Google Expansionsgelüste

Auf der Suche nach neuen Geldquellen

Umsatz: Im vergangenen Jahr hat sich der Umsatz von Google auf 6,1 Milliarden Dollar fast verdoppelt, der Gewinn stieg um das Dreieinhalbfache auf 1,46 Milliarden Dollar. Vor zwei Wochen erklärte Finanzvorstand George Reyes allerdings, dass Google nicht immer so schnell wachsen wird; der Aktienkurs brach prompt um 13 Prozent ein. Seit ihrem Höchststand von 394 Euro im Januar hat die Aktie rund 20 Prozent verloren, weil die Unsicherheit über die Zukunft von Google zugenommen hat. Das Unternehmen erwirtschaftet 99 Prozent des Umsatzes mit Online-Werbung. Neue Dienste gibt es zwar, sie bringen aber noch kein Geld.

Booksearch: Seit zwei Jahren arbeitet Google an Booksearch und digitalisiert dafür mehrere Millionen Bücher. Der Inhalt soll im Internet einzusehen sein, bei urheberrechtlich geschützten Werken zumindest teilweise. Neben den Texten will Google Werbung von Online-Buchläden platzieren und die Einnahmen mit Verlagen teilen. Doch diese haben Google in den USA wegen Urheberrechtsverletzung verklagt.

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GBuy: Für das Frühjahr hat Google einen Online-Bezahldienst namens GBuy angekündigt. Ziel ist es, nicht nur an Werbung zu verdienen, sondern auch Provision zu kassieren, wenn jemand über Google ein Video oder ein Auto kauft.

Lokale Suche: Mit GBuy verbunden ist Google Base, eine Mischung aus Kleinanzeigenmarkt und lokaler Suchmaschine. Doch es gibt Wettbewerber. Die Deutsche Telekom und das Internet-Portal Web.de haben lokale Suchmaschinen angekündigt. Lycos Europe glaubt, einer von freiwilligen Experten unterstützten Suche gehöre die Zukunft. Und das Start-up Qype will demnächst mit einer Suchmaschine antreten, bei der Nutzer ihre liebsten Cafés, Fleischer und Kindergärten beschreiben und anderen empfehlen.

 
Leser-Kommentare
    • alex63
    • 18.03.2006 um 14:15 Uhr

    Interessant, dass der letzte Abschnitt über Datenschutz aus der Papierausgabe der ZEIT hier nicht auftaucht.

    Da stand nämlich: "Gleichzeitig übergibt Google solche Daten (meine Anm.: Nutzerdaten wie Suchanfragen z.B.) diskret an die Justiz, wenn es die Gesetze verlangen, egal, ob in den USA oder China (siehe Seite 26)."

    Ohne weitere fundierte Begründung, die sich auch in dem ebenfalls schlecht recherchierten Artikel auf S.26 ("Datenschnüffler vom Dienst", siehe Kommentar 5) nicht findet, ist das eine ziemlich haltlose Aussage. Insbesondere in Zusammenhang mit dem Prozess gegen das US-Justizministerium, den Google gerade wenigstens teilweise gewonnen hat. Google muss nun keine Suchanfragen an die Bush-Administration geben. Allerdings müssen sie eine Stichprobe von 50.000 URLs herausgeben, die zur Bekämpfung von Onlinepornography genutzt werden soll. (Wobei ich mich frage, wieso BushCo nicht in der Lage sind selber 50.000 URLs zusammenzukriegen. Im Dilettantismus sind die ja wirklich unübertreffbar.)

    In letzter Zeit scheint mir das Google-Bashing etwas über die Stränge geschlagen zu sein, auch in der alten Tante ZEIT.

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