Im arabischen Raum nehmen Kunden nicht nur eine Einkaufsliste mit in den Supermarkt, sondern auch eine Boykottliste: Auf dieser stehen Produkte, die in Dänemark produziert wurden, in dem Land, in dem die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gedruckt wurden.

Auf einer solchen Boykottliste, die per Flugblatt und E-Mail in arabischen Staaten verbreitet wurde, standen zwei Produkte der Schweizer Firma Nestlé: die Babymilch Nido und das Milchpulver Klim. Daraufhin schaltete Nestlé Saudi-Arabien eine Anzeige in der gesamtarabischen Tageszeitung Asharq al-Awsat: Nido und Klim, hieß es da, seien keine dänischen Produkte. Beugt sich Nestlé damit nicht der Logik radikaler Muslime, um Gewinne zu retten?

Uns geht es doch nur um die Wahrheit, erklärt Nestlé-Pressesprecher François Perroud. Wir von Nestlé schätzen die Dänen sehr, und wir produzieren selbstverständlich auch in Dänemark - nur eben nicht Nido und Klim. Er sehe ja, dass dänische Kunden die Kampagne falsch verstehen, sagt Perroud, aber es sei alles nicht so gemeint gewesen. So wie er das sagt, klingt es, als habe er Angst, auch die Dänen könnten nun mit Boykottlisten einkaufen gehen.