Ein grausiges Geschenk vom Christkind wurde an der chilenischen Küste angeschwemmt: Tausende toter Riesenkalmare spülte der Pazifik nahe der Stadt Concepción, etwa 500 Kilometer südlich von Santiago, auf den Strand. Die Kraken seien El Niño zum Opfer gefallen, vermutet der nationale Fischereidienst. Bei dem Wetterphänomen, das alle paar Jahre um die Weihnachtszeit auftritt, kehren sich die Strömungsverhältnisse im Pazifik um. Der Passatwind, der normalerweise kühles Wasser aus den gemäßigten Breiten zum Äquator transportiert, schwächt sich ab. Deshalb strömt warmes Wasser aus dem Westpazifik auf die südamerikanische Küste zu und unterdrückt die kühle Auftriebsströmung vor Peru und Chile. Der Ostpazifik erwärmt sich. Viele Meerestiere sind an die veränderten Bedingungen nicht angepasst und sterben – auch weil das warme Wasser weniger Sauerstoff und Nährstoffe enthält. Die Veränderung der Strömung könnte auch den Riesenkalmaren zum Verhängnis geworden sein. Normalerweise leben die Tiere in großen Tiefen und werden selten gesichtet.