Kino Die neuen Osmanen
»Tal der Wölfe – Irak« II: Für viele Türken beschwört der Film die gute alte Zeit herauf
Wer hat ihn gesehen und wer nicht? Während der Actionfilm Tal der Wölfe – Irak in einem Triumphzug durch die türkischen Kinos fegt, wird in der Hauptstadt Ankara genau registriert, welche Spitzenpolitiker sich den Film ansehen und welche sich davon fern halten. Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer, die Armeeführung und Außenminister Abdullah Gül wollen den Film lieber nicht sehen, besonders um im Ausland keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdog˘an schaute sich Tal der Wölfe in einer Privatvorführung an. Seine Ehefrau Emine und hochrangige Mitglieder seiner Regierungspartei AKP haben weniger Berührungsängste: Sie nahmen an Galavorführungen teil und lobten den von Kritikern als antiwestliches Machwerk verdammten Film in den höchsten Tönen.
Mit mehr als drei Millionen Zuschauern in nur zwei Wochen ist Tal der Wölfe schon jetzt einer der erfolgreichsten Filme der türkischen Kinogeschichte. In fast 500 Kinos im ganzen Land wird der Streifen gezeigt – und das, obwohl der Film in den großen Zeitungen der Türkei schlechte Kritiken bekam. »Ein mittelprächtiger Film, der auf die Stimmung in den Kaffeehäusern abzielt«, bemerkte der Filmkritiker der liberalen Tageszeitung Radikal zum türkischen Start des Films am 3. Februar. »Ein Film, der sich selbst zu ernst nimmt«, meinte auch Milliyet. Beim Tal der Wölfe – Irak handele es sich um eine schlechte alla turca- Kopie amerikanischer Propagandafilme, die »dem Zuschauer mit didaktischen und schwülstigen Dialogen und haltlosen Szenarien bestimmte Meinungen aufzwingen will«. Viel kritisiert wurde in der Presse der Antiamerikanismus des Filmes; der Antisemitismus, der mit der Figur eines in Organhandel verwickelten jüdischen Arztes transportiert wird, wurde dagegen kaum registriert.
Tal der Wölfe trifft bei den Türken offensichtlich einen Nerv. Dass die Türken zumindest auf der Leinwand endlich Rache an den Amerikanern nehmen können, die ins Nachbarland Irak einmarschiert sind und die türkische Armee dort nicht dulden wollen, ist nur eine Erklärung für den Erfolg des Streifens. Das David-gegen-Goliath-Thema wurde schon im vergangenen Jahr von dem Roman Metallstur erfolgreich ausgebeutet, in dem es um einen Krieg zwischen der Türkei und den USA ging und der zum Bestseller wurde.
Im Tal der Wölfe offenbart sich auch eine tiefer liegende Sehnsucht der Türken: die verklärte Erinnerung an die Zeit des Osmanischen Reiches, das den Irak und weite Teile des Nahen Ostens über Jahrhunderte beherrschte – und das nach türkischer Auffassung im Heiligen Land für eine Harmonie der Kulturen und Religionen sorgte, von der man heute nur noch träumen kann. Die Türken und ein »sanfter« Islam als Garanten von Ordnung, Toleranz und Gerechtigkeit in der Region: Diese Osmanen-Nostalgie wird im Tal der Wölfe nicht nur von der Hauptfigur des türkischen Geheimagenten Polat Alemdar verkörpert, dessen Name auf Deutsch »Bannerträger« bedeutet. Auch der Scheich einer islamischen Bruderschaft spielt in dem Film eine positive Rolle; der Geistliche verdammt Selbstmordattentate und wird als Kraft des Guten dargestellt.
- Datum 23.02.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 23.02.2006 Nr.9
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Wochenlang ging die Debatte darum, dass viele ahnungslose Menschen niemals die Karikaturen zu Gesicht bekamen, wegen der sie mit grosser Verzögerung von fanatischen Rädelsführern auf die Strasse gebracht wurden.
Wer ein Verbot von Tal der Wölfe in Deutschland fordert ist sich dieser Pikanterie offenbar nicht bewußt. Der Dialog der Kulturen, der manchmal auch zu Zank und Streit führt, ist jedenfalls ohne Kenntnis der Sehnsüchte und Empfindlichkeiten der Anderen von vornherein sinnlos.
Das aber zu wollen ist nicht nur dumm, sondern hirnlos.
Den Film zu verbieten wuerde unklug sein denn dann waere so ein Film noch interessanter.Manchmal macht es mehr Sinn etwas einfach zu ignorieren anstatt es immer wieder hochzu schaukeln.
Ein hervorragender Actionfilm, Der Film zeigt die Realität und wie die Schweizer wirklich sind, Mir kamen die Tränen, wir werden schlecht behandelt, so einige Meinungen der türkischen Kinobesucher über den Film Tal der Wölfe- Teil 2. Die Fortsetzung konnte nicht lange auf sich warten lassen. Wieder einmal ist die Welt empört, vor allem die Schweizer, die jetzt als Bösewichter herhalten müssen.
So ein Film gehört verboten, erklärte FIFA-Boss Joseph Blatter, nach einem Kinobesuch mit seiner Leibgarde den verdutzten türkischen Journalisten, die eigentlich ein Lob erwartet hatten. Der Bundeskanzler Moritz Leuenberger ließ verlautbaren dass dieser chauvinistische Film in unserem Lande verboten worden ist. Ich appelliere an alle Staaten, uns gegen die Türkei zu unterstützen. Die Schweizer Gazetten schrieben vom Kampf der Kulturen, forderten die türkische Regierung auf, sich von diesem Film zu distanzieren.
Nach dem kommerziellen Erfolg des Regisseurs Serdar Arkars mit dem seinem Film Tal der Wölfe, in der türkische Elite-Soldaten sich an bösen Amerikaner rächen, weil sie es wagten, türkischen Offizieren und Soldaten Säcke über deren Köpfe überzustülpen, müssen nun die Schweizer dran glauben.
Wieder einmal beginnt der Film mit einem realen Vorfall, die Schweizer erschwindeln sich das Ticket zur WM und die zu Recht wütenden türkischen Fußballer werden versuchen durch Argumente zu überzeugen, doch die Schweizer grinsen lediglich und freuen sich über ihren Sieg. Und hier setzt der Film an; ein türkischer Sportfunktionär nimmt aufgrund des nationalen Schmachs sich das Leben. In einem Abschiedsbrief bittet er seinen Militär- und Fußballfreund Polat Alemdar (Necati Sasmaz), wieder einmal, Rache an den fußballerischen Feinden der Türken zu nehmen.
Die Elitetruppe zerstört in dem Film Zürich und Bern, schafft es sogar, dass die FIFA die Schweiz disqualifiziert und für 20 Jahre aus dem Wettbewerb ausschließt, die WM absagt und die Türkei gleich als Türkei-Weltmeister kürt. Ohne Frage, dieser Film ist ein Balsam für die türkische Seele und ein Affront gegen die Schweizer.
Der Antischweizerismus ist nicht zu leugnen, alle Schweizer werden regelrecht negativ karikiert. Schweizer, die über ihren erschwindelten Sieg johlen und über trauernde türkische Kinder herziehen. Vor allem die FIFA-Funktionäre werden als absolute Ekel-Pakete, die fröhlich mit den schweizerischen Spielern und dem Schiedsrichter Lubos Michel trinken, feiern und fröhlich türkische Protestbriefe verbrennen, dargestellt. Interessant auch die Rückblenden der beiden Spiele, in der die Schweizer mit vielen fiesen Tricks die ehrlichen spielenden Türken hintergehen.
Serdar Akar findet die erneute Kritik für übertrieben Warum dürfen wir nicht auch mal über die Schweizer herziehen?. Auch der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan befand: dieser Film ist ein Meilenstein in der türkischen Filmgeschichte. Zum Schrecken der Deutschen wird Serdar Akar einen dritten Teil drehen. So ließ er wissen, dass die Baden-Württembergischen Landespolitiker wegen ihres Einbürgerungs-Leitfadens in Visier der ehrbaren Rachebrigaden geraten werden. Wir dürfen gespannt sein.
in welchem der Aufstieg und Untergang des Osmanischen Reiches beschrieben wird und da finde ich nicht viel von Harmonie und Frieden im Gegenteil,es wird in aller Ausfuehrlichkeit beschrieben durch welche Mittel die osmanischen Herrscher ihre und auch alle anderen Leute terrorisierten.Aber es kommt sicherlich auch drauf an aus welcher Ecke man die Sache beurteilt.Moeglicher Weise traeumen die neuen Osmanen von so einem Reich !
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