Wer mit dem Zug zwischen Brüssel und Straßburg reist, kann in aller Muße die Kühe betrachten. Es ist ein Bummelzug, der Umzugsgedanken beschleunigt, alle Institutionen nach Brüssel zu verlegen. Außerdem kostet der Wanderzirkus jährlich mehrere hundert Millionen Euro. Bisher scheiterten freilich alle zarten Putschversuche von EU-Parlamentariern am Widerstand der Regierungen, die sich wie die Musketiere um Frankreich scharen. Darum wählten 23 EU-Parlamentarier aus Luxemburg, Lothringen, Elsass, Wallonien, Saarland, kurz, aus der SaarLorLux-Region, jetzt einen gemeinnützig-listigen Weg. Die Bahnlinie müsse zu einer Art Rückgrat der Schieneninfrastruktur für Zentraleuropa aufgemöbelt werden, schreiben unter anderem die Grüne Hiltrud Breyer (Saar), ihre CDU-Kollegin Doris Pack, der SPD-Kollege Joe Leinen und der FDP-Mann Jorgo Chatzimarkakis. Straßburg würde damit so dicht an Brüssel rücken wie weiland Lyon durch den TGV an Paris. Wer würde danach noch an Umzug denken?