Berlinale Jeder kann ein Held seinSeite 5/5

Das ist kein Fall für digitale Kameras, sondern für richtiges Kino

In Sehnsucht verlässt dieses Was-wäre-wenn-Spiel den Konjunktiv und wechselt ins Drama des Lebens. Das ist kein Fall für kleine digitale Kameras, wie Grisebach findet, sondern für das Kino, für richtigen Film auf Zelluloid: »Ich wollte ein episches, altmodisches Material verwenden, weil es die Geschichte per se schon überhöhen kann. Ich wollte dem, was so leicht dokumentarisch und improvisiert wirkt, einen gewissen Widerstand entgegensetzen.« Also nicht die schnelle Handkamera, sondern ein Filmbild, das klassischer wirkt und »das Zeitlose, das Allgemeine an der Geschichte verstärkt«.

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Es ist die Kunst der Filme von Valeska Grisebach, aber auch von Ulrich Köhler und Henner Winckler, dass sie so nahe rangehen und dabei doch von universellen Gefühlen, Stimmungen, Verirrungen erzählen. Mit großer formaler Sicherheit erforschen sie die Intensität eines Moments. Winckler, Köhler, Grisebach machen ein Kino der Langsamkeit, des Zuschauens und Beobachtens. Eines, das sich mit sympathischer Radikalität auf seine Figuren einlässt und im Unscheinbaren und allzu Vertrauten die ganz großen Erzählungen aufspürt. Es ist ein Kino, mit dem man, und das ist vielleicht das Schönste daran, nicht nur während der Berlinale rechnen muss.

 
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