Siegfried Gerlach: George Bähr -

Der Erbauer der Dresdner Frauenkirche

Böhlau Verlag, Köln 2005 - 236 S., 19,90 e

Nach dem Rausch, in den die wiedererrichtete Dresdner Kirche so viele versetzt hat, tut es gut, diesen weit ausholenden, dennoch spannend erzählten Bericht zu lesen. Es geht dem Autor nicht bloß um die monumentale und ebenso anmutige Erscheinung des einzigartigen Baukunstwerkes, auch nicht allein um den Architekten (und Orgelbauer) Bähr. Er bettet das alles in die historische Situation Sachsens und Dresdens ein und macht die Leser mit dem Lebensgefühl der Zeit bekannt. Der Wirbel um den Wiederaufbau hat gottlob viele Forscher animiert, sodass sich der Autor auf etliche neue Erkenntnisse stützen kann.

Bettina Schlorhaufer (Hrsg.): Cul zuffel e L'aura dado - Gion A. Caminada

Fotos: Lucie Degonde - Quart Verlag, Luzern 2005 - 194 S., 49,- e

Natürlich erfährt man schnell, dass der rätoromanische Titel raue Winde aus Süd und Nord meint. Alles an und in diesem Buch ist ungewöhnlich und überraschend: die Bilder ebenso wie die Texte, und die Graubündner Landschaft um das Dorf Vrin wirkt ebenso faszinierend wie die Baukunst, die hier zu Hause ist und um die es hier geht. Gion A. Caminada heißt der Architekt dieser Bauten. Ihr Pfiff ist, dass sie den Orten ebenso inkorporiert sind wie umgekehrt die Gegend, deren Lebens-, Bau- und Gestaltungsusancen ihnen. Es ist das Werk eines geduldigen und couragierten Architekten, der als Tischler angefangen hat und seit Jahren Professor der ETH Zürich ist. Zuerst scheint das Buch so peripher wie die Landschaft zu sein - doch rasch erliegt man seinem Charme. Und denkt: Gut, dass es solche Baumeister gibt.