Stimmt’s? Feucht heilt’s besser

Seit vielen Jahren diskutiere ich bei jeder kleineren Verletzung mit meiner Freundin darüber, ob man ein Pflaster auf die Wunde kleben sollte oder nicht. Stimmt es, dass eine kleine Wunde grundsätzlich »an der Luft« besser heilt und man deswegen kein Pflaster benutzen sollte? Patrick Brosch, Köln

»Es ist ein Ammenmärchen, dass Wunden an der Luft am besten heilen«, sagt der Expräsident der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung, Wolfgang Vanscheidt. Die intuitive Vorstellung, die Wunde müsse trocknen, dann sei alles gut, ist irrig – im Gegenteil, solange sie feucht ist, können die Enzyme und Hormone, die für die Heilung sorgen, sich frei bewegen und ihr nützliches Werk tun. Harter Schorf dagegen schützt zwar die Wunde vor Schmutz – das ist sein Zweck –, aber er behindert auch die Heilung und fördert die Narbenbildung.

Inzwischen gibt es auch für den Alltagsgebrauch spezielle Gelpflaster, die die Wunde vor Verunreinigung schützen und sie gleichzeitig feucht halten. Darunter heilen die Wunden teilweise doppelt so schnell wie unter einem herkömmlichen Pflaster. Christoph Drösser

Anzeige

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service