Berlinale Yoga hat nicht geholfenSeite 6/6
ZEIT: Sind Sie Houellebecq einmal begegnet?
Roehler: Ja, in Paris, aber er war sehr in sich gekehrt. Eigentlich war er nicht ansprechbar, weil er so weit weg war. Im Grunde hatte er überhaupt keine Lust, zu kommunizieren. Er war wie ein schwarzes Loch. Er kann sich natürlich leisten, so asozial zu sein. Die Übersetzerin hat dann versucht, die peinlich langen Pausen mit Fragen zu überdecken. Irgendwann haben wir ihn mit seinem Hündchen rausgebracht. Er achtete nicht auf den Straßenverkehr und lief einfach auf eine mehrspurige Straße, wo die Autos mit quietschenden Reifen hielten. Er ist ein Anarcho, der völlig drauf scheißt, was die Außenwelt sagt. Der Typ ist eine Nummer für sich. Wahrscheinlich wollte er in den nächsten Swinger-Club.
ZEIT: Haben Sie ihm einen Ihrer Filme gezeigt?
Roehler: Davon konnte keine Rede sein. Seine Selbstdarstellung an diesem Tag war die eines Menschen, der wie mumifiziert in der Ecke sitzt, Cognacs kippt und den lieben Gott einen guten Herrn sein lässt. Obwohl er selbst Filme machen will. Er dreht ja auch Pornos. Zusammen mit seiner Frau oder Freundin. Einen sogar auf 35 Millimeter. Er soll aber schlecht sein. Man hat mir erzählt, dass richtige Pornokenner nicht auf ihre Kosten kommen.
Das Gespräch führte Katja Nicodemus
- Datum 09.02.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 09.02.2006 Nr.7
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