Vogelgrippe Tieropfer gegen Menschenangst

Rinderwahn, Schweinepest und nun die Vogelgrippe: Bricht Panik aus, verstummen selbst wortgewaltige Tierschützer

Die versammelten Landwirte und Journalisten im bayerischen Oberding mussten sich vorkommen wie bei der Werbeveranstaltung eines Internet-Providers oder eines Telefonanbieters. Die Ausstattung vor Ort gemeinsam optimieren lautete der Titel. Das Programm versprach »verschiedene zeitgerechte Lösungen wie Standby-Verträge mit Lieferfirmen«, effektiv im Dienste einer »Just-in-time-Logistik«. Die wiederum »spart nicht nur Geld, sondern garantiert auch einsatzbereites Material«.

Das technische Wunderwerk, das Bayerns Verbraucherminister Werner Schnappauf bereits am 12. Januar in der Tierkörperbeseitigungsanlage in Oberding anpries und vorführte, ist eine Tötungsmaschine der Superlative. Bis zu 4000 Hühner in der Stunde können damit per Hand kopfüber in ein Fließband gehängt und durch ein unter Strom gesetztes Wasserbad gezogen werden. Ergänzt wird das Prachtstück durch drei mobile CO2-Einschläferungsanlagen, um Federvieh mit Gas zu ersticken. Mit 500 Hühnern in der Stunde wirken sie wie leistungsschwache Oldtimer neben dem 60000 Euro teuren Wundergerät.

Anzeige

Doch nicht im hochgerüsteten Freistaat, sondern auf der wenig vorbereiteten Insel Rügen herrscht seit dem 15. Februar Katastrophenalarm. Mehr als 3000 tote Vögel schleppten mobile Einsatzkräfte und Bundeswehrsoldaten zur virologischen Untersuchung, über 100 davon wurden bisher positiv auf das gefährliche H5N1-Virus getestet. Auch das mecklenburgische Festland, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg meldeten Infektionsfälle.

Die Bilder von Soldaten mit Gasmasken, Schutzanzügen und Schwanenkadavern verbreiten bundesweit Angst. Vogelgrippe-Fälle gibt es nach zahlreichen asiatischen inzwischen in acht europäischen Staaten und, besonders besorgniserregend, auch in Nigeria. Zwar sieht die Weltgesundheitsorganisation bislang »keinen Grund zur Panik«, doch immerhin spielt die WHO globale Szenarien mit bis zu 100 Millionen toten Menschen durch und erstellt ein globales Notfall-Gremium.

Es droht der größte Mord an Vögeln seit der chinesischen Kulturrevolution

Der hypothetische Fall der gefährlichen Vermischung menschlicher Grippeviren mit H5N1 ist längst durchdacht. Mehr als ein Viertel aller Deutschen meint, dass die Vogelgrippe sie ängstigt, der Mundschutz-Verkauf boomt im Internet, der Zivilschutz veröffentlicht schon seit Wochen einen Maßnahmenkatalog für den Ernstfall, und Informationsportale, wie www.pandemie.com, spielen mit der normativen Kraft des Fiktiven und antizipieren den Schrecken schon im Namen.

Man muss sich schützen, im Zweifelsfall symbolisch. Mehr als 4000 Hühner aus Rügens Nutztierhaltung fielen bereits der Massentötung zum Opfer. Rein präventiv. Infiziertes Mastgeflügel gibt es in Deutschland – anders als im französischen Departement Ain, wo 400 Puten in einem Mastbetrieb erkrankten – bislang nicht. Auch die Franzosen waren nicht zimperlich. Alle 11000 Puten des betroffenen Betriebs wurden sofort getötet. Weitaus Dramatischeres geschah freilich bereits im Jahr 2003 in den Niederlanden und in Belgien. Etwa 30Millionen Vögel verbrannten, erstickten und verschmorten aufgrund des Verdachts einer H7N7-Geflügelpest-Infektion.

Neu ist dagegen die Angst vor Zugvögeln. Zwar weiß bislang niemand zu sagen, ob die auf Rügen und anderswo tot aufgefundenen Schwäne, Enten, Bussarde und Möwen tatsächlich am H5N1-Virus verendeten, das sie in sich trugen. Doch schon jetzt erscheinen die nur potenziellen Überträger unter üblem Verdacht. Sollte die präventive Tierseuchenbekämpfung weiter Schule machen, so steht auch der größte Wildvogelmord seit der chinesischen Kulturrevolution – damals brachte Mao Millionen als dekadent gebrandmarkte Singvögel zum Schweigen – unmittelbar bevor.

Die Vorbereitungen laufen inzwischen überall. Neben den Elektrotötungsanlagen in bayerischer Manier bereiten Veterinäre den Einsatz von Vergasungsfahrzeugen vor. Luftdicht abgeschlossene Großbetriebe eignen sich zudem ohne große Mühen als Vergasungshallen, in die ausreichend Gas eingeleitet werden kann, um bis zu einer Million Tiere pro Tag zu »keulen«. Einem Kolumnisten des Londoner Guardian kamen Holocaust-Gedanken. Die Berichterstattung seiner Kollegen klinge, als »drehe Göring ein Remake von Hitchcocks Die Vögel«.

Gegenwärtig werden bei Verdacht auf Vogelgrippe Sperrzonen errichtet mit einem Durchmesser von drei Kilometern. Beobachtungszonen haben einen weit größeren Radius. Hier wird in einem Umkreis von zehn Kilometern jede Bewegung von Geflügel »eingefroren«.

Menschen werden getötet, Hühner werden »gekeult«

Doch der beruhigende Gedanke des Einfrierens, des Wegschließens und des Abtrennens von Nutztieren erregt auch ambivalente Gefühle. »Die Idee des Menschen in der europäischen Geschichte drückt sich«, so meinten schon Horkheimer und Adorno, »in der Unterscheidung vom Tier aus. Mit seiner Unvernunft beweisen sie die Menschenwürde.« Aus dem Anspruch des Menschen, Vernunft und damit Würde zu besitzen, folgt das rigorose Abtrennen alles anderen als des Unvernünftigen und deshalb Nichtswürdigen. Menschen werden getötet, Hühner »gekeult«. In nuce zeigt sich der Begriff des Abtrennens als Schlüsselbegriff der Mensch-Tier-Beziehung wie der Seuchenbekämpfung. Die philosophische Abtrennung findet ihr Pendant in der pragmatischen Logik des »Einfrierens«. Sie macht die Ausgrenzung des Tieres aus der Moral- und der Empfindungsgemeinschaft sinnfällig.

Gewiss, sie besteht schon lange, in der alltäglichen Praxis der Legebatterien, der Hähnchen-Mästereien mit ihren Vergasungsanlagen und der Schlachthöfe. Auch die Erfinder und Vertreiber von Elektrotötungsanlagen haben ihre Mordgeräte nicht für die Vogelgrippe ersonnen, die Aussicht darauf erhöht lediglich die Nachfrage. Wie bei BSE so rückt der befürchtete Katastrophenfall nur ins Licht, was im Dunkel schon immer da ist. Stets haben die unvernünftigen Geschöpfe die menschliche Vernunft erfahren müssen und tun es noch heute als Vernunft der industriellen Tiertötung. Der Mensch, der sich in Differenz zum Tier über das »Humane« und damit »zum Guten fähige« definiert, zeigt sich in der Tierhaltung ebenso »zum Bösen fähig«.

Als mit dem Larvenroller, einer südostasiatischen Schleichkatze, der mutmaßliche Überträger der asiatischen Lungenkrankheit Sars identifiziert war, ordneten die Behörden der südchinesischen Provinz Guangdong im Januar 2004 Massenschlachtungen bei Schleichkatzen an. Tausende Larvenroller erlagen dem Gemetzel, weil ihre Artgenossen in den Kochtöpfen 778 Menschen infiziert haben sollten.

Wie kein anderes kollektives Phänomen der Menschheit erregen gerade Seuchen einen Schauder vor der animalischen Natur des Menschen. Die biologische Massensterblichkeit des Menschen durch unkontrollierbare Naturkatastrophen offenbart seine mitunter hilflose Leiblichkeit und damit zugleich eine argwöhnische Schicksalsgemeinschaft mit der Fauna. Denn die allein selig machende Vernunft entbindet den Menschen eben gleichwohl nicht von seiner zoologischen Verkettung mit der Natur. Die philosophische Trennung von Mensch und Tier schafft eine beruhigende Kluft, die Vogelgrippe dagegen, die Huhn wie Mensch zu treffen scheint, ebnet sie auf beunruhigende Weise virologisch ein.

Die Situation ist paradox. Während in der Vogelgrippe der Mensch seine zoologische Nähe zu den anderen Tieren erfährt, zwingt sie ihn zugleich zu kalter Distanz. Wo immer die Seuche in großem Stil ausbricht, werden Vögel zu Tausenden gejagt, gefangen, in Säcke gesteckt, zu Stapeln aufgetürmt, bei lebendigem Leib verbrannt oder lebendig vergraben.

Die Fernsehbilder berühren. Das Gewahrwerden der Zoologie des Menschen im Fall der Katastrophe findet ihre Entsprechung im humanen Mitgefühl mit dem Tier. Doch wie viel davon bräche sich im Falle einer allgemeinen Massenschlachtung in Deutschland Bahn? Wie viel Platz bleibt dem Grausen vor der Tötungsmaschinerie, dem Mitfühlen und Mitleiden? Beruhigen uns die Schlachtungen auf Rügen und die Tötungswerkzeuge in Bayern, oder machen sie uns Angst?

Was sagt der Deutsche Tierschutzbund? Wenig, lautet die Bilanz. Zunächst suchte er seine Gegner in der Türkei, nicht in Deutschland: »Tierfreunde sind zu Recht entsetzt über die grausamen und tierquälerischen Methoden, mit denen Geflügel im Zuge der Geflügelpest getötet wird.« Sein Vorschlag zum Besseren waren Petitionen an die türkische Botschaft und »Betäubungsgeräte« zur »tierschutzgerechten Tötung der Tiere«. Seit die Vogelgrippe-Fälle von Rügen und anderswo hereinbrachen, mahnt er zum Maßhalten im Unmaß. »Massenkeulung von gesunden Tieren darf es nicht geben«, forderte der Tierschutzbund-Präsident Wolfgang Apel erst im Angesicht der ersten Präventivschlachtung auf Rügen, obwohl die Gefahr solcher Prävention im Seuchenfall schon vorher abzusehen gewesen war.

Auch die Klientel des Tierschutzbundes fühlt sich von der Vogelgrippe bedroht

Die Reaktion kommt spät, und sie kommt auffällig zögernd. Wie schon im Fall des BSE-Verdachts, so ist die Seuchenbekämpfung rechtlich in einer schwierigeren Lage als die Massentierhaltung. Während das Tierschutzgesetz in seiner bisherigen Auslegung jede Form von Fleischproduktion als »vernünftigen Grund« definiert, um Tieren Leiden, Schmerzen oder Schäden zufügen zu dürfen, ist die Seuchenprävention in ihrer Notwendigkeit beweispflichtig. Dass die bayerischen Massentötungsanlagen »auch zu Übungs- und Trainingszwecken verwendet werden« können, wie das Bayerische Umweltministerium empfiehlt, dürfte jedenfalls nicht angehen.

»Vernunft und keine Panikmache« fordert der Tierschutzbund, weil es »keinen vernünftigen Grund« dafür gebe, bereits jetzt präventiv zu töten. Klage gegen die Verantwortlichen dagegen erhebt er nicht. Der Tierschutzbund befindet sich in einem Dilemma. Auch er weiß, dass das Bürgerliche Gesetzbuch festlegt, dass »Tiere nicht als Sachen« bewertet werden dürfen, und dass genau dies allerorten geschieht. Zugleich weiß er, dass auch seine eigene Klientel sich von der Vogelgrippe ernsthaft bedroht sieht und eben auch Schlachtung aus Prävention billigt.

Das Leben der Tiere scheint ihm offensichtlich allemal verloren. »Tierschutz ist Menschenschutz« – der Slogan des Deutschen Tierschutzbundes gilt offensichtlich nicht umgekehrt. Sein Aufruf zum Maß offenbart die Ursprünge des Tierschutzes aus dem Geist und dem Umfeld von bürgerlichen Mäßigungsvereinen und philanthropischen Gefängnisreformern. Mitleid mit der gackernden Kreatur ist ein Ziel, soziale Gerechtigkeit für Hühner ist es nicht.

Erst neuerdings sieht der Tierschutzbund die Lösung in einer flächendeckenden Impfung zumindest von Freilandhühnern nach französischem und niederländischem Vorbild. In den Niederlanden ist das Massentöten von vor drei Jahren noch in schlimmer Erinnerung. Diesmal empfiehlt das Agrarministerium in den Haag – trotz fortbestehenden Infektionsrisikos – Hobbyzüchtern und Haltern von Freilandhühnern lieber die freiwillige Impfung ihrer Bestände.

Erst seit zwei Monaten stellt die EU-Direktive 2005/94/EC den Staaten der EU weitgehend frei, nach eigenem Gutdünken auf Tierseuchen zu reagieren. Besonders tierfreundlich entschied sich die frühere nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn bei der Wahl zwischen Gas und Spritze. Die EU müsse »bei der Tierseuchenpolitik von ihrem Grundsatz, töten statt impfen, abrücken«.

Für Deutschland ist Höhns wohlmeinende Forderung leider nur ein schöner Satz, denn kein einziger Impfstoff gegen die Vogelgrippe ist hierzulande zugelassen. Die Entwicklung eines neuen besseren Impfstoffs dauert mindestens zwei Jahre – viel zu lange für die deutschen Geflügelbestände in gegenwärtiger Lage.

Diskussionen über die Rechtmäßigkeit des Fleischverzehrs werden bei einem Brathähnchen entschieden, Diskussionen um die Tötung von Millionen Hühnern, Puten und Gänsen im Angesicht einer Apokalypse. Vor einer solchen Universalbedrohung werden selbst wortgewaltige »Tierrechtler« stumm, denen der Tierschutz gemeinhin nicht fundamental genug das Lebensrecht aller empfindungsfähigen Wesen berücksichtigt. Die deutschen Tierrechts-Homepages reden fast sämtlich weiter von der Befreiung der Tiere und vom Verbot für Legebatterien als »Tier-KZs«, als sei das bevorstehende Szenario im Zeichen der Vogelgrippe kaum einen Gedanken wert. Immerhin, dem Komitee gegen den Vogelmord e. V. kommen noch die Jäger als Schuldige in den Sinn; es warnt vor der Ansteckungsgefahr als Folge der Wasservogeljagd durch den heimischen Waidmann.

Die Suche nach den Schuldigen steckt erst in den Anfängen. Analysiert wird die Vogelgrippe als Zivilisationskatastrophe, ganz im Geist aller kulturpessimistischen Pandämonien im Umkreis von Seuchen spätestens seit dem Mittelalter, und gefunden werden die üblichen Verdächtigen. Der Tierarzt Franz-Joseph Plank von der Tierrechtsgruppe Animal Spirit sieht ein »millionenfaches Opfer gesunder Tiere« als modernes »Sühneritual zur Volksberuhigung« – bei dem wieder einmal die Falschen büßen: nicht die Massentierhalter und Tiertransporteure, sondern die »unschuldigen Tiere«.

Nicht die Massentierhalter büßen, sondern die »unschuldigen Tiere«

Ohne die tierische Unschuld kommt der amerikanische Öko-Marxist Mike Davis aus, dafür nicht ohne eine allgemeine Anklage der Verwertungsgesetze des Kapitals. Der Titel seines Buches Vogelgrippe. Zur gesellschaftlichen Produktion von Epidemien illustriert die Anwendung des marxistischen Instrumentariums auf Tierhaltung und Gesundheitswesen. Für Davis handelt es sich bei der Hühnerpest um genetisch mutierte Grippeviren als Folge der industriellen Revolution der Massentierhaltung. Dafür prägt er den Begriff der »globalen Krankheitsökologie«. Ihre größten Störenfriede sind ökonomische Profitinteressen und politische Korruption. Man hat das Gefühl, diesen Schuldigen schon oft, mitunter zu oft begegnet zu sein.

Noch sind, bei etwa 100 an der Vogelgrippe gestorbenen Menschen, nicht die Armen, sondern die Vögel die Leidtragenden. Die biologische Klassenmoral kommt vor der ökonomischen – auch das eine Weisheit der Seuchenmoral.

 
Leser-Kommentare
  1. wie ich den medien heute entnehmen konnte, wird in deutschland angedacht freilaufende katzen zum abschuss freizugeben.
    industrieller massenmord an unseren nutztieren scheint für die gesellschaft an sich akzeptabel zu sein. es hat sich bis jetzt keine "kritische masse" dem entgegengestellt. löblich, dass es ausnahmen gibt, und menschen die konsequenzen ziehen - aber das sind einfach zu wenige. von klein auf dazu erzogen keinerlei beziehung für die zu fleischstücken verarbeiteten tiere am teller zu empfinden wäre hier nur konsequente aufklärung erfolgreich. (kennt jemand das gedicht: "lammzungen in cellophan verpackt" ??? - war mein erster mich berührender text dazu; damals war ich 17)

    doch die erfolgt SYSTEMATISCH nicht.

    statt dessen frönen wir einer kultur des todes und daer panikmache. da sind die medien plötzlich ganz toll dran am thema.
    MIT tieren können wir ja nicht mehr vernünftig leben. nach ausrottung praktisch aller größerer wildlebender tiere und maximaler ökonomischer ausbeutung der restlichen sind jetzt an sich harmlose tiere an der reihe, die nur einen fehler haben. sie wagen es, sich dort aufzuhalten, wo sich auch menschen aufhalten. und sie sind freiheitsliebend. dabei uneinsichtig und wiederholungstäter.

    wird man alle vögel dieser erde umbringen können? und alle katzen einsperren? kann der goldhamster auch vogelgrippe bekommen? oder die ratte? was ist, wenn die ameise und die hausstaubmilbe vielleicht auch irgendwann................?

    gott pharmakonzern, heiliger impfstoff, wirke für uns menschen in der pandemie - und lass mich bei den 30% dabei sein, die tamiflu bekommen.
    amen

  2. Wenn unsere christlichen Kirchen beginnen
    - unseren Mitgeschöpfen Leidensfähigkeit zuzugestehen
    - ihr Leiden nicht nur sehen, sondern
    - sich ihrer Verantwortung als christliche Institution bewusst zu werden,
    - wenn sie dann auch noch ihre Macht dazu nutzen, um etwas zu unternehmen:
    DANN werde ich mir diesen denkwürdigen Tag rot in meinem Kalender anstreichen!
    WANN haben die Kirchen jemals aufgeschien als Menschen Menschen vernichteten, als Menschen Tiere vernichteten und als der Mensch begann seinen eigenen Planeten zu vernichten?

  3. seit jahren verfolgen uns die gleichen bilder. zehtausende tiere werden grausam "gekeult". auf erschreckende art und weise kommen diese tiere, die von vornherein keine chance hatten, und nie eine haben werden, vor den augen der welt zu tode. der autor schreibt ganz richtig, dass was sonst im dunkeln bleibt, in dieser situation ans licht gebracht wird.
    die seuche rechtfertigt offenbar jedes brutale vorgehen.
    maul u. klauenseuche,scrapie, sars, vogelgrippevirus (vom aidsvirus wird auch spekuliert, dass es aus dem tierreich kommt - beweis bisher nicht erbracht - aber hier hat man ja die homosexuellen, drogenabhängigen und andere, die man symbolisch hinrichten kann).
    es ist einfach nicht wahr, dass die tierschützerInnen hier nicht ihren mund aufmachen. sie kommen in den medien nur nicht zu wort. und wenn, dann wird bissig kommentiert. und killerphrasen gibt es ja genug (wollen sie, dass ihr eigenes kind am vogelgrippevirus stirbt?).
    wann wird dieses abschlachten der tiere endlich mal ein ende haben? die hoffnung schätze ich gering ein, der schlachtfelder werden auch immer mehr.

    • nassau
    • 04.03.2006 um 22:26 Uhr

    nicht nur die Tierschützer verstummen bei dieser unerträglichen Panikmache. Was macht die sogenannte freie Presse beim Thema Vogelgrippe ? Behördliche Meldungen werden unreflektiert, ohne nachzudenken und ohne nachzufragen an die Bevölkerung weitergegeben. In Kürze wird uns wohl noch der H5N1 Nachweis bei einer Wanderameise werbewirksam verkauft. Bei so viel medial vermittelter Weltuntergangsstimmung muss allemal die Frage nach den Fakten gestattet sein. Sind die Warnungen durch wissenschaftliche Daten gedeckt? Gibt es unabhängige Studien, die beweisen, dass das H5N1-Virus existiert, dass es bei Tieren (hochgradig) pathogen ist, dass es auf den Menschen überspringen und eine Pandemie auslösen kann? Warum wurde der Virus bisher nur bei toten Tieren nachgewiesen? Wenn ein Virus existiert, das eine derartige Krankheit auslösen kann, muss es auffindbar sein. Seit 2001 gilt in Deutschland das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Es fordert zum ersten Mal Beweise für Erreger. Trotz der Eindeutigkeit der Bestimmung des § 2 Nr. 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) hat bisher weder die grundgesetzlich als frei gesicherte Wissenschaft, noch eine zuständige staatliche Stelle, einen überprüf- und nachvollziehbaren, naturwissenschaftlichen Beweis des behaupteten H5N1-Virus oder irgendeines behaupteten Influenzavirus öffentlich zugänglich gemacht. Das wäre doch mal eine Aufgabe für die Presse !! Abschliessend stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass die sogenannte freie Presse in Deutschland derartige, die Gesundheit des Menschen zerstörende Kampagnen mit macht und diese werbewirksam mit dem Schüren von Angst verbreitet.

    Michael Beyerle
    Schwäbisch Gmünd

  4. Der Artikel von Herrn Precht trifft den Kern des Problems ziemlich genau. Ob nun an der Vogelgrippe hierzulande das Friedrich-Löffler-Institut schuld ist, aus dem angeblich das Virus ausgebüchst sein soll; oder ob die Zugvögel schuld sind, die das Virus aus Asien eingeschleppt haben sollen; ob es - wie Dr. Lanka bewiesen haben möchte - ein krank machendes Virus gar nicht gibt: all diese Diskussionen sind doch nur Nebenkriegsschauplätze. Die wirkliche Ursache ist das gestörte Verhältnis der Menschen zur (eigenen) Natur und allem, was darin kreucht und fleucht, namentlich der Tiere, seien es nun Einzeller oder höhere Lebewesen wie Hühner. Wir sollten uns darauf besinnen, dass wir ein Teil der Natur sind, dass die Tiere unsere Mitgeschöpfe sind, die auch Rechte haben und dass die Existenz von so genannten Krankheitserregern innerhalb des tierlichen oder menschlichen Körpers nicht automatisch zu einem Krankheitsausbruch führt. Diese Einsicht würde zu einem Ende der massenhaften Tierausbeutung führen und somit die Verbreitung von Tier-Krankheiten reduzieren. Mit dem Fleischgenuss würde dann auch die eigentliche Pandemie unserer Zeit wegfallen - all unsere "Zivilisationskrankheiten", die ihre Ursache in falscher Ernährung haben.

  5. Was in den letzten Wochen durch die Nachrichten und Zeitungen über den Vogelkrippe Virus H5N1 gegangen ist, ist deutlich übertrieben. Es gibt anscheinend Menschen, die diesen Virus nutzen um ihre dunklen Machenschaften zu tarnen. Dies geschieht einfach dadurch indem man die Bevölkerung mit Schreckensmeldungen in Angst und Schrecken versetzt. Immer und immer wieder Schreckensmeldungen nach draußen gibt und schon ist jeder, der oder die sich eventuell gegen die Massentötung von Tieren einsetzen würden stumm und still und lässt alles seinen lauf. Leute, die sich trotz allem gegen Massentötung und dergleichen zu Wort melden, lässt man nicht sprechen, denn es könnte ja sein, dass sich dann die mit Angst zu ruhe gebrachten Menschen auch dagegen auflehnen würden… Durch Auflehnung gegen die Massentötung würde die Handlungsfreiheit von entsprechenden Leuten eingeschränkt werden und dies darf nicht der Fall sein…

    Ein Virus wie H5N1 ist zwar grundsätzlich nichts Gutes und stellt eine Gefahr für die Menschen dar, aber trotz allem ist diese Panik völlig übertrieben. Bisher wurde hier in Deutschland noch kein Mensch von diesem Virus infiziert und von daher wären Massenschlachtungen ganz und gar nicht gerechtfertigt.
    Tiere haben auch ein recht auf Leben, jedenfalls sollte dies jedem, der dem Glauben nahe steht geläufig sein. Aber anscheinend überwiegt die Angst vor einer Penedemie wie 1918.

    Wie es aus diesem Artikel hervorgeht, bereitet man sich ja schon für einen groß angelegten Krieg gegen die Vogelwelt vor. Das ist ja schon fast mit einem James Bond Film vergleichbar… „Wir müssen die Welt vor dem Bösen retten…“. Aber rettet man wirklich dadurch die Welt, indem man auch die Vögel in der freien Natur platt macht? Wenn man so etwas durchführen würde, dann müsste man schon die komplette Vogelwelt plätten, denn H5N1 ist kein nationales Problem, sondern ein globales. Die Auswirkungen, wenn es keine frei lebenden Vögel mehr geben würde, würde man dann ja sehen, nur dann ist es eben zu spät.

    Für ein derartiges Problem benötigt man Menschen, die die Sache mit Vernunft angehen und nicht mit Panik. Es muss ein Mittelweg gefunden werden, der es ermöglicht, die Gesundheit des Menschen zu wahren und auch das Leben der Vögel zu sichern. Vielleicht wäre es ja mal ein Anfang nicht zu viele Hühner auf engstem Raum zu packen. Wenn man schon aus kapitalistischen Gründen Legebatterien benötigt sollten diese tierfreundlicher und vor allem Seuchensicherer Konzipiert werden… -kleinere abgetrennte Raume, tierfreundlichere Haltung, usw… - Dies wäre mal ein Anfang.

    Die Menschheit wird noch sehr viel lernen müssen…

  6. @Zitat: Menschen werden "getötet", Nutztiere werden "gekeult".

    Die Kirchen schreiben gerade die Bibeln um. Das 5. Gebot Mose heißt inzwischen nicht mehr: „Du sollst nicht töten“ sondern nur noch: „Du sollst nicht morden“. Bitte lesen Sie nach (je nach Ausgabe). Für einen Kirchenchristen also kein Problem mehr, schließlich wird ja nicht heimtückisch „gemordet“ (sondern nur „getötet“).

    Das Töten der Hühner mit Kohlensäure bewirkt qualvollen Erstickungstod, in den wohl hoffentlich schalldichten Kabinen. (Halten sie mal die Luft an...)

  7. Den ersten beiden Kommentaren kann ich nur voll zustimmen, insbesondere auch dem erfreulichen Ausscheren des Tierarztes aus Ansbach gegen eine (kommerziell) verblendete Phalanx. Da die klägliche Rolle der Tierschützer in dem Beitrag bereits angesprochen ist, meine Frage: Wo bleibt der Aufschrei der christlichen Kirchen??
    Prof. Dr. Georg Hörmann, Lehrstuhl Pädagogik, Universität Bamberg.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service