integrationGerechtigkeit für die Muslime!

Die deutsche Integrationspolitik stützt sich auf Vorurteile. So hat sie keine Zukunft. Petition von 60 Migrationsforschern von Yasemin Karakasoglu und mark Terkessidis

Vor einiger Zeit hat der Berliner Stadtteil Neukölln eine Kampagne gegen die Zwangsheirat gestartet. Mit riesigen Plakaten wird über das Phänomen aufgeklärt und Beratung angeboten. Auf der Seite wird zwar politisch korrekt darauf hingewiesen, dass die Zwangsheirat »in allen Kulturkreisen« anzutreffen sei, doch der Klick auf die Literaturhinweise spricht eine ganz andere Sprache. Dort findet man nämlich eine Liste der derzeit populären Sachbücher über den Islam – an erster Stelle Necla Keleks dann von Ayaan Hirsi Ali und von Seyran Ates. Bei diesen Werken handelt es sich um eine Mischung aus Erlebnisberichten und bitteren Anklagen gegen den Islam, der durchweg als patriarchale und reaktionäre Religion betrachtet wird. Zudem werden Romane empfohlen – alles Boulevard-Storys, in denen »muslimische Mädchen« ganz »authentisch« berichten, wie sie gequält und geschunden wurden. Schließlich finden sie ihr Refugium im Schoße der westlichen Zivilisation. Die Stoßrichtung dieser Literaturempfehlungen ist eindeutig: Es ist der unverbesserlich rückschrittliche Islam, der verantwortlich ist für Zwangsverheiratungen und andere Grausamkeiten. Als Gegenmittel hilft nur »Integration« in die deutsche, sprich westliche Gesellschaft.

Dass diese Bücher mit der Autorität der städtischen Verwaltung empfohlen werden, ist kaum verwunderlich – schließlich hatte der ehemalige deutsche Innenminister Otto Schily höchstpersönlich das Buch von Necla Kelek den Lesern des Spiegels ans Herz gelegt. Allerdings sollte man annehmen, dass Verwaltung und Ministerium dem interessierten Publikum eine Literatur empfehlen, die eine aufklärende Wirkung hat, also eine Literatur, deren Aussagen wissenschaftlich abgesichert sind. Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil der Fall – bei den erwähnten Büchern handelt es sich um reißerische Pamphlete, in denen eigene Erlebnisse und Einzelfälle zu einem gesellschaftlichen Problem aufgepumpt werden, das umso bedrohlicher erscheint, je weniger Daten und Erkenntnisse eine Rolle spielen.

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Die Literatur ist unwissenschaftlich und arbeitet ganz offensichtlich mit unseriösen Mitteln. Necla Kelek beispielsweise hat vor etwa drei Jahren ihre Dissertation zum Thema Islam und Alltag vorgelegt, in der sie zu ganz anderen Ergebnissen kommt als in Die fremde Braut. Sie stellte damals fest, dass der Islam für die jungen Leute türkischer Herkunft vor allem ein Mittel der sozialen Identifikation sei – und weniger eine unhinterfragte religiöse Tradition. In den Islamvorstellungen der von ihr interviewten jungen Leute zeige sich eine Modernisierung des Islam – eine Anpassung an die hiesigen Lebensumstände und eine Subjektivierung des Hergebrachten.

Dass sie in Die fremde Braut das genaue Gegenteil behauptet, scheint für Necla Kelek kein Problem zu sein. Sie verwendet sogar Interviewmaterial aus ihrer früheren Untersuchung – allerdings wird es nun neu gedeutet. 2002 schrieb sie: »Das Bekenntnis zum Muslim-Sein darf im Regelfall nicht als traditionelle Selbstverortung missverstanden werden.« 2003 werden Interviewaussagen von »Mete« und »Emil«, die aus der Untersuchung Islam im Alltag stammen, völlig anders interpretiert. Das Menschen- und Weltbild des Islam, das den Einzelnen der Gemeinschaft und dem Willen Gottes unterwerfe, werde von den Jugendlichen überhaupt nicht hinterfragt, schreibt sie. Und weiter: »Es kann auch gar nicht infrage gestellt werden, weil der Islam als Gesetzesreligion gottgegeben ist. Dieses Kulturmuster prägt das Handeln der muslimischen Migranten in Deutschland bis in den letzten Winkel ihres Alltags – ihr Leben, ihr Verhalten, die Erziehung der Kinder. Und diese Werte haben mit den Werten und Normen der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht viel gemein.«

Offenbar wurden hier die eigenen – und zwar wissenschaftlich abgesicherten – Erkenntnisse mutwillig verbogen, um am Buchmarkt einen Erfolg zu landen und sich dabei selbst als authentischen und vorgeblich wissenschaftlich legitimierten Ansprechpartner für alles, was mit »den Türken« oder »dem Islam« zu tun hat, in Szene zu setzen. Das Kalkül geht auf, von der taz bis zur ZEIT wird Kelek gern konsultiert, wenn es darum geht, »türkische« oder »islamische« Verhaltensweisen zu deuten. Sie darf gewalttätige Übergriffe türkischer Fußballnationalspieler gegen die Schweizer Mannschaft unreflektiert auf die islamische Religionszugehörigkeit der türkischen Spieler zurückführen oder Vandalismus von jungen Migranten nach französischem Vorbild mit Hinweis auf das Unvermeidliche der »türkisch-islamischen Kultur« auch für Deutschland prognostizieren. Dabei sind die »Analysen« nichts mehr als die Verbreitung billiger Klischees über »den Islam« und »die Türken«, angereichert durch schwülstige Episoden aus Keleks Familiengeschichte.

Dass Politik mithilfe der Medien zur Verbreitung solch unseriöser Literatur beiträgt, um eigene integrationspolitische Fehler im Umgang mit dem Thema Zuwanderung zu verschleiern – diese Entwicklung beobachten wir mit Besorgnis. Wir, die Verfasser und Unterzeichner dieses offenen Briefes, sind Forscher und Forscherinnen, die zu unterschiedlichsten Facetten des Themas Migration gearbeitet haben – zu Generationenbeziehungen, Zugehörigkeit, Islamvorstellungen, Lebensentwürfen, Ethnizität und Ethnisierung, Rassismus und Identitätsentwicklung.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland eine quantitativ und qualitativ-empirische Migrationsforschung entwickelt, die international anschluss- und konkurrenzfähig ist. Wenn auch Unterschiede existieren, was die theoretische Rahmung der Befragungsergebnisse betrifft, so gibt es doch ganz erstaunliche Übereinstimmungen in den Ergebnissen unserer Forschung. Im Großen und Ganzen werden die Ergebnisse gestützt, zu denen auch Necla Kelek gekommen ist, als sie noch wissenschaftlich vorgegangen ist.

Leserkommentare
    • Numen
    • 02. Februar 2006 10:39 Uhr

    "Wenn es keine transparenten Möglichkeiten zur Einwanderung gibt, nutzen die Auswanderungswilligen eben Schlupflöcher. Das ist ein politisches und kein moralisches Problem."
    Ach wirklich? Gesetze zu brechen, oder zumindest sie zu umgehen, ist "kein moralisches Problem"? Was denn sonst?
    Es gehoert zum Grundbestand der Moral, dass bestehende Gesetze einzuhalten sind. Jeder, der davon abweicht, handelt im engeren Sinne unmoralisch.

    "Nun heißt das keineswegs, dass es keine Zwangsheiraten oder keine »Ehrenmorde« gibt und dass die Gesellschaft nicht aufgerufen ist, dagegen etwas zu unternehmen. Dafür gibt es bekanntlich Gesetze."
    Wir erinnern uns: Gesetze zu umgehen, ist nach Auffassung des Autors nicht unmoralisch.
    Warum sollten also die entsprechenden deutschen Gesetze eingehalten werden, denn noch dazu sind *diese* Dinge ja so etwas wie "gottgegeben", also geradezu erforderlich. Eine Abgrenzung, ein "Das ist falsch" gerade zu diesen beiden Komplexen, vermeidet der Autor uebrigens wieder mal... Weil es ja... ach ja, Gesetze gibt, nicht wahr?

    • Ginseng
    • 02. Februar 2006 12:32 Uhr

    Es wurde wirklich Zeit, dass Journalisten den Mut bekommen, den allgewärtigen Moral Mainstream von den schlimmen Ehrenmorden zu kritisieren. Es ist wichtig das Thema rational und differenziert zu betrachten, da hilft die ständige moralische Entrüstung einer Necla Kelek wenig, noch dazu, wenn sie eigene Forschungsergebnisse nachweislich mißintepretiert. Migration ist zu wichtig, als das wir dieses Thema dem moralischen Stammtisch einer Necla Kelek zu überlassen. Der Artikel ermöglicht einen Perspektivwechsel, den es zu überdenken gilt. Die eigentliche Frage ist doch: Wie wollen wir in einem durch Migration grundlegend veränderten Deutschland leben und welches Selbstverständnis haben wir von uns selbst. Die alte Formel: Islam versus Demokratie ist kontraproduktiv und schürt nur Vorurteile.

    Aufklärung ja, aber nicht im Sinne einer Necla Kelek!

  1. Es geht hier ja gar nicht um Zwangsheirat oder sonstwas, der ganze Aufruf ist ein Hilfeschrei, kauft nicht diese minderwertigen Bestseller sondern laßt uns Gutachten liefern, in Talkshows auftreten, gebt uns öffentliche Aufträge, setzt uns in (gutbezahlte) Kommissionen usw. Wir sind die "Wissenschaftler", dies alles gebührt uns nicht diesem Pack.

    • kb26919
    • 02. Februar 2006 17:05 Uhr

    Dadurch dass ich teilweise im Ausland lebe sehe ich diese Debatte anders.Das Problem scheint zu sein dass Immigranten erwarten dass man sich an sie anpasst,ihre Sitten,Sprache und Kultur akzeptiert und am besten gleich mit annimmt-dann waere sicher alles bestens.Aber durch die so verschiedenen Werte ist ein Zusammenleben mit Menschen einer so unterschiedlichen Kultur,die total durch ihre Religion gepraegt ist fast unmoeglich.Es sind ja nicht die Deutschen,die sich sperren.Das Problem sind die Muslime,die auch nach Jahrzehnten in D die Sprache kaum oder nur mangelhaft beherrschen.Da ist die Tatsache dass viele Muslime keinen Verkehr mit Deutschen wollen da sie die westlichen Werte nicht fuer sich akzeptieren und annehmen wollen.Wenn Mitglieder einer tuerkischen Familie ihre Tochter ermorden 'weil sie wie eine Deutsche leben will'dann ist das sicherlich kein Beweis fuer den Integrationswillen sondern eher das Gegenteil.Durch fehlende Sprachkenntnisse schottet man sich automatisch ab-Kinder auf muslimischen Familien nehmen nur teilweise am Schuluntericht teil,Ausfluege,Turnen,Schwimmen sind ein Tabu fuer die Maedchen.Dazu kommt die Tatsache dass die meisten Immigranten mit weniger Ausnahmen freiwillig eingereisst sind weil sie in D.bessere Lebensbedingungen fanden.Sie blieben auch bei hoher Arbeitslosigkeit wegen der Sozialleistungen,Krankenversicherung,Rente usw., nicht weil sie Deutschland moegen.Ihre Kinder sprechen oft die Sprache nicht genuegend um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben.Viele jugendliche Immigranten begehen kriminelle Taten wenn dann die Presse berichtet dass ein tuerkischer Jugendlicher irgendwo eingebrochen ist dann hagelt es Proteste dass derartige Berichte zum Fremdenhass aufrufen.
    Deutschland hat ueberhaupt keine Immigrations Politik es wurde zugelassen dass ein staendiger Strom von Fremden mit ganz anderen Sitten und Gebraeuchen ins Land zog und blieb.Sie naehmen Arbeiten an zu der keine Ausbildung noetig war..diese Jobs sind heute nicht mehr da...und die wenigern Arbeitsstellen die es in der Wirtschaft gibt verlangen eine solide Schulausbildung,deutsche Sorachkenntnisse und Studium.Alles Kriterien die viele jugendliche Immigranten nicht erfuellen -nicht weil man sie nicht foerdert oder foerdern will sondern weil sie von zu Hause aus daran gehindert werden.Ausnahmen beweisen dass
    in vielen Migrantenfamilien Schulausbilding nicht den 1.Platz in den Prioritaeten einnimmt.Immigranten haben eine Bringschuld wenn es um Integration geht-sie haben die Pflicht gewisse Bedingungen zu erfuellen denn sonst sind sie fuer das Einwanderungsland keine Bereicherung sondern ein Irritant.

  2. Endlich wird klar über "Zwangsheirat" und "Ehrenmord" geredet und geschrieben, und wird auch noch gelesen, da kommen die sog. Experten aus ihren Gelehrtenhöhlen hervorgekrochen und beginnen zu attackieren, zu beschimpfen und bloss zu stellen. Jahrelang hatten sie Zeit, die verantwortlichen Politiker zu beraten und entsprechende Konzepte für eine gelungene Integrationspolitk vorzulegen. Aber nichts ist passiert. Alles was ihnen einfiel, war "Augen zu und durch" zur Multikultur! Jetzt kommt aber das böse ERwachen: keiner hat sie ernst genommen! Schon garnicht die Zuwanderer, die eigentlich nur hier leben wollten, wie sie es in der Heimat gewohnt waren. Nur hat ihnen keiner gesagt, dass dies nicht geht - und zwar nicht nur Deutschland, auch nicht in Frankreich, oder Holland, oder sonstwo! Nein, wie können die Unterzeichner - ich wußte garnicht, dass es so viele "Experten" auf diesem Gebiet gibt - sich auf die Seite derer stellen, die weiterhin von "Zwangsheirat" und "Ehrenmord" keinen Abstand nehmen? Ich kann den mutigen Autorinnen nur sagen: Weitermachen und mit aller Klarheit und Wahrheit die Realitäten aufzeigen.

  3. Die Vertreter des traditionellen Teils des Islams sind noch lange nicht in der demokratisch–westlichen Gesellschaft der BRD angekommen. Noch immer beharren sie auf einem Ausnahmerecht für die Durchsetzung ihrer Wertvorstellungen. Toleranz wird von ihnen in ihrem Sinn definiert – nicht als Gegenseitigkeit.

    Doch das ist kein Zufall, wie uns die Forderungen nach öffentlichen Entschuldigungen für Veröffentlichung von Karikaturen Mohammeds. Es geht dem anti – modern ausgerichteten Teil des Islams um die Bekämpfung der gesellschaftlichen Errungenschaften der Aufklärung.
    Seit Rushdies »Satanischen Versen« ist die Tendenz klar: die säkularen Gesellschaften des Westens unter Druck setzen, ihre Waren boykottieren und gegen die Kritiker der, in aller Regel anti-demokratischen, Regime vorgehen.

    Der aufgeklärte Westen soll vorgeführt werden, seine Wertvorstellungen von Emanzipation der Frau bis Religionsfreiheit sollen der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Denn die Mullahs machen seit Rushdie die Erfahrung, das der Westen einknickt. Die entschuldigungen der Dänen bestätigen ihre radikal – islamische Auffassung, das die Westler kein Assabiyah, kein Kulturbewusstsein haben.
    Damit sind sie keine ernst zu nehmenden Verhandlungspartner, woraus folgt, dass man noch weiter nachboren und sticheln kann.

    Dieser Taktik ist nicht mit Boykotten oder Aggressionen bei zu kommen. Auch nicht mit Deutsch per Mehrheitsbeschluss auf Schulhöfen. Das demonstriert nur Intoleranz – und Furcht vor fremden Einflüssen.

    Eine starke Demokratie beruft sich auf ihre ureigenen Traditionen: Toleranz unter Anerkennung der Bürgerechte, Religion als Teil des Privatlebens ohne Tendenz, diese Religion (egal, ob christlich oder sonst ein Glaubensbekenntnis) als Gundsatz für das öffentliche Leben aller Bürger zumachen.
    Dazu gehört allerdings auch die Abschaffung des christlichen Religionsunterrichts im Schulunterricht als Pflichtveranstaltung und die Abschaffung des Einzugs der Kirchensteuer durch den Staat.
    Dazu gehört ebenso, zu akzeptieren, wenn ein Gerichtsurteil in Bayern das christliche Kreuz in Schulräumen von der Zustimmung der Eltern abhängig macht. Es gehört auch dazu, die geschmacklichen Verirrungen von Jesus – Kritikern zu dulden, ohne solche Veranstaltungen von der Polizei schließen zu lassen.
    Widerspruch darf nicht diskreditiert werden, denn das katholische Glaubensbekenntnis ist nicht besser oder schlechter als alle anderen religiösen Überzeugungen. In Köln hatten mit der Kritik am Papst viele Menschen ein Problem. Und die jungen Katholiken wickelten sich vorzugsweise in die Flaggen ihrer Nation und nicht etwa in die Fahne der Europäischen Union.
    Religion ist auch in Deutschland nicht völlig vom Staat und seinen Institutionen getrennt. Und nationalistische Untertöne scheinen auch dem Christentum nicht ganz fremd zu sein.

    Die Kritik an den Mullahs sollte daher mit einem größeren Demokratiebewusstsein verbunden sein. Denn sonst stehen sich nur die Starrköpfigen aller Kulturen gegenüber. Doch mit ´Null – Toleranz ´ ist das genauso wenig zu schaffen wie mit Ignoranz, sei es in einer Migrationsstudie oder im Wissen um die Traditionen der Aufklärung.

    Alois Kück, Mag. Politologie. Köln 2006.

    • feli563
    • 02. Februar 2006 20:54 Uhr

    Es verwundert nicht, dass Karakasoglu die Veröffentlichungen Keleks als unwissenschaftlich deklariert, ist doch Frau Karakasoglu von Hause aus keine Erziehungswissenschaftlerin, sondern hat Turkologie, Politik- und Literaturwissenschaften in Hamburg und Ankara studiert. Gleichwohl hat sie selbst im Auftrage der Bundesregierung Untersuchungen über die Lebenssituation von Migrantinnen durchgeführt, die jedoch aufgrund der nichtrepräsentativen Stichprobe - bereits bei der Auswahl der Interviewpartnerinnen wurde stark selektiert - keinerlei wissenschaftlich fundierte Aussagen zuließen. Sie genügten vor allem den Kriterien der Objektivität nicht, was Karakasoglu jedoch nicht hinderte, diese Untersuchungsergebnisse mit einem wissenschaftlichen Stempel zu versehen, sie zu generalisieren und sie somit in einen verfälschenden Zusammenhang zu stellen.

    So stellt Karakasoglu in ihrer "Untersuchung" fest, dass einerseits die kopftuchtragende Muslimin einem Klischee entspricht, nicht der Realität und andererseits das Kopftuch ein Zeichen des neuen Selbstbewusstseins junger Musliminnen ist, sie die „glücklichen Töchter Allahs“ sind.

    Nun sollte hier allerdings erwähnt werden, dass Karakasoglu sich für das Menschenrecht von Frauen, ein Kopftuch zu tragen, engagiert und desweiteren zum Vorstand der Muslimischen Akademie gehört. Vielleicht erklärt dies die Hetzkampagne, die Karakasoglu unter Zuhilfenahme der Political Correctness-Keule gegenüber Frau Kelek, Hirsi Ali und Ates betreibt, denn als etwas anderes kann man den von ihr mitverfassten Artikel "Gerechtigkeit für die Muslime" nicht bezeichnen.

    • uetz
    • 02. Februar 2006 21:08 Uhr

    ...zumindest in Deutschland. Das ist den wenigsten Deutschen bewusst. Als ich meiner langjährigen nepalesischen Freundin den Aufenthalt in Deutschland ermöglichen wollte, indem ich sie hierzulande heirate, wurde das mit der Begründung abgelehnt, dass sie in Nepal ja zwangsverheiratet wurde und damit völlig legal verheiratet ist. Mit anderen Worten: Zwangsehen werden in Deutschland anstandslos anerkannt! Selbst die Tatsache, dass meine Freundin zum Zeitpunkt der Zwangsverheiratung erst 13 war, hat die hiesige Standesbeamtin nicht irritiert, man "müsse halt die Gesetze anderer Länder respektieren". Muss man? Ich glaube nicht! Ehen, die ausserhalb Europas geschlossen werden, sollten schlicht als "nicht existent" betrachtet werden. Damit würde auch der bürokratische Unsinn mit den "Ehefähigkeitszeugnissen" aufhören, den es z.B. in Nordamerika überhaupt nicht gibt.

    Dr. Peter Uetz, Karlsruhe

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