Islam : Allah und der Humor

Eine Zeitung in Dänemark druckte Karikaturen mit dem Propheten Mohammed. Jetzt brennen im Nahen Osten dänische Fahnen

[ Aufgrund des großen Interesses findet die Debatte zum Thema nicht mehr direkt am Artikel statt, sondern in einem extra eingerichteten Diskussionsbereich. ]

Kopenhagen

Bluitgen, ein jovialer Mittvierziger in Jeans und Kapuzenpullover, ist einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren Dänemarks. Er engagiert sich für die Dritte Welt, lebt seit Jahren in Kopenhagens Multikulti-Viertel Norrebro und schickt seine Kinder aus Prinzip auf die lokale Schule mit hohem Immigrantenanteil. Jetzt ist er eine Hassfigur für viele Muslime. Wie es dazu kam, ist eine weit über Dänemark hinaus lehrreiche Geschichte.

Pakistanisches Kopfgeld auf dänische Karikaturisten

Im vergangenen Sommer war bekannt geworden, dass Bluitgen keinen Illustrator für sein jüngstes Buchprojekt finden konnte: das Leben des Propheten Mohammed, für Kinder erzählt. Den Propheten abzubilden ist im Islam untersagt, doch erstens ist Dänemark ein säkulares Land, zweitens hatte Bluitgen beste Absichten. Trotzdem hatten die angefragten Zeichner verängstigt abgewinkt. Der Mord an dem niederländischen Islamkritiker und Filmemacher Theo van Gogh durch einen islamischen Fundamentalisten hatte auch die dänische Künstlerszene verunsichert.

So viel Zaghaftigkeit rief Flemming Rose auf den Plan, den Kulturchef der größten dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten. Rose bat die namhaftesten Karikaturisten des Landes, den Propheten Mohammed zu zeichnen. Er habe in Erfahrung bringen wollen, sagt Rose, »wie weit die Selbstzensur in der dänischen Öffentlichkeit geht«. Vierzig Zeichner wurden angefragt, zwölf sandten Karikaturen ein, die Ende September in der Wochenendausgabe der Zeitung veröffentlicht wurden. Die provokanteste Karikatur zeigte den Propheten mit einem Turban in Form einer Bombe. Auf einer anderen werden verdutzte Selbstmordattentäter beim Eingang ins Paradies mit den Worten abgewiesen: »Uns sind die Jungfrauen ausgegangen.« Wieder andere verspotteten die Motive der Zeitung. »Die Kulturredaktion der Jyllands-Posten ist ein Haufen konservativer Provokateure«, lautete eine Unterzeile.

Verlagsangebot

Der Kult ums gesunde Essen

Nahrung soll Energie und Freude bringen. Doch immer mehr Lebensmittel werden zum Problem gemacht: Vom Salz bis zum Fleisch. Warum eigentlich? Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

57 Kommentare Seite 1 von 15
Der Kommentarbereich dieses Artikels ist geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Clash Of Cultures live!

Die Islamisten und die schweigende/wegsehende/weghörende Mehrheit der Muslime hat dem Abendland den Kulturkrieg erklärt. Nicht allein die christlichen Gläubigen sind gemeint: Mozart, Heine, Shakespeare, Rembrandt, hollywood - an alle diese Adressen richtet sich die Wut.
WIR sind im VISIER!
Man kann nur hoffen, daß in noch erlebbbarer Zeit ein abendlänidischer Usama bin Laden auftaucht und zum Gegenangriff bläst. Kein Rattenfänger vom White House. Jemand vielmehr, dem unsere gesamte Kultur verteidigenswert ist. Auch wenn's dies oder jenes Opfer kostet.

Humorlose Muslims

Heute hat sich France-Soir ganz offen zur Presse- und Meinungsfreiheit geäußert und die Karikaturen auf die erste Seite gestellt, mit einer weiteren: Siehst Du, sagt da Jesus zu Mohammed, so machen sie es auch mit uns! Nur dass die Christen und Juden nicht hasserfüllt auf die Strasse rennen und Fahnen verbrennen! Mag sein, dass es in islamischen Staaten nicht angebracht ist, derartige, eigentlich harmlose, Karikaturen zu veröffentlichen, aber in den Staaten der EU ist es erlaubt! Hier gelten die Grundrechte und nicht die Scharia. Wo bleibt der energische Widerstand gegen die gesteuerten "Demonstrationen" der Mullahs und ihrer Verbände? Wo kommen wir denn hin, wenn wir uns vorschreiben lassen, was in unserem Ländern zu gelten hat und was nicht? Im übrigen ist diese muslimische Kampagne eine hervorragende Ablenkung von den wirklichen Schwierigkeiten in ihren Ländern.

Pressefreiheit und Humor

ich würde es begrüßen, wenn alle Zeitungen in Deutschland die Karikaturen von Mohammed aus der dänischen Presse drucken würden. Es ist unglaublich, dass wir unsere Pressefreiheit beschneiden lassen sollten. Wehret den Anfängen! Diese Karikjaturen beinhalten nichts, was wir nicht auch über den Papst oder Jesus und andere Propheten bringen würden. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Zeitungen und ganze Länder in diesem Maße unter Druck gesetzt werden. Wir dürfen die dänischen Zeitungen in ihrem Kampf um die Pressefreiheit nicht allein lassen, denn was dort passiert hat auch Auswirkungen auf uns.

Mit freundlichen Grüßen

Lisa Ahlers

humorlos

Die Reaktion der Muslime in Däneark sowie in ihren Heimatländern ist einfach lächerlich. Wieviel US-Flaggen werden denn dort täglich verbrannt? Wie oft wird unsere Kultur von diesen Menschen beleidigt? Wie oft werden selbst Menschen wie ich als Bewohner der westlichen Welt von irgendwelchen Leuten beleidigt, die es nicht mal fertig bringen mehr als nur das nachzuplappern, was sie im allwöchentlichen Freitagsgebet zu hören bekommen?

Wieviel Menschen leben eigentlich hier, die sich im westliche Leben sauber eingerichtet haben, es aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Schmutz ziehen?

Wie Muslime in Arabien oder wo auch immer auf die Zeichnungen reagieren sei ihnen überlassen. Die Intolleranz und Humorlosigkeit von diesen Menschen können und dürfen wir nicht beeinflussen. Der Aufstand, der nun aber in Europa und speziell Dänemark angezettelt wird ist aber fehl am Platz.

In Europa gibts zum Glück Presse- und Meinungfreiheit, ein Konzept, das halt nicht nur Hasspredigern und radikalen Zeitungen sondern auch dem Rest der Welt das Recht gibt seine Meinung zu verbreiten. Es gilt was immer gilt, wenn man in einer fremden Kultur lebt: gefällt es einem nicht, so kann man jederzeit gehen.

Der Kommentarbereich dieses Artikels ist geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.