kino Im Körper eines MannesSeite 2/2

Ihre Weiblichkeit ist fragil und überzeichnet, ihre Wangenknochen sind hoch und wie eine Abwehr gegen die zweifelnden Blicke der Welt, ihre Augen sind stumpf und nach innen gewandt, sie ist müde und hat ihren Mund zu einem Strich gefaltet, weil sie nicht immer erklären will, weil sie einfach nur sie selbst sein will. Felicity Huffman gibt dieser Figur eine Stärke, die fast beiläufig und selbstverständlich wirkt, gerade weil alles andere so kompliziert ist.

Es ist eine brüchige, menschliche Geschichte, die Duncan Tucker erzählt, nah an den Figuren und nach Möglichkeit auf Distanz zu den Klischees – es ist aber auch die Geschichte einer verwirrenden Wirklichkeit, in der sich Rollenbilder und Sehnsüchte übereinander legen und verschieben und vermischen und am Ende doch einigermaßen intakt bleiben. Bree wird die Frau, die sie immer sein wollte, ihre Weiblichkeit bleibt so künstlich, wie es das Leben erforderlich macht, ihr Sohn wird seinen Vater nun eben Mutter nennen. Im Westen, das weiß der Drehbuchteufel, kann man sich vielleicht eine neue Identität erfinden; man kann sich aber nie ganz vergessen.

Die Oscars werden am Sonntag in Los Angeles vergeben. Felicity Huffman ist die Außenseiterin, Favoritin ist Reese Witherspoon als June Carter Cash in der Johnny-Cash-Hommage Walk The Line. Reese Witherspoon hat für diese Rolle etwas anderes riskiert als Felicity Huffman. Sie hat sich ihre blonden Haare braun gefärbt.

 
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