Den Nachmittag vertrödele ich mit Spazierengehen, setze mich noch für eine Stunde an den Strand und beschließe dann, auf dem Rückweg Hassan zu besuchen, den surfenden Friseur, der seinen Laden, wie es sich für einen echten marokkanischen Rastafari gehört, mit Bob-Marley-Plakat und jamaikanischer Flagge geschmückt hat.

Die Medina von Rabat betritt man auf dieser, dem Meer zugewandten Seite durch ein äußerst schmales Tor in der ansonsten lückenlosen Stadtmauer. Ziemlich am Anfang der Gasse sitzt eine alte Frau mit einem ganz und gar pockenwarzigen Gesicht in einem Hauseingang; als meine Bekannten mich vor einer knappen Woche hier entlanggeführt haben, bin ich bei ihrem Anblick leicht erschrocken. Jetzt nehme ich ihre vollkommen ungerührte Gestalt gleich einer Wegweiserin erfreut zur Kenntnis. Der Weg führt mich bis zum Ende der Gasse, links, bis zu einem kleinen Lebensmittelladen, und dann wieder rechts, die Gasse hinunter. Tatsächlich gefunden.

Es ist kurz nach fünf, der Maestro sitzt müßig auf der Besucherbank und blättert in einem alten spanischen Hochglanzmagazin. Er erkennt mich sofort wieder, fragt, wie es geht, ich danke und erzähle von dem wunderbaren Essen bei Rachids Maman und dass ich morgen nach Tanger aufbrechen würde. Wir unterhalten uns über die Umstände meiner Reise, wo ich wohnen, wie lange ich bleiben werde.

Dann seift Hassan mich ein, es kitzelt auf angenehme Weise, es ist kühl, entspannend. Er will wissen, wer die beiden Typen waren, mit denen ich letzte Woche da gewesen sei. Ich weiß erst nicht, was er meint, und er präzisiert die Frage, na ja, der große Schlacks mit der Fotokamera und der andere mit dem Bart und dieser bekloppten Mütze.

Meinst du Achraf?, frage ich.

Keine Ahnung, wie der Typ heißt.