Schule »Voilà, Louis XIV«Seite 3/3
Das Kultusministerium spendet Lob, aber kein Geld
Im Frühjahr 2001 genehmigte das Kultusministerium ihren Antrag und bewilligte eine halbe zusätzliche Stelle. Nach dem Sommer konnte der Unterricht beginnen. »Eigentlich sind wir aber immer noch in der Erprobungsphase«, sagt Susanne Prüser. Ihre Arbeitszettel, Karten und Diagramme für den bilingualen Erdkundeunterricht muss sie wie ihre Kolleginnen selbst suchen, zusammenstellen und -schreiben. Für die neunte Klasse hat sie gerade eine komplette Unterrichtseinheit über den wirtschaftlichen Umbruch in China selbst hergestellt, denn für Gymnasien gibt es zwar mittlerweile einige Schulbücher, aber das, was da drinsteht, »muss für die Realschule noch angepasst oder verändert werden«.
Wie in Saarlouis werden die Schüler mit einem zweijährigen Kurs auf den zweisprachigen Unterricht vorbereitet. In der siebten und achten Klasse geht es dann los mit Erdkunde oder Geschichte auf Englisch. Eine Möglichkeit, den Unterricht durch ein Zertifikat zu honorieren, gibt es bislang nicht. Es fehlt auch noch der Kontakt zu einer Schule im englischsprachigen Ausland, weil »da von englischer Seite bisher, vielleicht aufgrund mangelnder Deutsch-Kenntnisse, kein Interesse bestand«, sagt Anne-Kristin Blöß. Trotzdem wollen jedes Jahr fast doppelt so viele Eltern ihre Kinder an St. Jürgen bilingual lernen lassen, wie es Plätze in der Klasse gibt. »Wir würden sehr gerne eine zusätzliche Klasse pro Jahrgang anbieten«, sagt Blöß, aber das Geld fehle für mehr Lehrer, die halbe Stelle für den bilingualen Unterricht sei wieder um einige Stunden zusammengestrichen worden. Und wenn zum Beispiel Susanne Prüser wegen Krankheit nicht kommen könne, würde der bilinguale Erdkundeunterricht ganz ausfallen.
Bei Susanne Prüser im Vorbereitungskurs sitzen Kinder, die das Glück hatten, einen Platz zu bekommen. Vor der Tafel steht eine Karte der Britischen Inseln. Natascha, elf Jahre, steht mit dem Zeigestock daneben und erzählt, wie das Wetter morgen in Manchester wird: »Ladies and gentlemen, here is the weather report for today. In the morning it is foggy and the temperature is about two degrees. Thank you!« Natürlich gehört Mut dazu, vor der ganzen Klasse auf Englisch das Wetter vorherzusagen. Doch der bilinguale Unterricht stärkt die jungen Schüler offenbar: Nach der Stunde erzählt Natascha, dass sie später, nach der Realschule und nach dem Gymnasium, nach London ziehen will. Um dort zu studieren.
Am 3. März erscheint die neue Schulstudie Desi zum Sprachenlernen. Ein aktueller Bericht folgt hier
Die Internetseite von
Desi
(Deutsch Englisch Schülerleistungen International)
informiert
detailliert über die Beteiligten, das Konzept und die durchgeführten
Tests.
- Datum 02.03.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 02.03.2006 Nr.10
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Das Französische Gymnasium in Berlin, eine öffentliche Schule, bietet seinen deutschen Schülern schon seit 1955 beide Abschlüsse, Abitur und Baccalauréat, an. Die Unterrichtssprache ist dabei ab Klasse 7 in fast allen Fächern Französisch in gemischten Klassen.
Schade, daß die John F. Kennedy Schule in Berlin, Zehlendorf nicht erwähnt wurde. Ich 1964-68 an dieser Schule. Wir haben alle Fächer auf englisch und deutsch unterrichtet.
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