»Aus der BSE-Krise gelernt«
Nur Transparenz helfe, findet die frühere Gesundheitsministerin Andrea Fischer
DIE ZEIT: Als die BSE-Krise vor sechs Jahren ausbrach, wurde sie lange verharmlost. Wird jetzt bei der Vogelgrippe unnötig dramatisiert?
Andrea Fischer: Zwischen Vogelgrippe und BSE gibt es einen Unterschied. Bei BSE wurden die Verantwortlichen mit großem Misstrauen betrachtet, weil die Menschen das Gefühl hatten, lange betrogen worden zu sein. Deutschland hatte sich der Illusion hingegeben, BSE-frei zu sein, was nur dadurch zustande kam, dass man nie BSE-Tests gemacht hatte. Wenn man damals sagte, es bestehe keine Gefahr, galt das als Beschwichtigung. Bei der Vogelgrippe gibt es keinen Schuldigen. Dennoch geht man auf einem schmalen Grat.
ZEIT: Wie hält man die Balance?
Fischer: In so einer Situation gilt das Prinzip absoluter Offenheit und Transparenz. Die Beachtung der Fakten hält einen automatisch von Panik ab. In einer solchen Situation Informationen zurückzuhalten würde sich rächen.
ZEIT: Sie haben damals am eigenen Leib erfahren, wie schwierig es ist, immer alle Informationen zu besitzen. Sie sind darüber gestürzt, dass Sie von einer Studie nichts wussten, die deutsche Wurst als bedenklich einstufte.
Fischer: So etwas kann in einer Krise passieren. Dennoch gibt es keine Alternative zur Transparenz.
- Datum 02.03.2006 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT 02.03.2006 Nr.10
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