Der Film beginnt mit dem Klang einer sich nähernden Stampede aus trampelnden Stiefeln der Gefangenen im Folsom Prison, die eine Zugabe verlangen, während Johnny Cash in einem Raum hinter der Bühne die Zähne einer Kreissäge streichelt und sich an seinen Bruder erinnert, den eine Säge aufgerissen hat. Die ersten zwanzig Minuten von Walk The Line machen klar, dass nicht nur Gott das Drehbuch geschrieben hat, und zeigen, was Ton-Film ist: Gefühle zu hören, ohne sie abzubilden, die Einsamkeit, die im Knirschen von Kies und Sand unter den Schuhen des Sohnes liegt, die Ohnmacht, wenn der Vater die Country-Musik aus dem Radio niederbrüllt.

Und da gibt es jene Szene auf dem Baumwollfeld, die jenseits der Ballade von John und June etwas über Musik erzählt. Ray Cash, eisig-kalter Vater, schleift seinen Baumwollsack übers Feld, reißt die Blüten ab und bekommt wieder einen seiner Wutanfälle. Er schreit, tritt um sich, während die beiden Söhne vor Angst erstarren. Doch plötzlich widerspricht die Mutter und richtet sich auf. Und während er brüllt und die Luft zum Schneiden dick ist, in dieser Atmosphäre aus Gewalt, singt sie plötzlich einen Hymnus, ihre aufrechte Trauer: Musik, jenseits von richtig und falsch, jenseits von stark und schwach, als die einzig friedliche Macht auf Erden. Gott heißt in diesem Fall T-Bone Burnett und schuf auch für O Brother, Where Art Thou? die Musik. Es wäre der dritte Oscar für diesen Film.