Zuwanderung Ministerin in Schutzweste

Rita Verdonk ist das Gesicht einer neuen, strengen Integrationspolitik in den Niederlanden. Seitdem sie vorschlug, die Burka zu verbieten, steht sie auf Todeslisten islamistischer Terroristen

Verdonk kommt nicht«, sagt die Aktivistin mit dem »Anti Rita«-Shirt: »Sie traut sich nicht!« Sie wirkt allerdings ein wenig enttäuscht angesichts dieses überraschenden Sieges. So einfach – mit ein paar Trillerpfeifen, Spruchbändern und Sprechchören – lässt sich die »eiserne Rita« von ihrem Wahlkampfauftritt in der friesischen Hauptstadt Leeuwarden abhalten?

Natürlich nicht. Die Ministerin kommt, wenn auch schwer bewacht und durch die Hintertür des schicken Purple Lounge Club. Rita Verdonk, die holländische Integrationsministerin, hat schließlich einen Ruf zu verlieren. Sie ist die beliebteste Politikerin des Landes, weil sie einen neuen, konfrontativen Stil in die Debatte um Integration eingeführt hat. Bevor sie 2003 in das Kabinett des Christdemokraten Balkenende eintrat, kannte sie niemand. Jetzt fügt sich ihre unauffällige Karriere im Justizapparat – sie war stellvertretende Gefängnisdirektorin und Direktorin für Staatssicherheit im Inlandsgeheimdienst – wunderbar zum Image der taffen Politikerin, die einen neuen muskulösen Liberalismus vertritt.

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Und langsam breitet sich ihr Ruhm sogar über die Landesgrenzen aus. Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble nannte Rita Verdonks Integrationspolitik letzte Woche in Brüssel bei einem Innenministertreffen »vorbildlich«. Verdonks hohe Anforderungen an Einwanderer seien »im Prinzip, was wir auch in Deutschland verwirklichen wollen«.

Rita Verdonk ist die Stimme einer verunsicherten Niederlande, dem seine legendäre Tradition der Toleranz fragwürdig geworden ist. Sie sagt Dinge, die sich der nette, umgängliche Durchschnitts-Niederländer nicht zu sagen traut. Kurz nach dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh im November 2004 traf sie sich mit einer Gruppe von muslimischen Geistlichen. Ein Teilnehmer weigerte sich »aus religiösen Gründen«, ihr die Hand zu geben. Es stellte sich heraus, dass dies die einzigen niederländischen Wörter waren, die er beherrschte. Verdonk beschied dem Geistlichen kühl, er solle sich mit den Landesbräuchen vertraut machen: »Und wenn wir uns in einem Jahr wiedersehen, erwarte ich, dass wir uns auf Niederländisch unterhalten können.«

Vor kurzem gab sie die Parole aus: »Die Zeit des gemütlichen Teetrinkens ist vorbei.« Für solche Töne wird Rita Verdonk weit über das Lager der eigenen Partei – die rechtsliberale VVD – hinaus verehrt. So liegt denn auch ein Hauch von Boxkampf über dem Lokal, als der Moderator lauthals den verspäteten Einzug »unserer Rita« verkündet – »von der manche sagen, sie sei der einzige echte Kerl im Kabinett«. Vier Bodyguards begleiten sie. Nachdem sie im letzten Herbst vorgeschlagen hatte, das Tragen der Burka in Holland zu verbieten, war ihr Name auf Todeslisten aufgetaucht. Ihr Büro in Den Haag wurde von einem gegenüberliegenden Gebäude aus beschossen. Nun lebt die Ministerin unter ständiger Bewachung und trägt manchmal bei öffentlichen Terminen eine kugelsichere Weste. Die beiden Kinder der 50-Jährigen müssen oft die Schule wechseln. Warum sie sich und ihrer Familie ein solches Leben zumute, will der Moderator im Purple Lounge Club wissen. »Idealismus«, gibt sie trocken zurück.

Idealismus? Das klingt merkwürdig von jemandem, der sich gerade durch den gezielten Bruch mit althergebrachten niederländischen Selbstbildern und Idealen einen Namen gemacht hat. Die Niederlande sind zwar immer noch eines der liberalsten Länder der Welt – vom erlaubten Cannabiskonsum über die legale Prostitution und die rechtlich gleichgestellte Schwulenehe bis zur straffreien Sterbehilfe. Kaum ein anderes Land lässt seinen Bürgern so weitgehende Freiheiten bei der individuellen Lebensführung.

In den letzten Jahren ist den Niederländern allerdings der Glaube abhanden gekommen, dass ihre liberale Ordnung sich immer weiter einfach von selbst tragen könne. Ein banges Gefühl macht sich breit, dass die weltberühmte niederländische Liberalität ein sehr voraussetzungsvolles und verletzliches Ding sei. Die Ermordung Theo van Goghs durch Mohammed Bouyeri – einen oberflächlich wohlintegrierten Sohn marokkanischer Einwanderer – führte diese Verletzlichkeit mitten im multikulturellen Amsterdam schmerzhaft vor Augen. Als daraufhin Moscheen und Kirchen brannten, wurde das Land von einer »moralischen Panik« erfasst, wie der Journalist und überzeugte Europäer Geert Mak voller Sorge schrieb. Nach Jahren des Laisser-faire wird das »Scheitern der multikulturellen Gesellschaft« nun oft mit merkwürdiger Lust verkündet.

Rita Verdonks Aufstieg verdankt sich zweifellos dieser Wende. Ihre Politik ist aber zugleich auch ein Versuch, bei aller neuen Härte das gastfreie, warmherzige, konsensorientierte niederländische Modell unter veränderten Bedingungen neu zu begründen. Verdonk spricht sich deutlich gegen Diskriminierung junger Migranten auf dem Arbeitsmarkt aus. Sie hat das fortschrittlichste Modell zur theologischen Ausbildung von Imamen auf den Weg gebracht. Im Land soll ein »Polder-Islam« entstehen, der mit dem niederländischen Gesellschaftsmodell besser zurechtkommt als die rückständigen Glaubensformen, die die Einwanderer mitbringen. Und nun hat sie auch noch eine teure Medienkampagne lanciert, die den kulturellen Reichtum des »bunten Hollands« preist.

Die jüngsten Umfragen geben ihr Recht. Die Nachfolger des 2003 ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn tun sich selbst in ihren einstigen Hochburgen schwer. In Rotterdam wurde Marco Pastors, Fortuyns Intimus und Erbe, kurzerhand aus dem Gemeinderat geschmissen, weil die christdemokratischen Koalitionspartner seine rassistischen Attacken gegen Migranten nicht mehr mittragen mochten. Zwei Wochen vor der Wahl liegen die Populisten in ihrem Stammrevier Rotterdam nun sogar deutlich hinter den Sozialdemokraten. Es scheint, dass den Niederländern ihr Flirt mit den Rechten langsam unheimlich wird und das Pendel wieder zurückschlägt.

So schwer es ihren Gegnern fällt, dies einzugestehen: Rita Verdonk hat kein geringes Verdienst daran. Sie hat die Rechtspopulisten schlichtweg überflüssig gemacht. Auf ihre Initiative haben die Niederlande heute die strikteste Gesetzgebung zu Immigration und Integration in ganz Europa. Das Mindestalter für die Zuwanderung von Ehegatten wurde kurzerhand auf 21 Jahre angehoben. Damit will man den Import von jungen Ehepartnern aus der Türkei und aus Marokko erschweren – eine weit verbreitete Praxis, die als großes Integrationshemmnis gilt. 90 Prozent der in den Niederlanden lebenden Türken und Marokkaner heiraten auch in der zweiten und dritten Generation innerhalb ihrer Gruppe, und zwar meist unvorbereitete, landesunkundige Landsleute. Von diesem März an gilt außerdem ein neues Gesetz, das jeden Zuwanderer verpflichtet, schon im Herkunftsland einen Test seiner Sprachkenntnisse und seines Wissens über die niederländische Gesellschaft und Geschichte zu absolvieren.

Natürlich kommt diese Maßnahme mit allen technischen Finessen daher, wie es sich für das avancierte Land gehört. Sprach- und Videocassetten müssen für eine Schutzgebühr von 350 Euro erworben werden. In der niederländischen Botschaft vor Ort wird dann aus einem Multimediaraum ein niederländischer Sprachcomputer angerufen, der die Prüfung abnimmt. Wer diese besteht und einreisen darf, soll nach einigen Jahren eine weitere, schwerere Sprachprüfung bestehen – andernfalls drohen Geldbußen oder gar der Verlust der permanenten Aufenthaltsgenehmigung.

Die parlamentarische Linke kritisiert Verdonk nur sehr zaghaft. Die Sozialdemokraten haben die Initiative zu den Integrationsprüfungen sogar unterstützt. Man übt zwar Kritik an manchem scharfen Ton, doch in der Sache ist man sich erstaunlich einig: Es ist an der Zeit, über die kulturellen Voraussetzungen einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft zu streiten. Die Stadt Rotterdam hat soeben einen »Bürgerschafts-Code« verabschiedet – ein erstaunliches Dokument der niederländischen Selbstvergewisserung. Darin werden die Bürger verpflichtet, »in der Schule, bei der Arbeit, auf der Straße« Holländisch zu sprechen, Mann und Frau gleich zu behandeln, Andersgläubige, Ungläubige und Homosexuelle zu achten, Kinder gewaltfrei und respektvoll zu erziehen, Extremismus zu bekämpfen und Verantwortung für ihre Stadt zu übernehmen.

Der Initiator des Rotterdam-Codes, der junge Christdemokrat Leonard Geluk, will damit die Debatte um einen »neuen Gesellschaftsvertrag« eröffnen. Dass Rita Verdonk sich seine Ideen sofort zu Eigen gemacht hat und nun davon spricht, den Code für das ganze Land in Kraft zu setzen, ist ihm nicht recht. So ein Vertrag, glaubt Geluk, könne nur Erfolg haben, wenn er zwischen Einheimischen und Einwanderern ausgehandelt werde.

Manche Intellektuellen warnen bereits, dass in den Niederlanden eine Art »liberaler Dschihad« ausgebrochen sei, eine Verteidigung der Freiheit, die selbst illiberale, verbissene Formen annimmt. Die streitlustige Rita Verdonk kann dieser Versuchung nicht immer widerstehen. Aber sie ist durchaus in der Lage, sich selbst zu korrigieren. Ihre neue, zehn Millionen Euro teure Kampagne für das bunte, tolerante Holland hat sie gegen Widerstände von links und rechts durchgesetzt. Die Konservativen finden die Feier der Differenz falsch, die Linken halten sie zwar für richtig, aber unglaubwürdig, weil Verdonk dahintersteckt.

Die Niederlande tasten nach einem neuen Ton in der Integrationsdebatte – ähnlich wie Deutschland. Wenn das Land nach dem Abschied von der falschen Toleranz den Verlockungen des geistigen Provinzialismus und des liberalen Eiferertums widersteht, könnte es tatsächlich Vorbild werden.

Rita Verdonk

Von Seit 2003 erste niederländische Ministerin für Integration im Kabinett Balkenende

1955 in Utrecht geboren

1975 bis 1983 Studium der Soziologie und Kriminologie an der Katholischen Universität Nijmegen

1988 bis 1992 stellvertretende Gefängnisdirektorin in Rotterdam

1996 bis 1999 Abteilungsleiterin im niederländischen Inlandsgeheimdienst

Seit 2002 Mitglied der rechtsliberalen Partei VVD

 
Leser-Kommentare
  1. @ lilabernet Tanglewood (05.03.2006 00:13:52)
    Ihr Vergleich mit den Nonnen ist genauso schräg, weil hinter deren Kutten eine willentliche Entscheidung ins Kloster zu gehen steckt, während die Burka ALLLEN Frauen aufgezwungen werden soll.

    Allen Frauen aufgezwungen = keine trägt es freiwillig (Aussagenlogik)

    Ich möchte Ihnen nichts unterstellen, sondern nur demonstrieren, wie die Stigmatisierung durch die Gesellschaft auch bei Ihnen unbewusste Erfolge erzielt.

    @iceman

    Was Sie als gute Referenz bezeichnen, ist abhängig von ihrem Verwertungsvermögen. Ob in die Islamzeitung Veröffentlicher ist, oder Beck, für mich Zählen Inhalte. Zumindest bieten diese Quellen zahlreiche Statistiken, die ihre Aussagekraft nicht aus den Worten von den Veröffentlichern beziehen. Abgesehen davon ist das Interview aus der Islamzeitung eins mit einer Profesorin einer Deutschen Hochschule. Da zählen aber auch im Wesentlichen die Aussagen, die man nachvollziehen kann, oder sich Ihnen verweigert.

    1) Ist jemand mit einer Gesichtsverbrennung kein Individuum?
    2) Eine Nonne ist ein Mensch. Das Sie sich einer Kirche angehörig fühlt, macht aus ihr nichts besonderes.
    3) Völlig egal von wem die Nonne fnanziert wird. Was soll der Schwachsinn? Soll das heißen, die Burkaträgeruin wird von der Allgemeinheit finanziert?
    4) Selten blöde Wahrnehmung von Ihnen. Sie Implizieren Integrationsprobleme, obwohl Sie keine Ahnung von Integration haben. Sie sprechen von Assimilation.
    5) Ich frage mich, warum Sie ihre Gehirnwäsche so vehement gegen Fakten verteidigen.
    6) Kulturarroganz vom feinsten. Begründet durch, na ja, eben Kulturarroganz.

    Was die ökonomische Leistungsfähigkeit betrifft, so sind Wachstumsraten auch ein Indikator, und die sind in der Türkei derzeit besser als hier.

    Wenn Sie von anderen Migranten reden, ziehen Sie bitte vergleiche mit Migranten, die aus der gleichen sozialen Schicht kommen. Da gibt es keinerlei Unterschiede. Statistiken in den bereits genannten Quellen.

    Eigenverantwortung hat jeder, aber damit allein gibt es keine Bildungsgerechtigkeit über Chancengleichheit. Die gibt es nachweislich nicht.

    Ich fordere nicht netter zu sein, oder auch, aber im Wesentlichen fordere ich zurückhaltender mit Kulturarroganz umzugehen.

    Es gibt keine doppelte Staatsbürgerschaft, zumindest nicht für Türken.

    Es laufen auch mehr Frauen mit Kopftüchern um, weil Sie sich von der Mehrheitsgesellschaft durch die Diskriminierung gedrängt fühlen, zu ihrer Kultur zu stehen.

    Kohl und die CDU haben gar nichts integratives initiiert, und haben weitgehend immer Wahlkampf auf kosten der türkischen Migranten gemacht.

    Was die Heiratsprobleme betrifft, so gibt das Interview in der Islamzeitung ausreichend Informationen darüber. Ob man es gut findet oder nicht, es ist nun mal so.

    Fertilität ist ein evolutionsbiologisches Argument. Sie unterstellen unverschämterweise, dass die Kinder über Sozialkassen finanziert werden. Das ist schon arg böswillig von Ihnen, oder Sie haben nicht die geringste Ahnung was Kinder Kosten.

    Wie krank Argumentieren Sie, dass die Migranten Schuld an der Finanzmisere Deutschlands sind. Besser konnten Sie gar nicht demonstrieren, warum Sie hier sich mit Unsinn so um sich schmeißen. Jetzt sind die Türken schuld, dass die Deutschen keinen mehr hoch kriegen. Selten so was dämliches gehört.

    Mein Ratschlag an Sie:

    Setzen Sie ihren selbst auferlegten Heiligenschein ab. Fangen Sie an zu denken, und reden Sie nicht soviel Unsinn. Damit wäre den Migranten und den Deutschen auch geholfen, weil dann solche Migranten, wie ich einer bin, ihrem Volksstamm nicht mehr erklären müssten, warum Deutsche Schwachköpfe unfähig sind, sich Ihren eigenen Problemen zu stellen, und anstatt dessen eine Generalschuld mit völlig undifferenzierten Gedanken bei einer Randgruppe herstellen müssen. Soviel können wir gar nicht Reparieren, wie durch die Stigmatisierung von Leuten wie Ihnen kaputt gemacht wird.

    • iceman
    • 10.03.2006 um 2:32 Uhr

    Am Beispiel Duisburgs wird stellvertretend für viele Städte deutlich, wo die Hauptschwierigkeiten bei der Integration liegen.
    Laut Institut für Geographie der Universität Duisburg-Essen
    http://www.uniduisburg.de...
    Diskussionspapier_1-2004.pdf
    ergibt sich für Duisburg folgender ethnischer Hintergrund:
    Altersklasse 30 bis 49 Jahre:
    Deutsche 130.000; Nicht-Deutsche 24.000.
    Altersklasse der Unter-18-Jährigen:
    Deutsche 70.000; Nicht-Deutsche 25.000.

    Deutsche mit Migrationshintergrund wurden nicht erfasst.

    Für die unterschiedlichen Entwicklungen der ethnischen Anteile gibt es zwei Gründe:

    1. Hohe Fertilitätsrate bei Migranten (speziell nach einem Familiennachzug).

    2. Abwanderung der Besserverdienenden aus den Ballungsgebieten.
    Das Institut schreibt hierzu:
    "Die Situation im Ruhrgebiet ist z.T. durch dramatische Entvölkerungstendenzen gekennzeichnet.
    Es sind überwiegend junge Ehepaare, die den Kernstädten des Ruhrgebiets den Rücken kehren. Hauptmerkmale dieser abwandernden Haushalte ist ihr hohes Einkommen. Die Tatsache, ob sie Kinder haben oder ob sie ´ein Haus im Grünen´ bauen wollen, ist mittlerweile von nachrangiger Bedeutung bei der Wanderungsentscheidung; beispielsweise ziehen auch immer mehr kinderlose Paare in Mietwohnungen ausserhalb der Kernstädte.
    In jedem Fall verlieren die Großstädte qualifizierte Arbeitskräfte und zahlungskräftige Konsumenten, so dass ihre Steuereinnahmen sinken und sich die demographische Entwicklung zuspitzt".
    Die grossen Türkenghettos in D-Marxloh und Bruckhausen sind die Folge.

    Interessant im Bericht sind die Unterpunkte 7/Zusammenfassung und 8/Problemzentrierte Handlungsempfehlungen.
    Unter letzterem fordert das Institut:
    "...ein Ende der Schönfärberei, einen Kurswechsel vom Integrations-ANGEBOT zur Integrations-PFLICHT...und eine offensive Auseinandersetzung mit der politischen Zielvorstellung der ´multikulturellen Gesellschaft´...eine aktive Verständigung darüber, wer hier einwandern soll und wie viele Personen aus demografischen und ökonomischen Gründen ins Land geholt werden sollen".

    Deutlicher, für ein wissenschaftliches Institut, geht es einfach nicht mehr!

    Jedenfalls sieht man daran, wie eng die Problemfelder Einkommen, Wohnsituation, Familienstrukturen, Zuwanderungspolitik und Kriminalität miteinander verzahnt sind.
    Das eine bedingt das andere.

    Was das letztgenannte Problemfeld angeht, so liefert das LKA Stuttgart ebenfalls Belege dafür, dass die Probleme eher durch die Zusammenballung der Migranten in den Städten entstehen.
    http://www.lka-bw.de/jahr...
    nach denen sich die Kriminalität vorwiegend in den Städten abspielt.
    Die Berichte des LKA, bezogen auf das Jahr 2004, sind äusserst umfangreich, umfassen viele Bände an Volumen, so dass ich mich hier nur auf den Bereich der Jugenkriminalität beziehen möchte, und aus 100 Seiten die wichtigsten Basisdaten zitieren möchte:

    "Über die Hälfte der Täter von Raubdelikten sind unter 21 Jahre alt, wobei mehr als ein Drittel der Straftaten von Nicht-Deutschen begangen werden".

    Zu jugendlichen Intensivtätern (also Vielfach-Tätern)schreibt das LKA:
    "Im Rahmen des Intensivprogramms ´Jugendliche Intensivtäter´ wurden insgesamt 684 Intensivtäter betreut. Etwa 40% der Betreuten waren nicht-deutsch".

    Tendenz laut Bericht: Je schwerer die Straftaten bzw. je jünger die Täter, desto höher der Ausländeranteil.
    Bei "gefährlicher" oder "schwerer Körperverletzung" sind 2.514 der Tatverdächtigen (TV) deutsch, 1.148 TV sind nicht-deutsch.

    Vergewaltigungen durch Jugendliche:
    75 TV deutsch; 56 TV nicht-deutsch.
    Nebenlinks:
    http://www.myflirt.de/for...
    und dänische Statistiken
    http://fjordman.blogspot....

    Eine ungünstige Verschiebung gibt es auch bei Minderjährigen:
    "Raub und räuberische Erpressung durch Kinder als TV:
    116 TV deutsch; 86 TV nicht-deutsch".
    Der niedersächsische Kriminologe Christian Pfeiffer nennt als einen der Hauptgründe die häusliche Gewalt in vielen türkischen Familien, in seinem Bericht:
    "Türken als Täter und Opfer".

    Bei den genannten Zahlen wurden deutsche Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht erfasst.
    Der Bevölkerungsanteil der Ausländer liegt in Deutschland bei etwa 10%.

    LÖSUNGEN:
    Da schliesst sich der Kreis, und man denke an die Ratschläge des zu Beginn genannten Instituts für Geographie Duisburg-Essen.
    Also: Keine Schönfärberei mehr.
    Ein erster Schritt muss die konsequente Begrenzung zusätzlich belastenden Familiennachzugs sein, sowie ein Wechsel von Integrations-Angeboten zu Integrations-Verpflichtungen der Migranten.

  2. @Tanglewood

    Die türkischen Migranten tun ihren Beitrag zur Integration. Ob es ausreichend ist, darüber kann man diskutieren, aber auf einem anderen Level. Die meisten Menschen haben nicht die geringste Ahnung vom Migrantenleben in Deutschland. Ich behaupte auch mal nach meinen Erfahrungen als türkischstämmiger, dass das Migrantenleben die am wenigsten interessiert, die in der Öffentlichkeit so ein Gedönst machen. Als ob sich einer von denen Halbwegs für die Interessen türkischer Frauen einsetzen tun würde. Es geht um Stigmatisierung, so wie die Diskussion geführt wird. Wenn man sich mit der Situation der Türken beschäftigen würde:

    http://www.islamische-zei...

    http://www.integrationsbe...

    http://www.bmfsfj.de/Publ...

    dann würde man auch nicht gegenüber der Kultur mit einer aus Migrantensicht unerträglichen Arroganz auftreten. Ich kann keine Frau respektieren, die freiwillig eine Burka trägt. Genauso wenig kann ich eine Nonne respektieren, deren ausleben der Religion noch eine Nummer Menschenunwürdiger ist, als die der freiwilligen Burkaträgerin. Die Nonne verzichtet auf Sexualität und Mutterfreuden. Nach evolutionsbiologischen Maßstäben ist dies in meinen Augen wesentlich gestörter, als sich nur ein Sack in der Öffentlichkeit über zu stülpen. Beide suchen ihr Seelenheil in der Religion. Noch weniger kann ich Frauen respektieren, die sich freiwillig auspeitschen lassen. Jedoch bin ich unvorbelastet, und kann sehr wohl Parallelen und Steigerungen von Selbstaufgabe erkennen. Das die Burka hier einseitig verurteilt wird, das diese nur unter Zwang getragen werden kann, ignoriert den Umstand, dass andere Frauen zu erheblich größeren freiwilligen Selbsteinschränkungen greifen. Tut mir leid, aber wer einer Burkaträgerin größere Gestörtheit unterstellt, als einer Nonne, der hat eine verzerrte Wahrnehmung. Zwang kann die Ursache sein, ist es gewiss auch nicht selten, aber solange man einer Nonne oder Devoten Freiwilligkeit unterstellen kann, kann man dies mit Sicherheit auch einer Burkaträgerin. Es bleibt ganz einfach, man muss nur zusehen, wie die Mechanismen von der Entziehung aus Zwangssituaitionen funktioniert.

    Es geht mitnichten um die Integration der Türken, weil es den meisten Menschen egal ist. Wer sich für Menschen interessiert, der ist freundlich und erntet die Früchte seiner Freundlichkeit. Dafür braucht es nicht mal großartige Sprachkenntnis. Wer sich verständigen will, der tut das auf dem Niveau, welches möglich ist. Die meisten Menschen sind einfach nur wütend, dass die Migranten die mit Halb- und Nichtwissen in persönlichen Begegnungen auftretenden Deutschen nicht als Repräsentanten einer übergeordnete Kultur anerkennen wollen. Wie sollen die Türken auch, wenn die meisten ihren Anspruch aus dummen Sprüchen generieren, völlig Ahnungslos, wie das Migrantenleben hier aussieht.

    Wenn man Integration fördern möchte, was man Real erst seit Rot-Grün getan hat, unter anderem mit einer Staatbürgerschaftsreform, dann muss man die Jugend erreichen. Wie erwähnt, die Kohlära hat nur Ablehnung signalisiert, und das braucht Zeit, bis die Repariert ist. Abgesehen davon, ist zur Zeit das größte Problem, dass die jugendlichen Migranten auf dem Berufsmarkt katastrophale Chancen haben. Das ist Folge vieler Faktoren. Zum einen sind Migranten aufgrund finanzieller Möglichkeiten und fehlender Bildung weniger in der Lage ihren Nachwuchs zu fördern. Weiter sind die Migranten in Europa als ansässige im Niedriglohnsektor besonders von den Globalisierungseffekten betroffen. Diesbezüglich verweise ich auf :

    http://www.zmag.de/artike...

    Des weiteren brauch die Gesellschaft auch mal wieder eine Randgruppe, um von den eigenen Problemen ablenken zu können. Als ob es keine deutschen Frauen geben würde, die Unterdrückt werden. Oder schauen wir mal den Spezialisten an, der die ganze Zeit auf Mohammeds vermeintliche Kinderbraut anspricht, nur um Moslems als Kinderficker diffamieren zu können. Dabei liegt das europäische Pädophilenproblem kaum in Moslemischer Hand, da Mindesheiratsalter festgelegt und Jungfrälichkeit erhalten wird. So werden Probleme verlagert, damit man seine Vorurteile bewahren und ausbauen kann, um sich ja nicht mit der eigenen Identität zu beschäftigen. Die, die sich um Integrationsprobleme kümmern, die tun das auf einem ganz anderen Level, und werden derzeit als Multi-Kulti-Idioten verunglimpft.

    @Iceman

    Wie schonmal gesagt, Sie haben keine Ahnung. Machen Sie sich schlau, wenn Sie Interesse haben. Die Links sollten ausreichen, um ihrem Wissen einen Quantensprung zu verleihen.

  3. Wer sich in seiner Wahlheimat nicht verständigen kann, ist nur zur Hälfte oder gar nicht dort angekommen, wo er gerade lebt. Sprache erschließt Wege zur Orientierung im Alltag und vor allem zum Kontakt mit anderen Menschen. Wer sich nicht verständigen kann, wird nicht den Kontakt zur heimischen Bevölkerung suchen. Und vielleicht ebenso entscheidend ist: derjenige wird auch nicht als Gesprächspartner gesucht werden. Deshalb ist es unbedingt zu begrüßen, die Ansätze aus den Niederlanden, das integrative Moment der Sprache zu nutzen und für Einwanderer verpflichtend zu machen, auch in Deutschland in die Wege zu leiten.

  4. Damals war es ein Farbiger und ein Führer, der das Stadion verließ.
    Wenn ein Nazi sich so gegenüber einem Farbigen oder Juden bei einem offiziellen Treffen geben würde, ginge ein Aufschrei durch Europa. Ein Moslem aber kann sich scheinbar alles erlauben und wir biedern uns dafür auch noch an und versuchen ihn mit viel Geld zu integrieren.
    Wie tief können wir eigentlich noch sinken, dass wir ein solches verhalten auf unserem (europäischen) Boden dulden.
    Haben wir eigentlich aus unserer (deutschen) Geschichte gar nichts gelernt?

  5. Es fällt eininigen aufgeklärten und emanzipiert denkenden Menschen schon schwer, die "gemässigte" Uniformierung (also Kopftuch und langer Mantel im Hochsommer) zu ertragen, und viel schwerer fällt es unaufgeklärten Menschen zu ertragen, das genau diese "Uniformierten" auch Rechte besitzen.

    Viel mehr fällt es aufgeklärten und emanzipierten Menschen schwer, zuzusehen, wie sich Menschen, die sich für emanzipiert und aufgeklärt halten, in so einen Kult um ihre Vorurteile gegenüber einer Randgruppe reinsteigern.

    Die Burka ist mit Sicherheit ein Zeichen für Desemanzipation und sektenhafter Auslegung des Islams. Doch bevor man die Burka verbieten möchte (wo ist vor allem die Frage), muss man sich gleichzeitig überlegen, ob man dann nicht auch den Latexanzug einer devoten SM-Anhängerin verbieten muss. Doch den meisten fällt es schwer, Moslems Rechte einzuräumen, die man anderen Bürgern auch gewährt.

    Der "Wunsch" nach einem Apartheitsstaat wird von den speziellen (Foren)Kommentatoren zu den Integrationsthemen gern gefordert, auch wenn Sie sich selber gern vorheucheln, nur Gutes zu wollen. Wieso nicht gleich Moslems verbieten zu Heiraten wenn das Heiratsalter auf 24 ansteigen soll? Oder am besten dann nur unter der Bedingung, dass vorher sterilisiert wird? :]

    • iceman
    • 05.03.2006 um 0:13 Uhr

    Das Leben und Verhalten Mohammeds spielt für die meisten Muslime sehr wohl eine Rolle (auch wenn er schon lange tot ist). Wenn wegen ein paar absolut läppischer Karikaturen der halbe Orient Kopf steht, dann ist das Beweis genug.
    Wie sagte mal ein weiser Mann: "Achtzig Prozent des Wahnsinns kommen aus Arabien".
    Wir Deutschen sollten vorsichtig sein, uns diesen Wahnsinn nicht künstlich heranzuzüchten.

    Was Ihre Bemerkungen zu Diskriminierungen von Ausländern auf dem Wohnungsmarkt angeht:
    Meine Mutter vermietet drei Wohnungen. Eine davon hat sie schweren Herzens an einen türkischen Mann mit Ehefrau und Kind vermietet.
    Schweren Herzens deshalb, weil meine Mutter schon unglaubliche Renovierungskosten zu tragen hatte, weil gerade Ausländer wie Vandalen in den Wohnungen gehaust haben. Auf den einen oder anderen jugendlichen deutschen Mieter traf das sicher auch zu, aber das zahlenmässige Verhältnis bei den Problemfällen spricht für sich.
    Meine Mutter, wohnhaft in Kassel, hat TROTZDEM an o.a. Türken vermietet (trotz vieler deutscher Bewerber), weil er einen sauberen und netten Eindruck gemacht hat. Dieser positive Eindruck wurde bislang auch voll bestätigt.
    Jedoch kann ich mir vorstellen, dass es viele Vermieter gibt, die ihre Toleranz verloren haben und nicht mehr an Ausländer vermieten.
    Es gibt für alles Gründe, und auch "schlechte Images" fallen nicht einfach so vom Himmel, sondern bilden sich über lange sozio-ökonomische Prozesse.
    Gerne eine bessere Integration, aber Voraussetzung ist, dass sie von den Betroffenen auch gewollt ist.
    Hier in Deutschland hat jedes Individuum seine faire Chance, und es bringt deshalb nichts, Integrationsprobleme immer nur "schön zu reden", wie Sie das ständig machen.
    Wenn man Ihre Kommentare liest gewinnt man den Eindruck, da streicht jemand einen Kohlenkeller mit rosaroter Farbe an, damit er hübscher aussieht.
    Das kauft Ihnen keiner mehr ab.

  6. Es ist nicht diskriminierend wenn fuer alle Einwanderer die gleichen Bedingungen gelten und das sollte das Ziel einer Einwanderungs Politik sein.

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