Offenheit für Neues: An meinem 24. Geburtstag war mein erster Arbeitstag in New York. Als nach sieben Monaten mein Vertrag auslief, war ich infiziert von der Energie dieser Stadt. Ich fühle mich hier, als ob ich intensiver lebte als anderswo. Man kann in unterschiedliche Welten eintauchen, als sei man auf verschiedenen Kontinenten. Die Amerikaner sind offen für Neues und innovativ. Da heißt es: Zeig mir, was du machst. Und wenn das gut ist, trauen sie dir auch was zu. Ob man das in einem schicken Büro mit Glasfassade bastelt oder in seinem Schlafzimmer, das ist den Amerikanern egal. Anfangs dachte ich, ich müsste dringend meinen Akzent loswerden, bis ich begriff, dass der ein Vorteil ist. Meine Kunden sagen immer: "Oh, Sie haben europäischen Stil." Das ist hier ein Zeichen von Qualität. Mode, Möbel, Essen – da kommt alles Gute aus Europa. Und die Verlässlichkeit. Wenn man in Österreich etwas ausmacht, dann gilt’s, und man wurschtelt nicht herum. Wenn ich etwas verspreche, muss ich das auch halten, sonst fühle ich mich schlecht. Da bin ich doch sehr Österreicherin, und meine Staatsbürgerschaft, die würde ich nie abgeben.

Aufgezeichnet von Silvia Feist