besonders rechtsstaatlich, aber besondere Umstände verlangen nunmal besondere Vorgehensweisen. Schuld tragen diejenigen, die die Rahmenbedingungen gesetzt haben. Und das ist im vorliegenden Fall doch wohl Israel.
    Aber der Herr Joffe schreibt so penetrant pro domo, d.h. pro Israel, daß er da zwangsläufig eine andere Sichtweise hat. Sein Ziel ist es, möglichst viele Leute daran zu hindern das zu erkennen, was doch völlig offensichtlich ist: zuerst muss Israel die Besatzung beenden und die Landnahme rückgängig machen, und zwar auf eine gegenüber den Palästinensern gerechte Weise! Dann kann und wird es Frieden (=Shalom) geben, sonst nicht. Man kann den Eindruck nicht vermeiden, maßgebliche Kreise in Israel haben die Aufassung, Shalom ist, wenn die Palästinenser uns ihr Land wegnehmen lassen, sich aber nicht dagegen wehren. So lange das so ist, werden sie natürlich kein Shalom bekommen (das Land aber trotzdem; mit Gewalt halt).
    Was die von den Amerikanern abgesegnete Formel abgeht: Anerkennung der demographischen Realitäten (gilt natürlich nur für den Ausbau jüdischer Siedlungen, nicht für die wachsende Bevölkerung der Palästinenser!) mit Abzug aus (ein paar wenigen) West-Bank Gebieten, dafür eine Art "Gebietstausch", so bedeutet das, daß Israel die land- und wasserwirtschaftlich attraktivsten Teile des West-Jordanlandes behalten wird, wo die Palästinenser seit Jahrhunderten leben, und die palästinensischen Bauern und Handwerker dafür zwingen wird, mit wertlosen Wüstengebieten im Negev vorlieb zu nehmen. Natürlich wird der Gebietstausch auf den Quadratzentimeter zahlenmäßig äquivalent sein - schließlich ist ja jedes Stückchen "Eretz Yisroel" gleichviel wert, zumindest in der national-religiösen Ideologie vieler Israelis. Und warum sollte man den verachtenswerten Nachkommen Ishmaels irgend etwas schenken?

    • 22.02.2006 um 10:52 Uhr
    • GerhardStenkamp

    Sie sprechen von "besonderen Rahmenbedingungen" unter denen rechtsstaatliche Gesichtspunkte gelegentlich unter den Tisch fallen!

    Dies war bei der Gruendung Israels ganz ausserordentlich der Fall!

    Dass die Eroberungen des Sechs-Tage Krieges nicht rechtmaessig sind, ist ebenfalls klar, aber auch "auf besondere Rahmenbedingungen" zurueckzufuehren: die wollen uns ins Meer treiben, wir verbreitern unser Territorium!

    Allein aufgrund dieser Fakten muesste ihnen sogar umgekehrt ein hohes Mass an Rechtsstaatlichkeit, auch international, sehr lieb sein.

    Die Alternative ist, ein ewiger Guerilla-Krieg, der irgendwann zum offenen Krieg ausarten kann, wahrscheinlich wird!

    Fuer jeden Kompromiss, den man den Palestinensern wird abringen koennen, wird man den Israelis auch welche abringen.

    Aber wissen sie: dieses Problem beschaeftigt nun seit Jahrzehnten die Weltoeffentlichkeit, waehrend ueber Sudan z. B. kaum geredet wird, waehrend sich fuer Ruanda kaum eine Hand geruehrt und waehrend Kindersoldaten in Laendern Afrikas Menschen toeten! Diese Liste laesst sich noch erheblich fuellen.

    Ich habe Mitleid mit der Lage der Palestinenser, sie werden aber vielleicht verstehen, dass auch andere Menschen in Not unsere Aufmerksamkeit und unsere Mithilfe verdienen!

  4. Wiedereinmal werden die Palästinenser vorgeführt als unfähig zur Zivilisation. Das erinnert ein wenig an den NS Propagandafilm "der ewige Jude" wo Juden die vorher zivilisiert als Deutsche gelebt haben, nachdem sie in Ghettos deportiert waren und einige Monate dem dortigen Überlebenskampf ausgesetzt waren in den Wochenschauen und Propagandafilmen als Untermenschen präsentiert wurden. Die Drohung die Palästinenser finanziell auszuhungern um einen Muslimrat zu bekommen und eine Muslimpolizei die mit dem Apartheidsregime kooperiert und gegen die eigenen Leute vorgeht ist der nächste Schritt diesses Genozids auf Raten. Was haben diese Menschen erdulden müssen in den letzten 50 Jahre.

    Und nun müssen sie sich auch noch von Herrn Joffe verhöhnen lassen.

    Die ZEIT , ist nun tatsächlich ein Medium dieser Zeit der Gefahr eines neuen modernen Faschismus, wo Angriffskriege, Folter, Entwürdigung und staatlicher Mord immer mehr Anklang finden. Dass auch eventuell in der israelischen Demokratie die falschen an der Macht sind, und was das für eine Domokratie ist, die keine Verfassung und feste Grenzen hat die einem Großteil der Menschen in ihrem Machtberich keinerlei Rechte gibt und sie sozusagen als Vogelfreie hält, das wird regelmässig nicht hinterfragt.

    • 10.05.2006 um 9:52 Uhr
    • eik

    Demokratie als solche wird auf Dauer nirgendwo funktionieren, da sie den Zeitgeist bedient um wiedergewählt zu werden und nicht den Realitäten entsprechen kann! So erst recht in Ländern wie Palästina. Wenn schon Demokratie, dann bedarf es auch einer gewissen Reife um damit umzugehen! Wir sollten auch langsam mal den Nationalsialismus in Deutschland bei solchen Debatten aussen vor lassen, der zieht langsam nicht immer und ist historisch nicht mit jedem Mißstand auf der Welt vergleichbar!

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  • Von Josef Joffe
  • Datum
  • Quelle DIE ZEIT 01.02.2006 Nr.6
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