In der aufgeheizten Atmosphäre der letzten Zeit möchte ich gern einen Moment innehalten, um einen knappen, aber wichtigen Sieg für die Meinungsfreiheit zu feiern. Nach einer langen Kampagne, die der britische PEN unter seiner Präsidentin Lisa Appignanesi gemeinsam mit Verbündeten in beiden Häusern des Parlaments und zahlreichen Künstlern, unter ihnen Rowan Atkinson und der Chef des National Theatre Nicholas Hytner, gegen eine notorisch besserwisserische Regierung führte, fiel die entscheidende Abstimmung im Unterhaus zu unseren Gunsten aus.

Die abgeschwächte Fassung des Gesetzes gegen Rassenhass und Aufwiegelung, das den Schutz der Meinungsfreiheit garantiert und Beleidigung nicht mehr unter Strafe stellt, ist ein Sieg der Demokratie über politischen Opportunismus.

Die meisten Medien sprachen von einer Blamage für Premier Blair, der, weil abwesend, das Scheitern des Gesetzentwurfs mit seiner eigenen Stimme hätte verhindern können. Man mag das mit Schadenfreude kommentieren, doch das würde der prinzipiellen Frage nicht gerecht, um die es hier geht.

Dass auch die Regierung an der Sache vorbeiargumentierte, ist nicht weiter verwunderlich. Nach dem widerwilligen Eingeständnis ihrer Niederlage scheint sie nur eine Lehre aus dem Fiasko gezogen zu haben, wenn sie feststellt, dass der Premierminister bei der nächsten Abstimmung über kontroverse Gesetzesvorhaben - etwa im Bildungsbereich - tunlichst anwesend sein sollte.

Wohl wahr.

Hanif Kureishi bezeichnete die Entscheidung des Parlaments als einen großen Erfolg für Schriftsteller und Intellektuelle, wenn sie zusammenstehen.

Philip Pullman wies auf die Notwendigkeit hin, auch in Zukunft wachsam zu sein. Der optimistische Rowan Atkinson sprach von einem Ergebnis, mit dem alle zufrieden sein können.