In der strategischen Planung von Microsoft geraten zwei teuer entwickelte Programme des Hauses aneinander. Da ist zum einen das in aller Welt etablierte Microsoft Network (MSN), das als eine Art Portal seine Besucher zu verschiedenen Diensten im Internet führen sollte - von der virtuellen Programmzeitschrift bis zu den Sportnachrichten, vom Wetterdienst bis zur E-Mail, von der Suchmaschine MSN Search bis zu Fotodiensten. Der neue Chef der Abteilung, John Nicol, spricht seit kurzem sogar vom MSN Media Network und will sich mit Hollywood, der Musikindustrie und TV-Sendern enger verbandeln. Doch dann hat Microsoft-Chef Bill Gates ein ambitioniertes neues Projekt namens Windows Live vorgestellt. Und das kommt - abzüglich der Medieninhalte - sehr ähnlich daher wie MSN: als Internet-Seite, die Führer durch die weite Welt des Internet sein soll (nur viel trickreicher programmiert als die von MSN). Ein Microsoft-Manager namens Dare Obasanjo nahm in seinem Weblog kürzlich kein Blatt vor den Mund: Microsoft hat prinzipiell keine Ahnung von Markenentwicklung.