Journalismus Todesmutig für die WahrheitSeite 5/5

Im Irak selbst rief die Nachricht über die gekauften Journalisten bei vielen lediglich ein Achselzucken hervor. Unter Saddam Hussein hatten die Medien einzig eine Aufgabe: das Regime zu stützen und den Diktator zu verherrlichen. Der Versuch des Pentagons, die Presse auf Linie zu bringen, kam den Irakern allzu vertraut vor – auch wenn die Journalisten anders als im alten Regime nicht durch Folter eingeschüchtert, sondern mit Geld geködert wurden. Der Mechanismus schien derselbe: Journalisten schreiben, was die da oben wünschen. Ein Vorgang, der in den USA und in Europa zu einem Aufschrei der Empörung führte, schien im Irak völlig normal. »Ich wäre eher überrascht gewesen, wenn sie so etwas nicht machen«, war ein häufig zu hörender Kommentar.

Darin liegt denn auch die größte Herausforderungen beim Aufbau einer freien Presse im Irak: im Volk den Glauben an die Medien als eine unabhängige vierte Gewalt zu verankern, die nicht Spielball politischer Interessen ist, sondern Wächter über die Mächtigen im Interesse der Bürger. Für keine Seite käuflich und der Wahrheit verpflichtet, nicht aber dieser oder jener Partei. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber immerhin sind schon viele Journalisten unterwegs.

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Susanne Fischer, geboren 1968, hat zehn Jahre lang für die »Süddeutsche Zeitung«, »Die Woche«, »Spiegel« und »Brigitte« über deutsche Politik berichtet. Seit Herbst 2003 schreibt sie aus dem und über den Irak. Seit März 2005 lebt sie im kurdischen Nordirak, wo sie im Auftrag des britischen Institute for War and Peace Reporting irakische Journalisten ausbildet.

 
Leser-Kommentare
  1. Ist es die Suche nach der Wahrheit oder einfach nur Jagd auf die naechste,grosse Schlagzeile die dem Journalisten einen'Namen macht'????

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