Entweder hat der Rezensent das Buch nur überflogen, oder aber er hat einmal wieder seine allseits bekannte Ranküne walten lassen.

Hier nur zwei Punkte:

1. Der Rezensent meint, das Buch müsse wegen der vielen vorgestellten Bauten ausländischer Architekten Architektur in Deutschland heißen und nicht Deutsche Architektur. Aber zu einem Bauwerk gehören neben dem Architekten auch ein Auftraggeber und das allgemeine Umfeld. Es käme wohl niemand auf die Idee, bei der Musik von Händel von einer deutschen Musik in England zu sprechen.

2. Es wird behauptet, dass das Baugeschehen lediglich additiv entlang von Einzelwerken geschildert werde (amüsante Häppchenkultur) und dass versäumt würde, das Baugeschehen in seinem materiellen und geistigen Kontext zu verankern. So werde beispielsweise die enorme Wirkung des Ersten Weltkriegs auf Rationalisierung, Materialeinsparung und Typisierung überhaupt nicht behandelt. Tatsächlich aber nehmen diese Themen in dem Buch einen breiten Raum ein.

Mit einer solchen Besprechung ramponiert der Rezensent weitaus mehr seinen eigenen Ruf als den seines Opfers.

AXEL MENGES, FELLBACH