Wenn Simon Rattle und Alfred Brendel zu den Osterfestspielen in Salzburg rufen, dann kommen nicht nur die Musikliebhaber. Auch viele Kunstfreunde reisen an, denn seit 30 Jahren schon lockt paralell zu den vielen Konzerten das Programm der Kunst- und Antiquitätenmesse Residenz. Die 15 Prunksäle der fünf Jahrhunderte alten Residenz bieten eine einmalige Kulisse zum Kunstkauf - die schönsten Spiegel und Boiserien und die Deckengemälde von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte.

Hier gab der junge Mozart sein erstes Hofkonzert, hier empfingen Kaiser Franz Josef und seine Elisabeth 1867 den französischen Kaiser Napoleon III. und seine Gattin Eugénie zu einem mehrtägigen Staatsbesuch. Der Parcours der Residenzmesse führt durch die Antecamera, den großen Audienzsaal, das Schreib- und Schatullenzimmer, den Thronsaal, den so genannten Weißen Saal, die ursprüngliche Kaiserstube und den Rittersaal in einer Abfolge von den verschiedenen Stilen der Renaissance, des Barock und des Klassizismus.

Rund 15 000 internationale Besucher kommen jährlich zur Residenz Salzburg, die fest in der Hand von 41 österreichischen und deutschen Ausstellern ist und ihr Niveau kontinuierlich steigern konnte. Aus dem Süden Deutschlands sind zehn Kunsthändler dabei, erstmals auch Bernheimer Fine Old Masters aus München. Die Galerie bietet holländische und flämische Gemälde aus dem 17.

Jahrhundert, französische Malerei aus dem 18. Jahrhundert und österreichische Malerei aus dem 19. Jahrhundert, etwa Ferdinand Georg Waldmüllers Die Fleißmedaille von 1828.

Während Kunsthändler Bernheimer auf dem Messestand im Carabinieri-Saal der Residenz einige wertevolle Höhepunkte aus seiner Schloss Fuschl Collection zeigt, bietet Schlapka, ebenfalls aus München, im Weißen Saal Mobiliar des Biedermeier an sowie ein Paar österreichische Bibliotheksschränke datiert um 1800 (58 000 Euro). Dort ist auch ein 36-flammiger holzgeschnitzer und original vergoldeter Lüster aus Neapel um 1825 für 78 000 Euro zu erwerben.

Senger aus Bamberg stellt schon seit einigen Jahren in der Residenz Salzburg aus und hat sein Programm der Örtlichkeit angepasst: In seinem Angebot führt er eine Salzburger Pietà von 1420 aus feinem Kalksandstein für 125 000 Euro.

Im Kaisersaal finden sich ein Blumenstillleben mit Zinnien aus dem Nachlass von Gabriele Münter (89 000 Euro) und das ungewöhnliche Sujet Blumenstrauß von Arnulf Rainer aus dem Jahr 1962 für 19 500 Euro. Dem Bereich der klassischen Moderne steuert Salis & Vertes aus Salzburg das wichtige Stillleben mit grünem Buch und Rettichen des Malers Max Beckmann bei, das bereits in vielen bekannten Museen gezeigt worden ist, zuletzt im Jahr 1995 in der Staatsgalerie Stuttgart.