Immigration Ground Zero in Arizona

Privatmilizen mit Feldstechern, abgenagte Skelette im Wüstensand und eine Pfarrerin, die Einwanderer aus der Todeszone retten will. Amerika ist ratlos, wie es seine Südgrenze kontrollieren soll

Arivaca, Arizona Die Jagd beginnt, als das letzte Büchsenlicht stockfinsterer Wüstennacht weicht. Aus dem Funkgerät schallt ein Halali: »Ein Dutzend Illegale an Posten fünf gesichtet, flüchten nach Süden.« Joe Ziretta richtet sich kerzengerade in seinem Campingstuhl auf. Posten fünf ist nur ein paar hundert Meter entfernt. Werden die Einwanderer nun versuchen, bei ihm, an Posten drei, durchzukommen ins Gelobte Land? Ziretta starrt in sein Nachtsichtgerät, das vor ihm auf einem Dreifuß steht. Für 1000 Dollar hat er es bei eBay im Internet gekauft. Dieselbe Qualität wie bei der US-Armee im Irak. Überhaupt ist Zoe Ziretta generalstabsmäßig auf die »Operation Grenzsicherung« vorbereitet. Neben dem Campingstuhl stehen zwei Gallonenbehältnisse voll Wasser. Taschenmesser und Taschenlampe liegen bereit, auch eine Videokamera, damit er Verhaftungen filmen kann. Seinen gewaltigen Bauch hält ein Pistolenhalfter zusammen, im Gürtel stecken Ersatzmagazine. Sein Auto parkt sichtgeschützt hinter einen Holzhaufen. Ohne zu wenden, kann er notfalls über den Staubweg entkommen.

Das Nachtsichtgerät weist nach Süden. Irgendwo hinter dem Horizont, vielleicht 50 Kilometer entfernt, liegt Mexiko. Jede Nacht überqueren schätzungsweise 2000 Menschen die offene Grenze, allein hier, im Sektor Tucson in Arizona, dem »Ground Zero« der gesetzwidrigen Immigration. Rund elf Millionen Menschen leben schon illegal in den Vereinigten Staaten. Jedes Jahr werden es eine halbe Million mehr. Oder eine Million. Genau weiß das niemand.

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Vor Ziretta ist das Sichtfeld frei. Er schwenkt das Objektiv. Zu sehen ist eine staubige Weide, von einem Rancher mühsam bewässert. Dahinter die endlose Kakteenwüste der Altar-Senke. Im Nachtsichtgerät flimmert es grünlich wie in den Kriegsfilmen des Pentagon. Frappierend scharf bildet sich in einiger Entfernung ein windschiefer Weidezaun ab. So ähnlich sieht Amerikas Grenze aus. Meistens fahren die Menschenschmuggler den Grenzzaun um, laden auf der amerikanischen Seite ihre Fracht ab und setzen sie einfach Banditen, Klapperschlangen, Hitze und Grenzpolizei aus. Und nun auch noch den »Minutemen« .

»Wir tun, was unsere Regierung sich weigert zu tun.«

Seit dem 1. April stehen wieder ein paar hundert Freiwillige Posten in der Grenzregion. Vergangenes Jahr fanden sie sich zusammen, und ihre Botschaft verbreitete sich wie ein Präriefeuer über die Weiten des Kontinents: Stoppt den Menschenschmuggel! Werft die »Illegalen« raus! Macht die Grenze dicht! »Wir tun, was unsere Regierung sich weigert zu tun«, sagt Joe Ziretta. »Wir sichern unser Land und zeigen, dass es geht, wenn man nur will.« Jeden Migranten melden die Minutemen der Grenzpolizei. Selbstjustiz soll es nicht geben. Etwa 7 Kilometer Grenzgebiet, alle paar hundert Meter ein Posten, beobachten die Minutemen in dieser Nacht. Für die restlichen 2993 Kilometer fehlen Freiwillige. »Macht nichts«, sagt Ziretta, der Mann von Posten drei, »wir wollen ja nur eine Stinkbombe zünden, die man bis Washington riecht.« Ziretta ist 39 und Designer von Edelstahlküchen. Er lebt in Orange County, der konservativen Enklave im Großraum Los Angeles. Die republikanische Partei hält Ziretta für »zu lasch«. Darum trat er aus. Nun ist er einer der jungen Leute bei den Minutemen und muss immer laut reden, weil viele der Kameraden schlecht hören. Es ist ein martialisch verkleideter Rentner-Club, mancher im Camouflage-Look, der sich zur Abwehr einer Völkerwanderung aufgemacht hat. Als rassistische Bürgerwehr wird das Häuflein der Minutemen in der linksliberalen Presse gebrandmarkt. Wer sich für die Durchsetzung geltenden Einwanderungsrechts einsetze, meint dagegen Joe Ziretta, werde halt vom politischen Gegner zum Extremisten gestempelt. Seine Großeltern, sagt Ziretta, stammten aus Italien. »Einwanderung ist Amerikas Lebenselixier. Wie könnte ich dagegen sein?«, fragt er. Und nach einer Pause: »Solange sie legal ist.«

Plötzlich zerreißt Höllenlärm die Stille. Ein Hubschrauber fällt vom Himmel herab und rast im Tiefflug, vielleicht dreißig Meter hoch, über die Minutemen hinweg. Die Grenzpolizei hat offenbar die Meldung erhalten. Die Rotoren knattern wie Maschinengewehrsalven. Es beginnt eine Menschenjagd im Kakteenwald. Der Heli fliegt erst die Postenlinie der Minutemen ab, dreht dann Kreise. Scheinwerfer, unterm Cockpit angebracht, tauchen die Wüste in gleißendes Licht. »Das ist ja Krieg, richtiger Krieg«, ruft Joe Ziretta. Es ist, als habe er Angst vor der eigenen Meinung bekommen. »Das sind doch Menschen da drüben, vielleicht Frauen und Kinder.« Ja, Menschen sind es, die irgendwo zwischen den knorrigen Mesquitebüschen und Fasskakteen starr vor Angst kauern. Sie werden in kleinen Mulden oder hinter Felsen Schutz suchen. Aber sie werden keine Chance haben. Denn auf dem Staubweg hinter der Postenlinie rasen jetzt zwei Geländewagen der Grenzpolizei heran und bilden die Bodenunterstützung für die Luftaufklärung.

1,13 Millionen illegale Grenzgänger wurden im vergangenen Jahr verhaftet, 438000 davon im Abschnitt Tucson. In den ersten Monaten dieses Jahres ist die Zahl noch mal um 30 Prozent gestiegen. Jedes Jahr ein neuer Rekord. Auf den Straßen des Grenzgebietes fahren Tag und Nacht Reisebusse der Grenzpolizei herum und nehmen die in der Wildnis Verhafteten auf. Nach der Identifizierung werden sie in ihre Heimat geschickt – um es dann wieder versuchen zu können. Einmal, zweimal, viele Male, bis es klappt.

Noch immer kreist der Heli. Joe Ziretta sagt: »Menschlichkeit muss sein. Aber dies ist auch mein Land.« Und dieses Land ist in eine unmögliche Lage geraten. Das große Vergehen besteht darin, ein erfolgreiches Wirtschaftssystem zu haben; es schafft jeden Monat rund 200000 neue Arbeitsplätze und bietet auch Fremden und schlecht Ausgebildeten Einstiegs- und Aufstiegschancen. Darum steht dieses Land nun vor einer furchtbaren Wahl: Entweder die illegale Einwanderung nicht länger nur bremsen, sondern rabiat verhindern und eine Mauer errichten. Oder die Grenze offen lassen und im Landesinnern das Entstehen einer Schattenschicht aus politisch rechtlosen, sozial nicht abgesicherten und deshalb ausbeutbaren Illegalen zu dulden. Joe Ziretta hat sich – wie übrigens auch das Abgeordnetenhaus in Washington – für die Law-and-order-Variante entschieden: »Wer seine Grenze nicht sichern kann, kann seine Einwanderung nicht steuern. Und wer seine Einwanderung nicht steuern kann, kann sie auch nicht reformieren.« Nach einer halben Stunde Lärmterror dreht der Heli ab. Im Funkgerät knackt es. Dann die Meldung: »Die Illegalen bei Posten zwölf eingesackt.« Die Geländewagen rasen wieder vorbei, diesmal in die andere Richtung. Drinnen die Verhafteten. »Sweet, very sweet«, sagt Zoe Ziretta. »Klasse, superklasse.«

Ein vertretener Fuß kann schnell den Tod bedeuten

Nur wenige Kilometer südlich und nur wenige Stunden später, kurz nach Sonnenaufgang, macht sich Delle McCormick zu ihrem Kontrollgang auf. Auch sie fährt im Geländewagen in die Wüste. Auch sie trägt eine Waffe, doch ihre Waffe ist der Glaube. Auf ihrem Wagen steht »Los Samaritanos«. Zu Fuß geht sie auf »Samariterpatrouille« und ruft dabei: »Wir sind amerikanische Freunde. Wir sind von der Kirche. Wir bringen Wasser und Essen und Medizin.« McCormick ist eine drahtige Mittfünfzigerin, Typ Marathonläuferin. Sie trägt ein schwarzes Hemd. Den Hals bedeckt ein weißer Stehkragen. Über der Brust hängt ein Holzkreuz. Jeder soll sofort erkennen, dass es eine protestantische Pfarrerin ist, die Hilfe anbietet. Denn nichts fürchten Migranten mehr als eine Begegnung mit Fremden. Alle paar Meter kreuzt McCormick einen ausgetretenen Wanderpfad. Dutzende sind es, nein, Hunderte, allein in dieser Senke. Wer dieses Labyrinth durchmessen hat, kann die Gewalt der Wanderungsbewegung nach Norden erahnen. Überall frische Fußspuren aus der Nacht, überall leere Wasserflaschen als stumme Zeugen der Massenflucht. Und überall Gefahr.

Delle McCormick deutet gen Himmel. In der Ferne kreisen Geier. Dorthin bricht die Pfarrerin auf. Jede kleinste Verletzung kann hier den Flüchtlingstod bedeuten. Ein vertretener Fuß zum Beispiel oder Blasen an den Füßen. Manche schwächt ein Sonnenstich, andere das Wüstenfieber. Wieder andere verlaufen sich und sind nach drei oder vier Tagen entkräftet und ohne Trinkwasser. Die meisten sind von Kakteenstichen zerschunden. Jede Art hat unterschiedliche Stacheln. Da gibt es einmal die Ocatillo, die wie ein Peitschenkranz aussieht und sich über den Körper legt. Oder die Nofales, die der Artischocke ähnelt. Oder die blumenkohlartige Cholla, deren Knolle den Menschen wie magnetisiert anspringt. Jeder Stich kann eine Infektion bedeuten und jede Infektion das Ende. 473 Tote wurden im vergangenen Jahr an der Grenze gefunden. Der Leichenbeschauer von Tucson musste sogar einen Kühlwagen anmieten, weil er mit den Identifikationen nicht nachkam. Im März stand die Zählung schon wieder bei 21 Toten, allein im Sektor Tucson. Dabei hat die Hitze noch gar nicht eingesetzt.

Pfarrerin McCormick will die Bevölkerung aufrütteln: Schluss mit der Todesfalle von Tucson! Und es scheint, als blieben ihr Engagement und die Bemühungen so vieler Christen von Arizona nicht ohne Erfolg. Nachdem im Jahre 1999 gut dreißig Tote aus der Wüste gezogen wurden, damals ein Rekord, gründeten sie die »Samariter« und bauten gut siebzig Wasserstationen für die Durstigen auf. Als die Zahl der Toten stieg, führten sie tägliche Patrouillen ein. Als die Zahl der Toten weiter stieg, bauten sie ein Rettungslager in die Wüste. Inzwischen sind Dutzende von Kirchen in Tucson, besonders die katholischen, zu Auffanglagern geworden. Und neuerdings sind die Straßen der Stadt fast täglich voll von Demonstranten, die eine liberale Einwanderungspolitik fordern. Und das nicht nur in Tucson. In Phoenix und Milwaukee, in Chicago und Los Angeles gab es Massenproteste. Es scheint, als wachse der Widerstand gegen den Geist der Minutemen.

Am Wochenende ergab eine Umfrage, dass 56 Prozent aller Amerikaner glauben, auch illegale Einwanderer trügen zum amerikanischen Gemeinwesen bei. So einwandererfreundlich wäre wahrscheinlich keine andere westliche Bevölkerung. Das alles stärkt die Hand jener, die bei der Reform auf Moderation setzen. Den moderatesten aller Vorschläge hat George Bush vorgelegt. Der Präsident will die Grenzpolizei weiter verstärken, ohne aber eine Mauer zu bauen. Die elf Millionen Illegalen im Land erhielten die Chance zur Einbürgerung. Statt einer Million legaler Einwanderer soll es 1,3 Millionen geben.

Gut eine halbe Stunde dauert die Wanderung mit Delle McCormick schon. Die kreisenden Geier kommen nicht näher. Die Pfarrerin gibt auf. Wahrscheinlich, sagt sie, gebe es viel mehr Tote als Funde: »Die Wüste hat die Angewohnheit, sich selbst zu säubern.«

Dafür sorgten neben den Geiern auch die Kojoten. Übrig blieben nur Knochen. McCormick setzt sich wieder in den Jeep und fährt zurück zur Straße. Dort steigt sie alle paar Kilometer aus und blickt ins Gebüsch. Denn in den Gräben und Mulden, auch hinter Hügeln, sind die Lager der Flüchtlinge zu finden. Dort warten sie auf Abholung. Wenn die Luft rein ist, werfen sie alles Gepäck ab und rennen los, zum Auto. Darum ist der Korridor längs der Straße ein Müllplatz der Migration. Hunderte, vielleicht Tausende von Tagesrucksäcken liegen unter Mesquitesträuchern. Delle McCormick beugt sich nieder, prüft den Inhalt: Pullover, Zahnpasta, Toilettenpapier, Tunfischkonserven und fast leere Wasserflaschen kommen hervor. »Jeder Rucksack ein ganzes Leben«, murmelt die Pfarrerin und steckt ein paar Gegenstände ein. Im Büro will sie alles aufbauen, als Reliquienschrein der Not. Ergriffen steht sie vor Kosmetika, Lidschatten zum Beispiel. »Die Mädchen wollen schön aus der Wüste kommen«, sagt McCormick. »Sie beginnen ja ein neues Leben.« Gelegentlich liegen Windeln da, Zeichen absoluter Not oder absoluter Unverantwortlichkeit. Ein toter Säugling wurde zuletzt im Dezember gefunden.

Beim Flecken Arivaca, dem einzigen Ort weit und breit, steht neben der Straße ein kleiner Steinhaufen zum Gedenken an einen Toten, der hier gefunden wurde. Eines Morgens, es war der 4. Juli, amerikanischer Nationalfeiertag, lag die Leiche da, zerkratzt und zerschunden und mit nackter Brust. Wie viele Verdurstende hatte er sich vor dem Ende noch das Hemd heruntergerissen. Der Sheriff kam und warf eine blaue Plastikplane über den Körper. Wahrscheinlich hatte der Mann sich nicht getraut, in seiner Not an ein Haus zu klopfen.

 
Leser-Kommentare
  1. Mexico gehört zusammen mit Kanada und den USA der Freihandelszone NAFTA an. Daneben hat Mexico eine Reihe weiterer Freihandelsabkommen geschlossen, z. B: mit Chile, Bolivien, Kolumbien, Venezuela und Costa Rica. Viele Unternehmen lagern auch Produktion aus den USA nach Mexico aus zum Unmut vieler US-Amerikanischer Arbeitnehmer.
    An einem Mangel an Freihandel allein kann es also nicht liegen, wenn so viele Mexicaner "rübermachen".

  2. wenn wie in New Orleans,die Japaner bis an die Zaehne bewaffnet gewesen waeren als der Hurrikan ausbrach haetten die Soldaten sicherlich auch mehr als nur Paddel in ihre Boote gepackt.New Orleans hatte vor dem Hurrkan Kathrina die hoechste Moerderrate in USA.Waehrend des Desasters wurde trotz allem geraubt und gestohlen waehrend man denken sollte dass man alle Haende voll zu tun hatte sich von der Flut zu retten.Sniper schossen auf die Polizei und Feuerwehr die den Leuten helfen wollte und machten schlichte Rettunsgaktionen ein gefaehrliches Unterfangen fuer die Retter - und selbst nachdem die Opfer des Hurricans auf andere Staaten verteilt wurden kamen in den Kriminellen Statistiken immer oefter ex New Orleans Buerger vor wegen Mord und aehnliche Delikten. New Orleans war in den saemtlichen Staaten als ein gefaehrliches Pflaster bekannt und ihr Versuch Vergleiche anzustellen ist Aepfel mit Orangen zu vergleichen.

  3. Ich hatte auch garnicht vor der Regierung Bush persönlich für New Orleans verantwortlich zu machen. In den zigtausend Autos die New Orleans 3 Tage vor dem Sturm verlassen haben, waren bestimmt nicht alle Plätze besetzt, die hätten den Rest der Stadt auch mitnehmen können. Die Hilfsbereitschaft der Amerikaner hat erst eingesetzt, als sie die Katastrophe im Fernsehn gesehen haben, solange die Leute "nur" arm und hilflos aber nicht in unmittelbarer Lebensgefahr waren, hat sich keiner für sie interessiert.

    Schliesslich ist nach amerikanischer Vorstellung jeder seines eigenen Glückes Schmied. Am Tag vor dem Hurrikan hat ein Offizieller vor dem Baseballstadion erklärt, dass sie hier nur Lebensmittel für zwei Tage haben, weil man die Leute hier schlisslich nicht "durchfüttern" wolle, dannach sind die Verantwortlichen untergetaucht. Wäre die Stadt nicht direkt vom Hurrican getroffen worden, hätten zwei Tage sogar gereicht, so aber gabs ab dem dritten Tag Tote in dem Gebäude.

    Ein paar Tage später gab es in Japan auch Wirbelstürme und Überschwemmungen auch dort kamen Soldaten in Rettungsbooten zum Einstatz. Allerdings hatten sie Paddel statt Gewehre in der Hand und Schwimmwesten statt Schutzwesten an. Es ist halt eine Frage der Kultur. Die US-Amerikaner werden niemals bereit sein, Geld für die Entwicklung in Mexico auszugeben, wenn sie schon nicht bereit sind, dass für die amerikanische Unterschicht in New Orleans zu tun.

    Irgendwie müsste man Mexico für US-amerikanische Investitionen attraktiv machen, die heute lieber nach China gehen. Vielleicht über Steuernachlässe. Volkswirtschaftlich wäre es sehr vorteilhaft, denn ein Doller der von USA nach Mexiko geht, kommt sicher schneller wieder zurück, als einer der nach China geht. Man muss halt darauf achten, dass es den eigenen Hauptabsatzmärkten gut geht. Ausserdem spart man sich so langfristig die Kosten für die Grenzsicherung. Ohne wirtschaftliche Entwicklung in Mexiko ist die Flüchtlingswelle jedenfalls nicht zu stoppen. Dann lösst sich das Problem indem alle Mexikaner illegal in den USA arbeiten.

  4. Warum soll man nicht Vergleichen dürfen wie unterschiedliche Völker auf Hurricane oder Taifune reagieren? Auch wenn es zwei unterschiedliche Bezeichnungen sind, eigentlich sind Hurricane und Taifune dasselbe. Natürliche gibt es Unterschiede wie die Stärke des Sturms, die Größe des zerstörten Gebiets und wie sie sehr richtig anmerken das Level an Kriminalität vor dem Sturm.

    Trotzdem glaube ich das man in dem Verhalten der Menschen Muster erkennen kann, die charakteristisch sind für die USA und für andere Länder eben nicht.

    Zum einen hatte ich den Eindruck das wichtigste Anliegen der Soldaten war Plünderungen zu verhindern und nicht etwa den eingeschlossenen Menschen zu helfen. Auch der Präsident hat sich in einigen der ersten Reden so geäußert. Ob die Bewaffnung wirklich nur zum Selbstschutz nötig war, vielleicht war doch eher der Besitzschutz das Motiv für diese Aktion. Als die Nationalgarde schliesslich am Stadion eintraf, wollten die Obdachlosen lediglich Wasser, Nahrung und einen Platz im Bus um evakuiert zu werden, wenn dafür wirklich zweidutzend Sturmgewehre nötig sind, ist das auch eine Aussage über den Charakter des Landes. Ich erinnere mich an eine Szene in der weiße Hotelgäste mit ihren Koffern in klimatisierten Bussen abreisen und an den auf Evakuierung wartenden Obdachlosen vorbeigefahren werden die in bewacht in der Hitze schmoren dürfen. Wenn die Koffer eines Touristen mehr Wert sind als ein Schwarzer der vielleicht kurz davor ist an Hitzschlag zu sterben, dann braucht man vielleicht auch diese Feuerkraft. Das liegt dann aber daran dass der Süden der USA immernoch die Züge eines Arpartheitsstaates hat und nicht an der hohen Kriminalität zu normalen Zeiten.

    Zum anderen ist es gerade für Amerika typisch, dass es zu gewalttätigen Unruhen und Plünderungen der armen Bevölkerungsschicht kommt, sobald auch nur der Strom ausfällt und die Polizeipräsenz auf den Straßen nachlässt. Kanada das ein anderes Sozialmodell verfolgt hat diese Probleme nicht. Obwohl die Verbreitung von Waffen mindestens so hoch ist wie in den USA benutzen die Kanadier ihre Waffen zum Jagen und lassen sie auch bei Stromausfall im Schrank. Viele schliessen nicht einmal ihre Türen ab. Sowohl die alltägliche Gewalt als auch die Unruhen in Notsituationen sind speziefisch amerikanische Symptome, die so weder in Kanada noch in Japan oder anderen Ländern auftauchen. Es ist eben doch eine Frage der Kultur. Japaner könnten garnicht in so eine Situation geraten, weil sie einen völlig anderen Umgang miteinander haben. Dafür haben sie dann aber auch andere Macken. :D

  5. ..ich habe seit 1971 eine sogenannte Green Card und wohne in einem der Suedstaaten und habe folgedessen eine bischen andere Einsicht in die Vorgaenge waehrend des Hurricans.Als die National Guard eintraf um Leute zu retten mussten sich die Soldaten gegen Sniper verteidigen die auf Daechern sassen und auf Polizei,Feuerwehr und was immer sich bewegte schossen.Die Sniper verteidigten kein Besitztum,sie hatten kaum was zu verteidigen.Die Kriminellen nutzten das Chaos fuer ihre Zwecke.Erst spaeter,als einige Leute zurueck in ihre Haeuser und Wohnungen konnten verteidigten diese Leute ihr Eigentum.Seit dem Hurrican hat New Orleans die niedrigste
    Kriminalitaet in den gesamten USA,dafuer stieg die Kriminalitaet an in den Staaten die eine grosse Menge der Einwohner von New Orleans aufnahmen.Houston Texas z.B bekam praktisch ueber Nacht 20% mehr Einwohner .
    Sicherlich ist es ein seltsame Kultur wo sich jeder bis an die Zaehne bewaffnet -selbst wenn er Kitt aus den Fenstern frisst.Ich habe es nie verstehen koennen. Ohne diese Gangster waere es entschieden einfacher gewesen fuer die Rettungstruppen den Opfern des Hurricans zu helfen,aber wenn man erst mal drauf achten muss dass man nicht von irgend einem Dach beschossen wird dann aendert das die Situation entschieden. In Japan musste sich niemand sorgen dass er von den Leuten,die er retten will erschossen wird. Das ist der Unterschied .

  6. CNN zum Beispiel veroeffentlichte eine Umfrage wo 82%der US Buerger sagt dass die Regierings nichts tut um die Grenzen zu sichern.60% der Gefragten sagte dass Illegale die Loehne druecken,60% der Gefragten klagte ueber zu hohe Kosten fuer illegale die nicht versichert sind und sich auf kosten der Steuerzahler behandeln lassen.50% waren besorgt dass es durch illegale Einwanderer mehr Terror geben wird,40% zeigten sich besorgt ueber hoehere Kriminalitaet durch Illegale und 30% sagte dass illegale ihnen die Arbeit wegnehmen,56% aller Illegalen kommen aus Mexiko,22 aus Sued-Amerika,13% aus Asien,6% aus Europa und Canada und 3% aus Afrika.Es kommt eben drauf an welche Umfrage man ansieht.Nur weniger US Arbeiter unterstuetzen eine Amnestie fuer illegale Einwanderer denn sie leidet am meisten unter dem Einfluss von billigen Arbeitern.

    • Anonym
    • 08.04.2006 um 22:52 Uhr
    7. Ideen

    Wie waere es mit ein paar Ideen?

    Erstens: jeder Mensch hat das Recht auf Leben und Glueck! Also sollte Mexico dabei geholfen werden, einen Sozialstaat aufzubauen!

    Zweitens: das geht nur bei einer Bevoelkerung, die sich nicht weiter vermehrt!

    Drittens: Herr Ratzinger ist darueber zu belehren, dass die Lehre der katholischen Kirche betreffend Empfaengnisverhuetung menschenverachtend ist! Der katholischen Kirche muessen saemtliche staatlichen Subventionen entzogen werden! Die katholische Kirche muss geaechtet werden aufgrund ihrer Haltung zur Empfaengnisverhuetung!

  7. Ich pflichte ihrem Kommentar zu nur wo die Sprache auf New Orleans kommt da habe ich einen andere Meinung: Luisianna ist ein Staat,keine kleine Provinz und bevor die Regierung in Washington eingreifen "darf" muss die Gouverneurin eine Anfrage um Hilfe machen..die geltenden Gesetze bestimmen das so.Es waren vom Buergermeister bis zur Gouverneurin und alle Lagen dazwischen verantwortlich dass die Evakuierung so ein Desaster war.Man hatte keine Plaene obwohl zumindestens der Buergermeister Nagin gewusst haben muss dass er soviele arme Buerger in New Orleans hat die kein eignes Auto haben um die Stadt zu verlassen.Es ist auch unverstaendlich warum niemand dran dachte Altersheime zu evakurieren wie Krankenhaeuser usw.,.Sicher die Bush Regierung mitsamt der FEMA hat sich nicht mit Ruhm bekleckert -aber so ist das wenn man wichtige Posten mit Leuten besetzt denen man was schuldet fuer die gewonnene Wahl anstatt mit Fachleuten.New Orleans war zu 60%mit Afrikan-Amerikan bewohnt,die meisten davon lebten von Sozialhilfe ,der Buergermeister auch ein Farbiger haette wissen muessen dass diese Leute keinen fahrbaren Untersatz haben um sich in Sicherheut zu bringen.Bevor man endlich Washington um Hilfe bat liess man zuviel Zeit verstreichen und man muss sich fragen warum.Ich denke es hatte sehr viel mit Angst um die Macht zu tun...leider mussten viele Menschen diese Ringkaempfe um Kontrolle und Macht mit dem Leben bezahlen.. aber man kann nicht sagen dass die Regierung in Washington die Lage ignorierte.Auch seit dem Desaster wurde viel Geld verschlampt durch Unfaehigkeit und auch durch kriminelle Machenschaften.Viele Opfer erhielten eine Kreditkarte fuer 2000 Dollar pro Familie, viele Kreditkarten wurden in Luxus Boutiquen benutzt. Der Fall New Orleans wird noch viele Generationen in USA beschaeftigen da es ein Desaster von enormen Ausmassen war dessen Folgen weit ueber die Grenzen von Luisianne hinaus bemerkbar sind.

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