Weltraum MondfahrtSeite 2/2
Seine Projektgruppe hatte auch andere Ziele einer Mondmission durchgespielt. Doch der Abbau von Helium-3 als Brennstoff für irdische Fusionsreaktoren, der Aufbau einer Produktionsanlage für gefährliche Stoffe, die Endlagerung von Giftmüll oder Mondtourismus schieden aus. »Die Radioastronomie verspricht den größten Nutzen bei geringstem Aufwand«, sagt Müller. Außerdem knüpft sie an Technologien an, die bereits für die ISS entwickelt worden sind. So soll zum Beispiel das Navigationssystem des unbemannten Automated Transfer Vehicle (ATV) die Mondsonde exakt an ihren Landeplatz steuern.
Bevor es dazu kommen kann, muss das Projekt den Weg durch die zuständigen Gremien nehmen. Der erste Schritt wäre die Aufnahme ins Programm der Deutschen Raumfahrtagentur. Doch dort ist die Skepsis groß. »Das ist alles noch in einer sehr frühen Phase«, sagt Heinz-Josef Kaaf, zuständig für bemannte Raumfahrt, ISS und Exploration. Auch bei der Esa stehe der Mars bisher »höher im Kurs« als der Mond.
Selbst unter Radioastronomen mag kaum einer an das Trabantenteleskop glauben. Die Hoffnungen richten sich eher auf das Low Frequency Array (Lofar), das zwischen Nordholland und Nordrhein-Westfalen unter Führung von Astron entstehen soll. Ein Testfeld mit 100 Antennen ist seit 2003 in Betrieb, geplant sind 15000 weitere Antennen im Umkreis von 350 Kilometern. Störungen durch ARD, RTL und Konsorten müssen beim Blick in die Urzeit des Universums mit viel Computerpower mühsam aus den Messwerten herausgerechnet werden. Dafür kostet das irdische Lofar aber auch nur den Bruchteil seines Pendants auf dem Mond.
Nie von der Erde aus zu sehen: Die Hintere seite des Mondes
- Datum 06.04.2006 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT
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