Auf der französischen Tropeninsel Réunion haben sich in den vergangenen Monaten laut geschätzter Hochrechnung 180 000 Menschen mit dem Chikungunya-Virus infiziert. Das entspricht einem Fünftel der Bevölkerung.

Wie reagieren die Touristen? Muss Ihr Beratungsdienst jetzt Überstunden machen?

Seit einer Woche steht mein Telefon nicht still. Die Deutschen sind extrem beunruhigt: Vogelgrippealarm im eigenen Land, Chikungunya-Epidemie am potenziellen Urlaubsort - auf Réunion, aber auch auf den Nachbarinseln Mauritius, Mayotte und den Seychellen. Wenn ich dann höre, dass manche Reiseveranstalter ihre Kunden bis heute nicht über die Infektionsgefahr aufklären, finde ich das unfair.

Was ist die Krankheit des gebeugten Mannes, die auf Suaheli Chikungunya heißt?

Es handelt sich um ein Virus, das nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, sondern von der tagaktiven Asiatischen Tigermücke, Aedes albopictus. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwölf Tagen stellen sich Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen ein, die lediglich durch fieber- und schmerzlindernde Medikamente wie Paracetamol gedämpft werden können. Im Regelfall klingen die Symptome nach drei bis 14 Tagen ab.

Dennoch sind 93 Todesfälle auf Réunion gemeldet worden.

Der Grund dafür ist wissenschaftlich nicht erforscht. Fest steht, dass Patienten mit einem schwachen Immunsystem starben - alte Leute, Diabetiker.